Fukushima aktuell: Frühere TEPCO-Spitze entkommt erneuter Klage

Fukushima aktuell: Frühere TEPCO-Spitze entkommt erneuter Klage

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 1: Eine Woche nach der Katastrophe (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Brennelemente-Suche verlief erfolglos (Symbolfoto: TEPCO)

Nach den jüngsten Todesfällen hat der Betreiber des AKW Fukushima heute zumindest für sich eine positive Meldung zu verzeichnen. Weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. Januar 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Erneut keine Anklage gegen TEPCO-Führung
  • Wiederaufnahme der Arbeiten am AKW Fukushima Daiichi erwartet
  • 24-Stunden-Markt mit Filialprojekt im Sperrgebiet

Erneut keine Anklage gegen TEPCO-Führung: Ein Gericht in Tokyo hat die erneute Klage gegen frühere Verantwortliche des Kraftwerksbetreibers TEPCO abgelehnt.

Die Kläger hatten argumentiert, durch die Unterschätzung der Tsunami-Höhe hätte die Führung des Unternehmens die Kernschmelzen und ihre Folgen verschuldet.

Eine ähnliche Klage vom September 2013 gegen 42 Personen war ebenfalls abgewiesen worden. Das Gericht hatte damals argumentiert, die Verantwortlichen hätten auf Basis der damaligen Kenntnisse gehandelt.

Die erneute Anklage gegen drei Mitglieder der damaligen Unternehmensführung war im Juli 2014 von einem juristischen Bürgerausschuss empfohlen worden.

Als Begründung für die jetzige Entscheidung berief sich die Staatsanwaltschaft auf die Experteneinschätzung, selbst die Durchführung der geforderten Katastrophenschutzmaßnahmen hätte die Entwicklungen möglicherweise nicht abwenden können.

Sowohl der Rechtsanwalt der Kläger, Hiroyuki Kawai, als auch die Leiterin der klagenden Bürgergruppe, Ruiko Muto, drückten ihr Unverständnis über die Entscheidung aus. Über die kritisierte Entscheidung berichteteten Kyodo, Mainichi Shimbun und NHK.

Wiederaufnahme der Arbeiten am AKW Fukushima Daiichi erwartet: Die regulären Arbeiten am AKW Fukushima Daiichi  sollen frühestens heute wiederaufgenommen werden.

Seit den tödlichen Arbeitsunfällen ruht die Arbeit an beiden Fukushima-Kraftwerken. Ausgenommen vom Arbeitsstopp ist lediglich die Verarbeitung von Wasser.

24-Stunden-Markt mit Filialprojekt im Sperrgebiet: Nach der teilweisen Freigabe der Stadt Tamura aus dem Sperrgebiet des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, blieb die Motivation zur Rückkehr gering. Dies lag nicht zuletzt an der mangelnden Infrastruktur und Versorgung vor Ort.

Filliale der Konbini-Kette Daily Yamazaki (Foto: KJ)
Konbini-Ketten wie Daily Yamazaki und Family Mart finden sich in Japans Städten an jeder Straßenecke (Foto: KJ)

Die jetzt gefeierte Eröffnung einer Filiale der „Family Mart“ Kette, der für Japan typischen 24-Stunden-Läden (konbini) im freigegebenen Gemeindeteil Miyakoji, ist somit ein weiterer Versuch, die Rückkehr für einstige Einwohner der Stadt attraktiver zu machen.

Im Jahr 2013 war bereits der kommerzielle Reisanbau der Gemeinde wieder angelaufen. Über die Wiedereröffnung berichteten Präfekturmedien.

Das Unternehmen kündigte zudem an, gegen Ende des Monats auch eine Filiale in der Ortschaft Naraha eine Filiale eröffnen zu wollen.

Die Wiedereröffnung, deren Zeitpunkt auf den 30. Januar gelegt wurde, erfolgt auf Bitte der Behörde für Wiederaufbau. Die Verwaltung von Naraha plant eine Rückkehr in diesem Frühjahr, da die Dekontaminationsarbeiten in der Gemeinde praktisch abgeschlossen seien.

Die Ortschaft liegt 18 Kilometer vom Kernkraftwerk Fukushima Daiichi entfernt und somit noch innerhalb des Sperrgebiets. Über die geplante Wiedereröffnung berichtete die jiji.

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