Fukushima aktuell: Freigabe weiterer Sperrgebietsgemeinde angekündigt

Fukushima aktuell: Freigabe weiterer Sperrgebietsgemeinde angekündigt

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Artikelbild: Zugang zur Sperrzone (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Zugang zum Sperrgebiet in Fukushima (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Mit der Bekanntgabe des Datums der dritten Aufhebung einer Evakuierungsanordnung, erhält die Präfektur Fukushima heute besondere Aufmerksamkeit. Weitere Fukushima News, etwa zu Problemen am AKW, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 7. August 2015.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Aufhebung der Evakuierung von Naraha angekündigt
  • Luftbelastungsalarm an Messposten
  • Verbandszustimmung für Verklappung des Grundwassers vom AKW-Gelände erwartet
  • Technische Probleme am Neustartkandidaten

Aufhebung der Evakuierung von Naraha angekündigt: Die japanische Regierung wird am 5. September formell die Aufhebung der Evakuierungsanordnung für die Gemeinde Naraha bekannt geben.

Anlässlich eines Treffens der Taskforce zur Bewältung von Atomkatastrophen, verlieh Japans Premierminister Shinzo Abe seiner Zuversicht Ausdruck.

Es handele sich für die evakuierten Bewohner um den ersten Schritt zur Rückgewinnung ihres früheren Wohnortes. Die Regierung werde die Unterstützung für Naraha ausweiten.

Theoretisch wäre es nach der Aufhebung der Evakuierungsanordnung insgesamt 7.401 Personen aus 2.704 Haushalten möglich, wieder in ihre Häuser zurückzukehren. Die Pläne zur Freigabe waren bereits zuvor bekannt, jedoch ohne ein konkretes Datum zu nennen.

Im Vergleich zu der bereits erfolgten Freigabe eines Ortsteils in der Stadt Tamura und der partiellen Aufhebung des Status in Kawauchi im vergangenen Jahr, handelt es sich um die größte Rückkehrmöglichkeit seit der Fukushima-Krise.

Zusätzlich wird bis März 2017 ein Regierungsprogramm laufen, dass die Neueröffnung von Betrieben durch Rückkehrer fördern soll. Über die Ankündigung berichteten jiji und NHK.

Luftbelastungsalarm an Messposten: Um 7:34 Uhr (Ortszeit) wies am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi einen „schweren Alarm“ auf eine starke Belastung durch radioaktiven Staub in der Luft hin.

Doch bereits wenig später wurden am betreffenden Messposten Nr. 7 wieder normale Werte angezeigt und auch die übrigen Luftüberwachungsgeräte meldeten keine Auffälligkeiten.

Eine Untersuchung des Geräts durch Analyse des verwendeten Papierfilters wies als natürliches Radionuklid Blei-212 nach, während alle sonstigen Substanzen unter dem Nachweiswert lagen.

Da am heutigen Tag keine Trümmerräumung an Reaktor 1 erfolgte und es keine weiteren Hinweise auf eine Veränderung der Luftwerte gab, wurde der Alarm aufgehoben.

TEPCO geht davon aus, dass das angesammelte Material im Filter zum Fehlalarm geführt hatte. Eine Auswechslung des Filters wurde veranlasst.

Am vergangenen Wochenende war es bereits zu zwei offenkundigen Fehlalarmen an einem einzelnen Luftüberwachungsposten gekommen.

Verbandszustimmung für Verklappung des Grundwassers vom AKW-Gelände erwartet: Der Präfekturdachverband der Fischereikooperativen kündigte für kommenden Dienstag ihre Zustimmung für die jüngsten Pläne des Kraftwerksbetreibers TEPCO an.

Das gab die Leitung am heutigen Freitag bei einem Treffen in Iwaki (Präf. Fukushima) bekannt.

Der Elektrizitätsanbieter plant, auch Grundwasser aus der Nähe der Reaktorgebäude heraufzupumpen und in den Pazifik einzuleiten, bevor das Wasser in die Reaktorgebäude gelangen kann.

Bislang ist die Verklappung nur bei unbelastetem Grundwasser aus den Bergen zulässig, da dieses Wasser hochgepumpt wird, bevor es auf das Kraftwerksgelände gelangt.

Als Sicherheitsmaßnahme hat sich TEPCO dazu verpflichtet, das Wasser vor der Verklappung zu filtern und den Gehalt an Cäsium-134 unter einen Becquerel pro Liter zu senken.

Für Tritium wurde der Grenzwert auf 1.500 Becquerel pro Liter festgelegt. Derzeit gibt es noch keine effektive Maßnahme zur Tritiumfilterung.

Der Dachverband stimmte den Plänen unter der Bedingung zu, dass nicht nur die Sicherheit gewährleistet, sondern auch die Bekämpfung von PR-Problemen bei Präfekturprodukten unterstützt werden müsse.

Über die anstehende Genehmigung der umstrittenen Maßnahme berichteten jiji und Präfekturmedien.

Technische Probleme an Neustartkandidaten: Für Reaktor 1 des AKW Sendai (Präf. Kagoshima), ist ein Neustart am 11. August geplant, doch nun gibt es technische Probleme.

Mehrere Instrumente, welche die Vibrationen an der Kühlwasserpumpe des Reaktors messen, wiesen ein ungeplantes Absinken der Werte nach.

Ein Stopp der Pumpe und eine erste Inspektion ergaben keine Probleme, so dass es offenbar die Messgeräte ursächlich für die ungewöhnlichen Werte sind.

Im Rahmen der fünfstufigen Schweregrad-Skala von 0 bis 4, stuft der Betreiber Kyushu Electric das Problem als eine Störung der Stufe 2 ein.  Derzeit untersuche man den Zwischenfall.

Der Neustart der Anlage sei durch die Ereignisse nicht gefährdet. Über die Abweichungen berichteten Präfekturmedien. Zuvor hatte es Berichte über kleinere Sicherheitsmängel an Reaktor 1 des AKW Sendai gegeben.

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