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Fukushima aktuell: Französischer Besuch am AKW lobt Kernkraft

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Artikelbild - ukushima-Kraftwerksleiter Akira Ono und Frankreichs Vertreter Thierry Dana am 13. Januar 2015 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Kraftwerksleiter Akira Ono und Frankreichs Vertreter Thierry Dana am 13. Januar 2015 (Foto: TEPCO)

Die aus Japan aktuell gemeldeten Fukushima News zeigen die unterschiedlichen Entwicklungen auf. So geht es beim Thema Fukushima heute sowohl um Befürwortung von Atomenergie, als auch um Bemühungen, die Folgen der Krise zu meistern. Die Details nun wie gewohnt im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. Januar 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Französischer Besuch am AKW Fukushima
  • Schwankungen der Messwerte an Kontrollposten
  • Weitere Erlaubnis für Zwischenlagerbau in Fukushima
  • TEPCO will Grenzwerte für Verklappungen verschärfen

Französischer Besuch am AKW Fukushima: Am gestrigen Dienstag besuchte der französische Abgesandte Thierry Dana das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi. Es ist das erste Mal, dass ein französischer Abgesandter die Anlage besuchte.

Fukushima-Reaktor 4: Besichtigung durch Thierry Dana am 13. Januar 2015 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Besichtigung durch Thierry Dana am 13. Januar 2015 (Foto: TEPCO)

Zu den besichtigten Teilen gehörten Reaktor 4, aus dessen Abklingbecken alle Brennelemente erfolgreich geborgen werden konnte, sowie die Baustelle, für die Schaffung der unterirdischen Grundwasserbarriere durch Bodenfrostung, auf Basis eines chemischen Kühlkreislaufs („Eiswall“).

Bei einer Fragerunde mit Journalisten im J-Village, betonte Dana die Bedeutung der Atomenergie. Es handele sich um eine Möglichkeit, langfristig saubere Energie zu gewinnen, was insbesondere bei den weltweiten Plänen zur Reduzierung der Treibhausgase von Bedeutung sei.

Im Bezug auf die Situation des AKW Fukushima Daiichi erklärte der französische Gast, er teile den Eindruck der japanischen Regierung, dass nämlich die Gesamtsituation unter Kontrolle sei. Frankreich sei bei der Bewältigung verbliebener Probleme zur Hilfe bereit. Hierüber berichteten Präfekturmedien.

Der Kraftwerksbetreiber TEPCO veröffentlichte hierzu entsprechende Fotos, die sowohl die genannten Stationen, als auch offizielle Treffen und die Ermutigungsrede vor den Kraftwerksangestellten zeigen.

Schwankungen der Messwerte an Kontrollposten: Gestern berichteten wir über den Anstieg von Messwerten in einer Wasserprobe vom Montag, die an einem Grundwasser-Kontrollposten entnommen worden war. Dabei konnte auch Kobalt-60 oberhalb des Nachweiswerts bestätigt werden.

Jetzt sanken die Werte wieder. So betrug der Wert von Cäsium-134 nur noch 4,2 Becquerel pro Liter (zuvor 140 Becquerel) und auch im Fall von Cäsium-137 wurde ein Rückgang auf 13 Becquerel pro Liter nachgewiesen (zuvor 470 Becquerel). Kobalt-60 sank wieder unter den Nachweiswert (zuvor 1,9 Becquerel).

Die Gesamtkonzentration an Betastrahlern reduzierte sich auf 280 Becquerel pro Liter  (zuvor 15.000 Becquerel). Damit näherten sich die aktuellen Werte den Messungen vom 8. Januar an, bevor es zum Anstieg kam (zu den Zahlen siehe den gestrigen Artikel).

Weitere Erlaubnis für Zwischenlagerbau in Fukushima: Nachdem die Verwaltung der Ortschaft Okuma im Dezember 2014 der Errichtung eines Lagers für kontaminierte Abfälle zugestimmte hatte, gab gestern auch Shiro Izawa, Bürgermeister von Futaba, sein Einverständnis.

Schwarze Säcke mit radioaktiv kontaminiertem Material (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Präfektur Fukushima: Zweite Gemeinde stimmt Zwischenlager zu ((Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Da auf einem 16 Quadratkilometer umfassenden Gebiet beider Gemeinden ein Zwischenlager für radioaktiv belastete Abfälle entstehen soll, ist die Regierung in Tokyo durch die jüngste Zustimmung der Umsetzung ihrer Pläne ein deutliches Stück näher gekommen.

Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern laufen bereits und die Durchführung sicherer Abfalltransporte wird mit Präfektur und Ortsverwaltungen ebenfalls diskutiert. Die Gemeinden hatten den Plänen zugestimmt, da sie sich eine Beschleunigung der Dekontaminationsarbeiten erhoffen.

Kritiker der Pläne gibt es dennoch weiterhin. Sie sorgen sich nicht nur um Auswirkungen auf die Umwelt, sondern fürchten, die Zwischenlager könnten ungewollt zu Langzeitlagern werden, sollte die Regierung nicht in der Lage sein, die Abfälle wie vereinbart in einem Zeitraum von 30 Jahren aus der Präfektur umzulagern. Über die aktuelle Zusage und die erwarteten Schritte berichtete die NHK.

TEPCO will Grenzwerte für Verklappungen verschärfen: Kraftwerksbetreiber TEPCO plant offenbar eine strengere Handhabung der zulässigen Maximalwerte für eine künftige Verklappung von Grundwasser. Das Unternehmen legt bereits Maßstäbe an, die unter den gesetzlichen Vorgaben liegen.

Während die Beschränkung für Cäsium von weniger als einem Becquerel pro Liter unverändert bleiben soll, will das Unternehmen bei Strontium und sonstigen Betastrahlern, das bisherige Limit von fünf Bequerel auf drei Becquerel pro Liter verschärfen.

Grund für die Ankündigung ist offenbar der Versuch, weiteres Vertrauen der Fischereiverbände zu gewinnen und Überzeugungsarbeit für eine Ausweitung der Erlaubnisse zur Einleitung von Wasser in den Pazifischen Ozean zu leisten.

Neben der bisherigen Umleitung von Grundwasser aus den Bergen, plant TEPCO für die Zukunft auch die Verklappung von ausreichend gefiltertem Wasser des Kraftwerksgeländes, anstatt das anfallende Wasser weiter einlagern zu müssen. Über die Pläne des Unternehmens berichteten örtliche Medien.

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