Start Aktuelles Fukushima aktuell: Frühere NISA-Führung entgeht Anklage

Fukushima aktuell: Frühere NISA-Führung entgeht Anklage

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Artikelbild - Symbol für Justiz und Gerechtigkeit (Grafik: pd)
Sammelklage: Zweiter Schuldspruch gegen Regierung und TEPCO (Grafik: pd)

Da die juristischen Verantwortlichkeiten für die AKW-Katastrophe von Fukushima heute immer noch nicht endgültig geklärt sind, werden Entscheidungen von Gerichten und Gremien mit einem gewissen Interesse verfolgt.

Eine aktuelle Entscheidung nimmt eine frühere Behörde nun aus der Schusslinie der Strafverfolgung. Die Details dieser Fukushima News gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 28. Juli 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Mitglieder früherer Atomaufsicht von Fukushima-Anklage ausgenommen
  • Zahl der Verletzungsfälle bei AKW-Arbeitern geht zurück
  • Leitung der Fischereiverbände gegen Verklappung von Tritiumabwässern
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter

Mitglieder früherer Atomaufsicht von Fukushima-Anklage ausgenommen: Ein Rechtsausschuss unterstützt die Entscheidung der Staatsanwaltschaft, drei ehemalige Mitarbeiter der aufgelösten Atomaufsichtsbehörde NISA nicht anzuklagen.

Die Kläger hatten erklärt, die drei hochrangigen Mitglieder der Behörde seien durch ihr Fehlverhalten und falsche Entscheidungen an Tod und Elend im Zuge der AKW-Krise mitverantwortlich und müssten dafür die Verantwortung übernehmen.

Durch die aktuelle Entscheidung, die auf den 14. April datiert ist, müssen frühere Mitarbeiter der NISA praktisch keine Strafverfolgung wegen der Ereignisse vom März 2011 mehr fürchten.

Zu den Begünstigten gehört somit auch der frühere NISA-Verantwortliche für Nuklearkrisen, Yoshinori Moriyama. Über die Entscheidung berichtete die Kyodo.

Zahl der Verletzungsfälle bei AKW-Arbeitern geht zurück: TEPCO berichtet Ende dieses Monats über die bislang erzielten Fortschritte bei den Arbeiten am AKW Fukushima Daiichi und nennt dabei auch den Rückgang der Verletzungsrate.

Nach Angaben des Unternehmens habe sich die Zahl der verletzten oder tödlich verunglückten Arbeiter im vergangenen Fiskaljahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum praktisch halbiert.

Bis Ende März waren 25 Verletzte und ein Todesfall gemeldet worden. Im Fiskaljahr 2014 gab es dagegen noch 49 Arbeitsunfälle auf dem Kraftwerksgelände

Der bislang letzte Todesfall ereignete sich im August. damals war es zum Tod eines Arbeiters bei Reinigungsarbeiten am Behälter eines Fahrzeugs gekommen.

Hauptursache für die Arbeitsunfälle ist geringe Erfahrung der Beschäftigten, insbesondere bei  Personen, die seit weniger als einem Jahr dort arbeiten. Etwa 60 Prozent der Arbeitsunfälle betreffen unerfahrene Kräfte vor Ort.

Mehrheitlich handele es sich um kleinere Verletzungen, so dass es nicht zum langfristigen Arbeitsausfall komme.

Die Verbesserung der Situation führt TEPCO sowohl auf verbesserte Sicherheitsmaßnahmen, das Übungszentrum für unerfahrene Angestellte und die erleichterte  Kommunikation durch den weitgehenden Wegfall der Atemschutzmasken zurück.Über diese Fortschritte berichtete die NHK.

Leitung der Fischereiverbände gegen Verklappung von Tritiumabwässern: Bei ihrem Treffen in Iwaki einigten sich die Leiter die Fischereikooperativen der Präfektur Fukushima am heutigen Donnerstag auf einen gemeinsamen Kurs.

Demnach wird die Einleitung von Wasser, dass trotz der Filterung anderer radioaktiver Substanzen weiterhin Tritium enthält, von den Verbänden abgelehnt. Das radioaktive Isotop kann durch die bisher bekannten Filterverfahren nicht ausreichend verringert werden.

In der Vergangenheit war bereits unkontrolliert radioaktives Abwasser ins Meer gelangt und Fischereiverbände hatten im Rahmen des Grundwasser-Umleitungsprojekts der Verklappung von sauberem Grundwasser aus den Bergen zugestimmt.

Zuletzt war mit Billigung der Fischer die Umverlegung der Mündung eines Abwasserkanals, durch den kontaminiertes Wasser in den Ozean geflossen war und der nun im Hafenbecken mündet, durchgeführt worden.

Man sei den Plänen der Regierung und des Kraftwerksbetreibers immer sehr entgegen gekommen, doch eine weitere Gefährdung der Umwelt dürfe es nicht geben, hieß es von einigen Teilnehmern.

Andere Verwiesen auf die Ängste der Fischer, die Durchführung weiterer Maßnahmen könnten den Ruf der Fischerei noch schwerer schädigen als bislang und jeder noch so kleine Zwischenfall das Vertrauen der Verbraucher erschüttern.

Über diese deutliche Willenserklärung berichteten Präfekturmedien.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter: Am heutigen Donnerstag übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales für den März  2016.

Nach Angaben von TEPCO, waren im März 2016 insgesamt 192 Arbeitskräfte für das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi neu eingestellt worden. Die maximale Strahlungsbelastung der Angestellten lag bei 13,42 Millisievert.

Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden wie zuvor, keine signifikanten Werte festgestellt. Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten, mit Stand von Ende April 2016 befassen wird, soll gegen Ende Mai eingereicht werden.

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