Start Aktuelles Fukushima aktuell: Frühere TEPCO-Führung ab Juni vor Gericht

Fukushima aktuell: Frühere TEPCO-Führung ab Juni vor Gericht

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Artikelbild - Symbol für japanische Justiz, Recht und Gerechtigkeit vor Gericht (Grafik: pd)
Sammelklage: Zweiter Schuldspruch gegen Regierung und TEPCO (Grafik: pd)

Dass die Krise am AKW Fukushima heute noch in Japan aktuell ist und nicht gänzlich in Vergessenheit gerät, liegt auch an den Klagen von Betroffenen, die durch ihre Forderung neue Aufmerksamkeit erregen.

So werden ab kommendem Monat sicher auch die Fukushima News die juristischen Konsequenzen behandeln. Einzelheiten zu den aktuellen Meldungen gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. Mai 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Ex-TEPCO-Manager ab Juni auf der Anklagebank
  • Japans Barbie soll Wiederaufbau in Fukushima fördern
Ex-TEPCO-Manager ab Juni auf der Anklagebank

Der frühere TEPCO-Vorsitzende Tsunehisa Katsumata, sowie die damaligen Vize-Präsidenten Sakae Muto und Ichiro Takekuro, müssen sich ab kommendem Monat vor einem Gericht in Tokyo verantworten.

Ihnen wird fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen, da sie die Folgen eines derart hohen Tsunami nicht bedacht und daher unzureichende Sicherheitsmaßnahmen am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi getroffen hätten.

Ein entscheidender Punkt bei der Beurteilung der Anklage wird sein, ob die Verantwortlichen des Kraftwerksbetreibers tatsächlich über Kenntnisse verfügten, die einen derartigen Tsunami möglich erscheinen ließen.

Im Jahr 2013 hatte eine erste Staatsanwaltschaft entschieden, keine Klage einzureichen. Doch ein Bürgerausschuss am 31. Juli 2014 stellte nach einer Prüfung erneut einen Antrag auf Einleitung eines Verfahrens.

Im Februar 2016 war dann schließlich Anklage gegen die drei früheren Manager des Energieunternehmens erhoben worden. Die erste Anhörung wurde für den 30. Juni angesetzt und es wird erwartet, dass die Angeklagten auf „nicht schuldig“ plädieren werden.

Die TEPCO-Führung erklärte, man werde sich derzeit nicht zum Prozess äußern. Über die Bekanntgabe des Termins berichteten die NHK, sowie Präfekturmedien.

Hintergrund

Bei den Maßnahmen gegen die Kernschmelzen im März 2011 waren 13 Personen, darunter Angehörige der Selbstverteidigungsstreitkräfte (SDF) verletzt worden. Patienten aus einem Krankenhaus in Okuma mussten seinerzeit evakuiert werden.

44 Personen seien demnach als Folge der schlechten medizinischen Versorgung nach der Evakuierung, oder aufgrund anderer Komplikationen ums Leben gekommen.

Japans Barbie soll Wiederaufbau in Fukushima fördern

Licca Kayama, von ihren Fans meist einfach „Licca-chan“ genannt, ist gewissermaßen Japans Äquivalent zur Barbie-Puppe und jetzt soll die 1967 geschaffene Figur den Wiederaufbau der Präfektur Fukushima fördern.

Ein 1993 gebauter Licca-Erlebnispark befindet sich in der Ortschaft Ono, die gerade einmal 40 Kilometer vom Kernkraftwerk Fukushima Daiichi entfernt liegt und sich somit gerade außerhalb des Sperrgebiets mit einem Radius von 30 Kilometern befindet.

Zwar wurde die Anlage etwa 50 Tage nach der Katastrophe wieder eröffnet, doch wie befürchtet sank die Besucherzahl drastisch von 100.000 auf 30.000 Besucher pro Jahr. Kinder aus der Region durften kostenlos dort spielen.

Doch nachdem durch Errichtung von Indoor-Spielmöglichkeiten und die tägliche Veröffentlichung von Strahlungsdaten das Vertrauen wiedergewonnen werden konnte, stieg auch die Zahl der Puppen-Freunde wieder an.

Jetzt zeigt die Burg von Licca-chan nicht nur die Geschichte der beliebten Puppe von der Vergangenheit bis zur Gegenwart und den Herstellungsprozess, sondern Besucher können dort auch positive Botschaften für die Einwohner der Präfektur hinterlassen.

Bereits in der Vergangenheit war die Puppe als Botschafterin für die Belange der Ortschaft aufgetreten und die Vergabe von Souvenirs an spendenfreudige Besucher erlebt einen wahren Boom, von dem auch der Wiederaufbau profitieren soll.

Über die positiven Auswirkungen der Popularität von Licca-chan berichtete die Kyodo.

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