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Fukushima aktuell: Folgen des Großlecks als unbedeutend eingestuft

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Artikelbild - Großleck eines Lagertanks im August 2013 (Foto: TEPCO)
Großleck vom August 2013 angeblich folgenlos (Foto: TEPCO)

Wenn ein früheres Großleck am AKW Fukushima heute als nahezu unbedenklich dargestellt wird, mag dies irritierend wirken. Doch die Pläne, bereits kontaminiertes Wasser zu verklappen, scheinen zunächst nicht weniger befremdlich. Erklärungen und Hintergründe dieser Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. Dezember 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Großleck an Lagertank angeblich folgenlos
  • Regierung wirbt für Verklappung von Fukushima-Abwässer
  • AKW-Arbeiter in Klink gebracht
  • NHK Suche nach Tohoku-Opfern 2011 fortgesetzt

Großleck an Lagertank angeblich folgenlos: Im August vergangenen Jahres erregte die offizielle TEPCO-Meldung über ein Großleck in einem Lagertankbereich, bei dem etwa 300 Tonnen an stark radioaktiv belastetem Wasser ausgetreten waren, besonderes Interesse.

Auch der Umstand, dass die Strahlungswerte des Großlecks nach oben korrigiert wurde, hatte für Medienpräsenz gesorgt. Der Zwischenfall war der internationalen Atomenergiebehörde IAEA gemeldet worden und sowohl TEPCO, als auch die Atomaufsicht NRA führten Untersuchungen zu den Auswirkungen des Zwischenfalls durch.

Ein Endbericht zu Umfang und Folgen der Kontamination kommt nun zu dem Schluss, dass keine Meeresbelastung aufgetreten sei und im Bezug auf Umweltverschmutzung und mögliche Gesundheitsgefährdung kein Grund für Besorgnis bestehe.

So erklärte beispielsweise der AKW-Betreiber TEPCO, etwa 80 Prozent der Gesamtmenge an radioaktivem Strontium-90 vor einer Ausbreitung gehindert zu haben. Auch habe es im Bereich der Wasserablassöffnungen des Kraftwerks keine nennenswerte Schwankungen im Zeitraum vor- und nach des Großlecks gegeben.

Im Fall der Kraftwerksarbeiter, die in der betreffenden Situation eingesetzt wurden, befänden sich die Werte nach wie vor unter dem Jahresgrenzwert. Man sei zu dem Schluss gelangt, dass keine besorgniserregende  Strahlungsbelastung der Arbeiter aufgetreten sei. Die Einschätzungen wurden bei einem gestrigen Treffen durch die NRA bestätigt. Über die Beurteilung berichteten Präfekturmedien.

Regierung wirbt für Verklappung von Fukushima-Abwässern: Am gestrigen Mittwoch warben Regierung und TEPCO bei einer Informationsveranstaltung in Iwaki für die Pläne, auch Grundwasser des Kraftwerksgeländes in den Pazifik einzuleiten.

An der Veranstaltung nahmen etwa 70 Personen teil, die weiterhin ihre Bedenken zum Ausdruck brachten. Vertreter der Behörde für Rohstoffe und Energie (ANRE), die dem Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) untersteht, versuchte die Bedeutung der Verklappung für den Verlauf anderer Arbeiten auf der Kraftwerksanlage zu vermitteln.

Derzeit wird im Rahmen eines Grundwasserumleitungsprojekts ausschließlich aus den Bergen stammendes Wasser umgeleitet, bevor es den Hauptbereich der Kraftwerksanlage erreicht und nach einer Sicherheitsanalyse kontrolliert in das Meer eingeleitet.

Auf diese Weise soll die Vermischung mit radioaktivem Abwasser aus den Untergeschossen von Reaktorgebäuden verhindert und somit die vermehrte Einlagerung in Lagertanks verringert werden. Auch eine Kontrolle des Grundwasserpegels wird von der Maßnahme erhofft.

Regierung und TEPCO bemühen sich seit langem um das Einverständnis lokaler Fischereiverbände, auch kontaminiertes Wasser von der Kraftwerksanlage zu verklappen, sofern dieses zuvor ausreichend gefiltert wurde.

Pläne zur umweltfreundlichen Verklappung gefilterter Fukushima-Abwässer stehen bereits seit Jahren im Raum und auch ein Vertreter der IAEA befürwortete die Verklappung von kontaminiertem Fukushima-Abwasser, sofern hinreichend gefiltert werde.

Weitere Werbeveranstaltungen sind heute bei der Fischereikooperative in Soma vorgesehen, berichteten Präfekturmedien.

AKW-Arbeiter in Klink gebracht: Nachdem der Angestellte eines Partnerunternehmens nach Schichtende nach 21:00 Uhr über körperliche Beschwerden klagte, wurden beide einer ersten medizinischen Kontrolle unterzogen. Dabei kam das Personal zu dem Schluss, dass die Einlieferung in ein Krankenhaus erforderlich ist.

Gegen 21:46 Uhr erfolgte die Einlieferung in ein Krankenhaus in Iwaki. Wie der Kraftwerksbetreiber mittelte, sei keine Kontamination am Körper des Patienten festgestellt worden. Weitere Angaben machte das Unternehmen zunächst nicht.

Suche nach Tohoku-Opfern fortgesetzt: Die dreifache Katastrophe am 11. März 2011, richtete nicht nur erhebliche Schäden an, sondern kostete viele Menschen das Leben. Doch auch dreieinhalb Jahre später, gelten allein in der Präfektur Fukushima 204 Personen offiziell weiterhin als vermisst.

Heute suchten etwa 130 Personen, vor allem Feuerwehrleute und Polizisten die Umgebung des Fischereihafens in Namie ab. In Namie werden noch 33 der früheren Einwohner als Vermisstenfälle behandelt. Nach Angaben der Polizei Futaba handelt es sich um die letzte Suchaktion in diesem Jahr.

Über den Einsatz, an dem sich auch 18 Polizeirekruten bei der Durchsuchung von Trümmerhaufen beteiligten, berichtete die NHK. Vielen Hinterbliebenen ist nicht allein die Identifikation menschlicher Überreste, sondern auch der Fund persönlicher Gegenstände der vermissten Personen wichtig.

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