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Fukushima aktuell: Frankreich will Lebensmittelimporte genehmigen

Frankreich wäre zweites EU-Land mit Importabkommen für Produkte aus Fukushima

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Artikelbild - Essen in Tokyo (Foto: Copyright by KJ)
Reis&Co: Produkte aus Fukushima könnten bald in Frankreich angeboten werden (Symbolfoto: Copyright by KJ)

Das Wochenende klingt für die exportorientierten Landwirte der Präfektur Fukushima heute positiv aus, könnte sich doch der Markt in Europa wieder stärker für ihre Produkte öffnen.

Weitere Fukushima News befassen sich mit einem erneuten Urteil gegen den AKW-Betreiber TEPCO. Die Details gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. März 2018.

Unsere heutigen Themen zum Wochenende:

  • Frankreich will Importe aus Fukushima genehmigen
  • Gericht in Iwaki fällt siebtes Gerichtsurteil gegen TEPCO
Frankreich will Importe aus Fukushima genehmigen

Die Präfekturverwaltung Fukushima ist in den letzten Gesprächen, die einen Export von heimischen Waren nach Frankreich klären sollen. Eine endgültige Einigung unter Einbeziehung der beteiligten Betriebe soll in Kürze erzielt werden.

Damit wäre Frankreich nach Großbritannien der zweite Staat der Europäischen Union (EU), der den Import von Lebensmitteln aus Fukushima durch entsprechende Abkommen regelt.

Im vergangenen Dezember war es zu einer Lockerung der EU-Beschränkungen für die Einfuhr von Produkten aus Landwirtschaft und Fischerei der Präfektur Fukushima gekommen, die als Reaktion auf die AKW-Krise erlassen worden waren.

Bislang wurde die präfektureigene Reiszüchtung „Ten no Tsubu“ neben Großbritannien nur in außereuropäische Staaten wie Singapur, die Vereinigten arabischen Emirate, oder Qatar exportiert.

Um das Abkommen zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, reiste Präfekturgouverneur Masao Uchibori sogar nach London, wo die Gespräche stattfinden und will an den endgültigen Verhandlungen persönlich teilnehmen.

Für den „Fukushima Garten“ im Londoner Holland Park, der ein Schwesterprojekt zum „Englischen Garten“ in Motomiya darstellt, brachten die japanischen Gäste eine Geschenkplakette mit, die von einem Kalligraphen aus Koriyama gestaltet worden war.

Über das Treffen und den erwarteten Abschluss des Abkommens berichteten  jiji und Präfekturmedien.

Gericht in Iwaki fällt siebtes Gerichtsurteil gegen TEPCO

Am gestrigen Donnerstag verurteilte ein Gericht in Iwaki (Präf. Fukushima) den Betreiber des AKW Fukushima Daiichi zur Zahlung von 610 Millionen Yen an 216 Kläger und fällte damit die siebte Gerichtsentscheidung mit Entschädigungsforderung gegen TEPCO.

Nachdem in zwei anderen Prozessen zuvor auch die Regierung angeklagt worden war, hatten die Evakuierten in diesem Fall darauf verzichtet – in der Hoffnung, so das Verfahren zu beschleunigen und ein möglichst schnelles Urteil zu erzielen.

Doch mit der gestrigen Entscheidung des Gerichts zeigten sich die Kläger alles andere als zufrieden. Zum einen entspricht die gewährte Summe nur einem Bruchteil der eigentlichen Forderung von etwa 13,3 Milliarden Yen.

Zum anderen vermied das Gericht das Urteil nach dem Zivilgesetzbuch zu fällen, wie dies von den Klägern gefordert worden war. Stattdessen folgte man dem Gesetz zur Entschädigung für die Betroffenen der Reaktorkatastrophe.

Das Entschädigungsgesetz sieht eine Zahlung von TEPCO vor, ungeachtet des Umstands, ob ein Verschulden des Unternehmens vorliegt. Mit einem Urteil unter Berufung auf das Zivilgesetzbuch wäre zugleich eine Schuldhaftigkeit juristisch bestätigt worden.

Über die Entscheidung berichteten zahlreiche japanische Medien, darunter jiji, Asahi Shimbun und Präfekturmedien.