Fukushima aktuell: Forderung nach Trümmerräumung in AKW-Gewässern

Fukushima aktuell: Forderung nach Trümmerräumung in AKW-Gewässern

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Artikelbild: Offizielles Foto des AKW Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Arbeiten am Kühlsystem des AKW Fukushima Daiichi (Symbolfoto: TEPCO)

Der Neustart des AKW Takahama in Japan erregte international großes Aufsehen. Dagegen gelangen regional begrenzte Ereignisse kaum in die Welt. Die heutigen Fukushima News zeigen einige Entwicklungen, die dennoch langfristig von Interesse sein dürften.

Worum es sich dabei im Einzelnen handelt, erfährt man aus Fukushima heute im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. Februar 2016.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Trümmerräumung in Gewässern um AKW Fukushima gefordert
  • Testbetrieb in Technologiezentrum aufgenommen
  • Überlebende der Tohoku-Katastrophen nach wie vor seelisch belastet

Trümmerräumung in Gewässern um AKW Fukushima gefordert: Nachdem bereits ein Plan zur Testfischerei in einem Umkreis von 10-20 Kilometern um das AKW Fukushima Daiichi bekannt gegeben wurde, gibt es eine Forderung der Fischereiverbände.

Während in anderen Küstenregionen bereits Überreste der Tohoku-Katastrophe, wie beispielsweise Gebäudetrümmer und Autowracks geborgen wurden, blieb die Küstenregion in diesem Umkreis seit der Katastrophe praktisch unverändert.

Die Räumung solcher Hindernisse wäre für den geplanten Testfang erforderlich, damit die Netze keinen Schaden nehmen. Daher wird eine schnelle Entfernung gefordert. Das könnte allerdings aus mehreren Gründen schwierig werden.

So sind im Wiederaufbauetat für die Fischerei keine Summen für den AKW-nahen Bereich vorgesehen und so müssten die Arbeiten womöglich sogar extra bezuschusst werden. Auch wo die zu bergenden Trümmer deponiert werden könnten, ist unklar.

Zudem dürften die Fischereihäfen der Region deutliche Vorbehalte haben und um ihren Ruf fürchten, wenn in solch großer Nähe zum Kernkraftwerk Fukushima Daiichi nun Arbeiten im Küstenbereich vorgenommen werden.

Daher wird voraussichtlich die Einbindung der Gemeinden in den Entscheidungsfindungsprozess erforderlich werden. Über Forderungen und Hindernisse im Zusammenhang mit dem geplanten Testfischfang berichteten Präfekturmedien.

Testbetrieb in Technologiezentrum aufgenommen: Am Samstag begann die Japanische Atomenergiebehörde JAEA mit dem Testbetrieb am Entwicklungszentrum für ferngesteuerte Technologien in Naraha.

An einem Modell der Treppen, die im Inneren der Fukushima-Reaktoren verwendet werden, wurde die Leistungsfähigkeit eines Roboters geprüft. Andere Testanlagen umfassen ein 8,5 Meter hohes Wasserbecken, in dem die Operation von Robotern unter Wasser, wie in einem Aquarium beobachtet werden kann.

In einem Nebengebäude soll anhand von Virtual Reality Systemen ein dreidimensionaler Blick in das Innere eines solchen Reaktors geworfen werden können. Über den Beginn der Testmaßnahmen berichteten Präfekturmedien

Mit besonderem Interesse wird die Fertigstellung eines lebensgroßen Reaktor-Teilmodells erwartet, das zur Entwicklung von Bergungstechnologien für geschmolzene Brennelemente dienen soll.

Überlebende der Tohoku-Katastrophen nach wie vor seelisch belastet: Eine Befragung von 300 Personen aus den Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi vom Dezember 2015 zeigt, das auch kurz vor dem fünften Jahrestag der Katastrophe, die seelischen Wunden nicht verheilt sind.

72,6 Prozent der Befragten (100 pro Präfektur), die zum Zeitpunkt der Naturkatastrophen in der Küstenregion lebten, gaben an, regelmäßig oder gelegentlich von ihren damaligen Erfahrungen überwältigt zu werden.

Zu den emotionalen Belastungsfaktoren gehören der Verlust von Angehörigen (47,3 Prozent), finanzielle Sorgen (44 Prozent) und die Erinnerung an die zerstörten Heimarorte (42,7 Prozent).

Schlafstörungen, Alpträume und Schuldbewusstsein überlebt zu haben, sind für sie die Folgen der Ereignisse vom März 2011. Die Ergebnisse der Befragung durch die Kyodo wurden am gestrigen Sonntag veröffentlicht.

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