Fukushima aktuell: Fortschritte bei Bekämpfung radioaktiver Abwässer

Fukushima aktuell: Fortschritte bei Bekämpfung radioaktiver Abwässer

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Artikelbild - AKW Fukushima: Fertiggestellte Spundwand am 26. Oktober 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Spundwand soll Teil des Erfolgskonzepts sein (Foto: TEPCO)

Während Yasutaro Koide, der älteste Mann der Welt, im Alter von 112 Jahren friedlich starb, haben schwere Schneefälle für andere Menschen tödliche Konsequenzen. Die Präfektur Osaka berichtet von zwei Erfrorenen.

Dagegen meldet TEPCO vom AKW Fukushima heute Fortschritte. Die Betreiber anderer Kernkraftwerke befinden sich derweil in einem wichtigen Entscheidungsfindungsprozess. Die Einzelheiten zu diesen Meldungen, sowie weitere Fukushima News gibt es jetzt, im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. Januar 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Menge an kontaminiertem Wasser nimmt ab
  • Schockdämpfung als Erdbebensicherung für AKW unpopulär
  • Erstmals alle bisherigen Todesopfer identifiziert

Menge an kontaminiertem Wasser nimmt ab: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO gestern bekannt gab, nimmt die Menge an radioaktiv kontaminiertem Wasser seit vergangenem Dezember schrittweise ab.

Im Rahmen des Programms zur Bekämpfung radioaktiver Abwässer greift das Unternehmen auf mehrere Maßnahmen zurück, die eine Reduzierung der anfallenden Mengen herbeiführen sollen.

Als wichtiger Grund für den Erfolg gilt die Fertigstellung der Spundwand, die einen Austausch zwischen dem Meer und dem kontaminierten Wasser aus den Reaktorgebäuden verhindern soll.

Doch auch die Verklappung von nicht belastetem Grundwasser aus den Bergen, bevor es die Kraftwerksanlage erreicht und die Einleitung von Grundwasser aus Messposten auf dem AKW-Gelände trügen zum Erfolg des Projekts bei. Das berichten Präfekturmedien.

Probleme gibt es dennoch genug. So gibt es erste Schäden an der Spundwand und es fällt mehr aufgestautes Wasser an – ein Problem, dass sich durch den so genannten „Eiswall“ noch verschärfen könnte, so dass ausreichend Pumpkapazitäten ein entscheidender Faktor sind.

Problematisch ist zudem die Entsorgung von Wasser mit hohem Tritiumgehalt, da es bislang keine effektiven Filtermaßnahmen gibt und das Wasser somit nicht im großen Stil verklappt werden kann.

TEPCO erwog zuletzt in einem Entwurf vom 11. Dezember 2015, dieses Wasser bei hoher Temperatur verdunsten zu lassen und den Dampf in entsprechender Höhe freizusetzen, was eine ausreichende Verringerung der Tritiumkonzentration erzielen soll.

Schockdämpfung als Erdbebensicherung für AKW unpopulär: Mehrere japanische Betreiber von Kernkraftwerken überdenken ihre Entscheidung zum Einsatz von Material zur Erdbebendämpfung auf Kraftwerksgeländen.

Grundsätzlich kann bei der Sicherheit von Gebäuden auf zwei Konzepte gesetzt werden: Erdbebensicherheit durch Strukturverstärkung und Erdebebensicherheit durch Schockdämpfung.

Im zweiten Fall werden zwischen dem Erdboden und dem Gebäude große Puffer angebracht, die im Fall eines Bebens die Erschütterungen abfangen sollen.

Dies ist ein vergleichsweise neues Konzept und wurde beispielsweise nach der AKW-Katastrophe beim Bau des Verwaltungsgebäudes am Kraftwerk Fukushima Daiichi genutzt. Doch Skeptiker sehen gerade in der Neuheit der Technologie einen Nachteil.

Es gäbe noch nicht ausreichend Daten über das Verhalten der Puffer. Es sei beispielsweise noch nicht gänzlich nachvollziehbar, ob bleihaltige Puffer nach einem Erdbeben wieder in ihre ursprüngliche Form gelangen.

So kommt es, dass die Pläne, 15 Reaktor-Notfallzentralen an sieben Kernkraftwerken mit der neuen Technologie auszustatten entweder überdacht werden, oder bereits zugunsten der Strukturverstärkung verworfen wurden.

Von Seiten der Aufsichtsbehörde heißt es, beide Systeme würden akzeptiert, so lange sie ihre Funktion im Katastrophenfall erfüllen.

So dürfte die Entscheidung auch nicht immer mit der geringen Datenmenge und Sorge um die Sicherheit der AKW, sondern vielmehr mit den Kosten der Technologie in Verbindung stehen, die höher ist, als bei einer rein baulichen Strukturverstärkung. Über die Entscheidung der Unternehmen berichtete die Mainichi Shimbun.

Erstmals alle bisherigen Todesopfer identifiziert: Wie die Präfekturpolizei Fukushima am heutigen Mittwoch bekannt gab, sind nach der Identifizierung einer Leiche in Iwaki erstmals alle bislang aufgefundenen Opfer der Naturkatastrophen vom 11. März 2011 identifiziert.

In allen drei Präfekturen, die von dem Tsunami des Tohoku-Großbebens betroffen sind, werden zwar immer noch Menschen vermisst – alle bis zu diesem Zeitpunkt aufgefundenen sterblichen Überreste konnten jedoch jeweils einer Person zugeordnet werden.

Im bislang letzten Fall konnte ein 60 Jahre alter Handwerker aus Iwaki trotz des hohen Verbrennungsgrads der Leiche, anhand seines Zahnprofils, sowie Röntgenaufnahmen identifiziert werden. Das berichten Präfekturmedien

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