Fukushima aktuell: Forderung nach Aufklärung im kommenden TEPCO-Prozess

Fukushima aktuell: Forderung nach Aufklärung im kommenden TEPCO-Prozess

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Artikelbild - Symbol für Justiz und Gerechtigkeit (Grafik: pd)
Keine Anklage gegen Verantwortliche der früheren AKW-Behörde (Grafik: pd)

Obwohl es noch mindestens einige Monate dauern wird, bereiten sich Bürger darauf vor, im anstehenden Prozess die Klärung ausstehender Fragen zu fordern.

Unterdessen gibt es bei den Maßnahmen zur Sicherheit japanischer AKW und der Stilllegung des AKW Fukushima heute einige Fortschritte zu melden. Die Details der Fukushima News gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. Januar 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Pläne für schnelleren Informationsfluss bei AKW-Katastrophen
  • Fertigstellung des Reaktor-Teilmodells rückt näher
  • Interessengruppe zum TEPCO-Prozess geplant

Interessengruppe zum TEPCO-Prozess geplant: Anlässlich der Anklage gegen TEPCO-Verantwortliche,  will sich eine Gruppe aus 33 Personen, darunter Wissenschaftler, Juristen und Journalisten, für die Aufdeckung der Hintergründe stark machen.

Nachdem die im Jahr 2012 eingereichte Strafanzeige von 14.000 Einwohnern zweimal abgewiesen worden war, ließ im  Juli 2015 ein Gericht in Tokyo die Anklage schließlich zu. Der Prozess wird voraussichtlich im März beginnen.

Die Aktivistengruppe will das Gericht dazu ermutigen, einen fairen Prozess zu führen und gleichzeitig Informationen über den Prozess verfügbar machen.

Zu den Beklagten, denen unter anderem Fahrlässigkeit mit Todesfolge vorgeworfen wird, gehört auch der frühere TEPCO-Vorsitzende Tsunehisa Katsumata, sowie Ichiro Takekuro und Sakae Muto, einst Vize-Präsidenten des Unternehmens.

Die Bürgerbewegung hofft, dass die Gerichtsverhandlung die Verantwortlichen auch zur Beantwortung von Fragen veranlassen wird, die ihrer Ansicht nach weder gegenüber dem Untersuchungsausschuss der Regierung, noch in anderen Prozessen, hinreichend geklärt wurden. Über die Initiative berichtete die Asahi Shimbun.

Pläne für schnelleren Informationsfluss bei AKW-Katastrophen: Die japanische Regierung erwägt die Einführung eines neuen Computersystems, mit dem im Fall eines Kraftwerkszwischenfalls die Kommunikation zwischen der Regierung in Tokyo und örtlichen Behörden gewährleistet ist.

Diese Pläne sind eine Reaktion auf die Ereignisse während der Fukushima-Katastrophe 2011. Damals waren Informationen nicht bis zum jeweiligen Empfänger gelangt und beispielsweise ein Fax mit Anweisungen zu Jodtabletten wurde im Büro des AKW Fukushima zunächst nicht bemerkt.

Auch eine Katastrophenübung, die im vergangenen  November am AKW Ikata (Präf. Ehime) stattfand habe gezeigt, dass alle Beteiligten mit der Informationsübertragung per Fax unzufrieden sind, da es keine Empfangsbestätigung hierbei gibt.

Nun sollen Mitglieder des Kabinettsbüros und der Atomaufsicht ab dem Fiskaljahr 2017 die Vernetzung örtlicher Verwaltungen mit dem Computersystem prüfen. Insbesondere die Kommunikation zwischen einem Krisenstab  und den Notfallzentralen der Kernkraftwerke ist von Bedeutung.

Das Computersystem soll den Verlauf eines Zwischenfalls und die getroffenen Maßnahmen anhand der eingegebenen Informationen in eine chronologische Reihenfolge bringen, um auf diese Weise die Lage übersichtlicher zu machen.

Wichtige Informationen, wie etwa Anordnungen zu Evakuierungen, sollen über das System ebenfalls einsehbar sein. Über die aktuellen Pläne berichtete die NHK

Fertigstellung des Reaktor-Teilmodells rückt näher: Das lebensgroße Modell des unteren Bereichs eines Reaktor-Sicherheitsbehälters, das auf einer Forschungsanlage in Naraha (Präf. Fukushima) entsteht, nähert sich seiner Fertigstellung.

Nach Angaben der Atomenergiebehörde sollen an dem Modell neue Technologien zur Lokalisierung von undichten Stellen entwickelt werden. Die Reparatur dieser undichten Stellen wäre ein wichtiger Schritt zur dauerhaften Stilllegung der betroffenen Reaktoren am AKW Fukushima Daiichi.

Die erprobten Maßnahmen werden alle auf ferngesteuerten Entwicklungen basieren, da die Strahlungswerte in den Reaktoren zu hoch für den Einsatz menschlicher Arbeiter sind. Über den Fortschritt an diesem wichtigen Hilfsmittel berichtete die Asahi Shimbun.

Fukushima-Kalender 2016: Die Initiative „This is Fukushima“ will mit ihrem Kalender zeigen, dass Fukushima mehr ist, als nur eine Kraftwerksruine voller Atommüll.

Spreadnews hat sich einige Exemplare sichern können und eine Handvoll ist auch noch zu haben. Eine E-Mail an jp@spreadnews.de mit dem Betreff „Fukushima-Kalender 2016“ und einer Postanschrift genügt, um ihn von uns kostenlos zu erhalten.

Teilnahmeberechtigt sind geschäftsfähige Personen über 18 Jahren, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Barauszahlung und Auslandsversand sind ausgeschlossen. Die Daten werden nur zum Versand genutzt und anschließend gelöscht.

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