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Fukushima aktuell: Frühere Bewohner fordern gerechte Entschädigungszahlungen

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Artikelbild - Präfektur Fukushima: Straßensperre nach Namie (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Zukunftspläne für schwer kontaminierte Gebiete sehen Rückkehr vor (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Die Entschädigungszahlungen sind für die Einwohner der Präfektur Fukushima heute weit mehr, als nur eine finanzielle Unterstützung. Da verwundert es nicht, wenn unterschiedliche Zahlungen für Unmut sorgen. Diese und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. Juli 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Klage für Entschädigungsgleichheit geplant
  • ALPS-Einheit B gestoppt
  • AKW-Informationsveranstaltung in Sendai
  • Dritter Besuch des Tenno in Katastrophenpräfektur

Klage für Entschädigungsgleichheit geplant: Einwohner der Ortschaft Iitate planen die Einreichung einer Klage, die eine einheitliche Höhe der Entschädigungszahlungen fordert. Bislang werden diese nach den Rückkehraussichten im Rahmen des Drei-Zonen-Modells berechnet.

Japan: Japanische Yen-Banknoten (Foto: pd)
Einwohner von Iitate fordern finanzielle Gleichbehandlung (Symbolfoto: pd)

Nun wollen Bewohner, die in Bereichen mit vergleichsweise niedriger Strahlungsbelastung leben, über das Vermittlungszentrum für Schadensersatzforderungen der Fukushima-Katastrophe eine Forderung an den Kraftwerksbetreiber TEPCO stellen, die zur Beendigung der unterschiedlichen finanziellen Entschäigung führen soll.

Die künftigen Kläger argumentieren, die Ungleichbehandlung zerstöre den Zusammenhalt zwischen den Einwohnern. Zusätzlich soll über diese Schiedsgerichtvermittlung auch die Zahlung weiterer Gelder erreicht werden.

Sie begründen ihren Anspruch mit dem Umstand, aufgrund des verspäteten Evakuierungsbefehls, der erst mehr als einen Monat nach der Katastrophe erfolgte, sei man dort zusätzlicher Strahlung ausgesetzt gewesen – ein Umstand der bei einer früheren Evakuierung hätte vermieden werden können.

Die Einreichung dieser Forderungen soll im Herbst diesen Jahres erfolgen. Bislang sind mit 2.500 Personen, etwa 40 Prozent der einstigen Einwohner, zur Beteiligung an den Forderungen bereit und fordern weitere Betroffene dazu auf sich zu beteiligen. Das berichtet die NHK.

ALPS-Einheit B gestoppt: Am gestrigen Montag wurde um 22:00 Uhr die ALPS-Einheit B gestoppt. Wie bereits zuvor an Einheit C, werden Austauscharbeiten fortgeführt, die sowohl Korrosion, als auch Ablagerungen künftig eindämmen sollen. Da es sich um Präventivmaßnahmen handelt, die vorher angekündigt worden waren, traten beim Stopp keine Zwischenfälle auf.

AKW Fukushima: Besichtigung des ALPS durch den deutschen Botschafter am 2. Juni 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Besichtigung des ALPS durch den deutschen Botschafter am 2. Juni 2014 (Foto: TEPCO)

In der Vergangenheit war das Multinuklid-Filtersystem wiederholt von Problemen und Rückschlägen betroffen. Im Juni 2014 waren erstmals alle ALPS-Einheiten wieder in Betrieb.

Wie zuvor bekannt gegeben, werden die insgesamt drei Teile des ALPS nacheinander abgeschaltet, um Arbeiten daran durchzuführen, die das Risiko weiterer Probleme reduzieren sollen.

Die Anlage soll die Konzentration radioaktiver Nuklide im Wasser aus dem Kühlkreislauf und in anfallenden Abwässern reduzieren.

Für die Zukunft ist der Einsatz  effektiverer Filtersysteme vorgesehen. Insbesondere Strontium, das vom ALPS nicht gefiltert werden kann, bleibt daher bis aus weiteres ein Sonderproblem.

AKW-Informationsveranstaltung in Sendai: Kyushu Electric, Betreiber des AKW Sendai (Präf. Kagoshima), hielt am heutigen Dienstag die neunte Informationsveranstaltung für die Einwohner ab. Die Gespräche betrafen vor allem jene Einwohner, die in einem Fünf-Kilometer-Radius um das Kernkraftwerk leben.

Die Stadt Sendai am Fluss Hirose (Foto: pd)
Blick auf die Stadt Sendai (Symbolfoto: pd)

Diese etwa 4.800 Personen erhalten im Fall eines schweren Zwischenfalls die Aufforderung zur Einnahme von Jodtabletten, um die Schilddrüse an der Aufnahme von radioaktivem Jod zu hindern. Aus diesem Grund war neben der reinen Information auch die künftige Ausgabe der Jodtabletten ein Thema der Aktionen des Kraftwerksbetreibers.

Trotz der Aussicht auf einen möglichen Neustart in diesem Herbst, fanden sich lediglich vergleichsweise wenige Bürger bei den Veranstaltungen ein.

Kritiker der erwarteten Reaktorneustarts bemängeln vor allem die Qualität des Evakuierungsplans durch die Behörden, so dass die Sicherheit der Einwohner gefährdet sei. Hierüber berichteten Präfekturmedien.

Dritter Besuch des Tenno in Katastrophenpräfektur: Am heutigen Dienstag begannen der Tenno und seine Gemahlin einen dreitägigen Besuch in der Präfektur Miyagi.

Zu den ersten Stationen der Kurzreise gehörte der Besuch eines 1939 gegründeten Lepra-Sanatoriums. Dort sprachen sie mit Patienten und gedachten verstorbener Patienten.

Die Präfektur Miyagi gehörte neben den Präfekturen Iwate und Fukushima, zu den drei am schwersten vom Tohoku-Tsunami 2011 betroffenen Gebieten. Über den Besuch berichtete die Kyodo.

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