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Fukushima aktuell: Forderung nach Weiternutzung der Strahlungsmessposten

Bürger sehen die öffentlichen Messposten als Sicherheit für Krisenfälle

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Artikelbild - Messposten in Namie (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Ein Messposten in Namie (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Die Sorge um Gesundheitsfolgen radioaktiver Belastung beschäftigt die Menschen in Fukushima heute weiterhin – und nicht vielleicht zuletzt deshalb fordern sie die weitere Nutzung der Strahlungsmessposten.

Diese und weitere Fukushima News finden sich jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. Juni 2018.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Schriftliche Bitte um Erhalt der Strahlungsmessposten
  • Weiterhin Besorgnis über Strahlungsfolgen für Nachkommen
  • Katastrophenhilferoboter in Minamisoma präsentiert
Schriftliche Bitte um Erhalt der Strahlungsmessposten

Eine Bürgerinitiative gegen die Abschaffung von Strahlungsmessposten in der Präfektur Fukushima fordert den Erhalt der Anlagen und eine weitere Nutzung. Zu diesem Zweck legten sie nun auch eine schriftliche Bitte bei der Präfekturverwaltung vor.

In dem Schreiben erklären die Aktivisten, die Messposten hätten ihre Aufgabe erst dann erfüllt, wenn die Beseitigung aller kontaminierten Abfälle abgeschlossen sei. Bei den Geräten handele es sich um unverzichtbare Vorrichtungen.

Sie würden nicht nur ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, sondern im Fall unvorhergesehener Zwischenfälle auch zur Entscheidungsfindung der Bevölkerung beitragen.

Der Verantwortliche für Krisenmanagement antwortete auf das Schreiben, man werde die Regierung in Tokyo nicht zur Weiterführung drängen, jedoch um eine Anhörung der Vorbehalte in der Öffentlichkeit bitten. Das berichten Präfekturmedien.

Hintergrund

Die Regierung beschloss im März 2018 die weitgehende Abschaffung der Messposten in der Präfektur Fukushima. Demnach sollen 2.400 der insgesamt 3.000 Anlagen für die Erfassung der Umgebungsradioaktivität wegfallen.

Einer der Hauptgründe ist finanzieller Natur, denn die Wartung der Geräte, die unter anderem auch an öffentlichen Plätzen stehen, ist teuer. Im Mai 2018 waren etwa 4.000 Schäden und Ausfälle an Messposten gemeldet worden.

Weiterhin Besorgnis über Strahlungsfolgen für Nachkommen

Am heutigen Donnerstag wurden die Ergebnisse der Umfrage zur Gesundheit in der Präfektur Fukushima vorgestellt. Dabei geht es um die Untersuchung möglicher gesundheitlicher Folgen der Kraftwerkskatastrophe – inklusive psychologischer Effekte.

Die Umfrage wurde im vergangenen Jahr durchgeführt. Von den etwa 180.000 Befragten, darunter auch früherer Bewohner der evakuierten Gebiete, gingen etwa 30.000 gültige Antworten ein.

Demnach gaben 36,1 Prozent der Befragten an, sie hielten es für „sehr wahrscheinlich“, dass die radioaktive Belastung der Eltern durch die AKW-Krise auch gesundheitliche Auswirkungen auf ihre Kinder und Enkel haben wird.

Im Vergleich zur Umfrage vom Vorjahr ist die Zahl nur etwas gesunken – sie lag 2016 bei 37,1 Prozent – und die Angst vor der Möglichkeit von Schäden bei künftigen Generationen immer noch vergleichsweise hoch.

Von offizieller Seite wird eine solche Wirkung jedoch bestritten. Über die Ergebnisse der Umfrage berichteten Präfekturmedien.

Katastrophenhilferoboter in Minamisoma präsentiert

Ende vergangenen Woche konnten sich die Teilnehmer eines Events in der Stadt Minamisoma (Präf. Fukushima) im Rahmen von sechs Vorführungen einen Eindruck von künftigen Robotern für Hilfseinsätze in Katastrophenfällen verschaffen.

Die Veranstaltung wurde vom Kabinettsbüro organisiert und ist Teil eines Regierungsprojekts zur Förderung der Entwicklung entsprechender Technologien für den Fall schwerer Erdbeben, wie etwa das erwartete Nankai-Großbeben.

Zu den demonstrierten Funktionen gehörte auch der Auftritt eines schlauchartigen Roboters, der sich durch das Versprühen von Wasserstrahlen in der Luft halten kann.

In einem anderen Fall wurde die Unterstützung von Bergungsarbeiten gezeigt. In dem gespielten Szenario ging es um die Befreiung einer Person, die nach dem Einsturz eines Gebäudes verschüttet wurde.

Während solche Fähigkeiten für den Zuschauer in erster Linie Erstaunen auslösen, betonen auch Experten anlässlich der Verantstaltung die Wichtigkeit neuer Technologien für Krisensituationen.

So könne ein solcher Schlauchroboter beispielsweise Brände selbst in hoch gelegenen Stockwerken löschen, da er direkten Zugang durch die Fenster habe. Über die Präsentation berichteten sowohl die jiji, als auch Präfekturmedien.