Fukushima aktuell: Frühere Sperrzonen-Klinik durch Crowdfunding vorerst gerettet

Fukushima aktuell: Frühere Sperrzonen-Klinik durch Crowdfunding vorerst gerettet

Arbeit des selbstlosen "Sperrzonen-Arztes" kann fortgeführt werden.

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Artikelbild - Medizinische Medikamente (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Medizinische Versorgung in Hirono durch Crowdfunding unterstützt (Symbolfoto: pd)

Verschiedene Probleme schütteln das AKW Fukushima heute – und doch gibt es auch positive Fukushima News, die nicht weniger berichtenswert sind. Dazu gehören Probleme an einem Castorbehälter, ein Wasserleck und weitere Meldungen.

Die Einzelheiten gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. Januar 2017).

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Crowdfunding für Klinik des Sperrzonen-Arztes voller Erfolg
  • Alarm wegen Druckabweichung an Castorbehälter
  • Verschlusskappe an Regenwasserbehälter undicht
  • Gouverneur von Fukushima besucht Nordrhein-Westfalen
Crowdfunding für Klinik des Sperrzonen-Arztes voller Erfolg

Eine Internet-Spendenkampagne zur Rettung einer Klinik, deren Leiter während der Akutphase der AKW-Krise aus Rücksicht für seine Patienten auf eine Evakuierung verzichtet hatte, erzielte ein überragendes Ergebnis.

Nach dem Tod von Dr. Takano, der im Dezember 2016 bei einem Hausbrand ums Leben gekommen war, blieb das Schicksal des Krankenhauses unklar, da die Gemeinde Hirono zwar im April 2012 wieder freigegeben wurde, jedoch keine Ärzte in Vollzeit dort tätig sind.

Es war absehbar, dass der Versuch, Mediziner aus anderen Einrichtungen zumindest schichtweise in die Takano-Klinik nach Hirono zu schicken, auch aus Kostengründen langfristig  keine brauchbare Lösung für die Patienten sein würde.

Der selbstlose Einsatz des Arztes für Menschen, die nach den Kernschmelzen vom März 2011 zurückblieben und die Helfer am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi rührte offenbar die Menschen.

Eine am Montag initierte Crowdfunding-Kampagne für die Takano-Klinik erreichte bereits einen Tag später das Ziel von 2,5 Millionen Yen. Der Spendenstand liegt derzeit (17:39 Uhr MEZ) bei 4.789.000 Yen. Die Initiative läuft noch bis zum 28. Februar.

Während die Spender ein Dankesschreiben von Bürgermeister Satoshi Endo erhalten, werden mit dem Geld die Unterbringung und die Reisekosten der 30 Mediziner bezahlt, die freiwillig die 100 Patienten dort kostenlos versorgen.

Der Bürgermeister von Hirono zeigte sich über die Großzügigkeit der japanischen Bevölkerung überrascht und die finanzielle Unterstützung sei höher gewesen, als man erwartet habe.

Diese Spenden würden die medizinische Versorgung in jener Region, die noch immer von den Auswirkungen der Kraftwerkskatastrophe betroffen ist, verbessern. Über das bisherige Ergebnis der Aktion berichteten die Mainichi Shimbun und Präfekturmedien.

Alarm wegen Druckabweichung an Castorbehälter

Am heutigen Mittwoch wies gegen 12:18 Uhr ein Alarm auf Druckabweichungen zwischen dem ersten und zweiten Deckel eines Castor-Trockenbehälters (5D) hin. Dieser Alarm wiederholte sich mehrmals.

Die Drucküberwachung mit zwei Systemen wies in einem Fall keine Anomalien auf und auch die Messposten für Umgebungsradioaktivität zeigt keine Auffälligkeiten. TEPCO erklärte, man werde die Umstände genauer untersuchen.

Verschlusskappe an Regenwasserbehälter undicht

Am heutigen Mittwoch entdeckten Angestellte gegen 9:40 Uhr das an der Verschlusskappe eines Probeentnahmeventils an einem Vorlagetank der Regenwasser-Entsalzungsanlage im Lagertankbereich J1 Wasser herauslief.

Nachdem TEPCO-Angestellte die Verschlusskappe entfernten, wurde ein Wasseraustritt mit einer Geschwindigkeit von einem Tropfen alle 20 Sekunden nachgewiesen. Gegen 10:48 Uhr wurden Arbeiten am Dichtungsband der Kappe durchgeführt.

Nach einer erneuten Anbringung der Verschlusskappe wurde kein weiterer Austritt mehr festgestellt. Aufgrund der als Sicherheitsdämme dienenden Betonbarrieren gelangte die Flüssigkeit nicht in die Umwelt. Das erklärte der Kraftwerksbehälter TEPCO in einer aktuellen Meldung.

Gouverneur von Fukushima besucht Nordrhein-Westfalen

Masao Uchibori, Gouverneur der Präfektur Fukushima, plant für Sonntag einen Besuch in Deutschland. Das wurde gestern auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Hintergrund des Besuchs in Nordrhein-Westfalen (NRW) ist Robotertechnologie.

Nach Angaben von Uchibori bestehe bereits ein gegenseitiger Austausch zwischen dem deutschen Bundesland und der japanischen Präfektur in Bereichen der Medizinindustrie und der Technologie erneuerbarer Energien.

Nun wolle er die Kooperation im Bereich der Robotertechnik ausweiten und entsprechende Unternehmen besuchen, die auch schon mit der Präfektur in Verbindung stehen – etwa einen Partner des Unternehmens Cyberdyne. Das berichten Präfekturmedien..

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