Start Aktuelles Fukushima aktuell: Früherer AKW-Arbeiter verklagt TEPCO wegen Strahlungsbelastung

Fukushima aktuell: Früherer AKW-Arbeiter verklagt TEPCO wegen Strahlungsbelastung

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Artikelbild - AKW Fukushima: Ersatzschutzkleidung am 6. Mai 2011 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Arbeiter klagt wegen vermeidbarer Strahlungsbelastung (Symbolfoto: TEPCO)

Ein Kraftwerksarbeiter, der im März 2011 an der Anlage in Fukushima eingesetzt wurde, verklagt nun seinen einstigen Arbeitgeber. Nicht mehr klagen können die über 3.000 Evakuierten, die mittlerweile verstorben sind. Detaillierte Fukushima News zu den aktuellen Entwicklungen am Kernkraftwerk Fukushima heute im Spreadnews Japan-Ticker vom 7. Mai 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Früherer Fukushima-Arbeiter verklagt TEPCO
  • Über 3.000 Evakuierte gestorben
  • Drei Polizisten für Sperrgebiet stationiert

Früherer Fukushima-Arbeiter verklagt TEPCO: Ein 48 Jahre alter Einwohner der Ortschaft Iwaki, der nach eigenen Angaben während der Fukushima-Krise als Kraftwerksarbeiter eines Subunternehmens vor Ort tätig war, fordert von seinem früheren Arbeitgeber nun 11 Millionen Yen an Entschädigungszahlungen.

Als Begründung führt er Ereignisse während seiner Beschäftigung an, die dazu geführt hatten, dass er unwissentlich hoher Radioaktivität ausgesetzt worden sei.

Am 24. März 2011 sei er angewiesen worden, bei der Verbindung elektrischer Leitungen im Untergeschoss des Turbinengebäudes von Reaktor 3 zu helfen. Dort hätten sich Lachen von kontaminiertem Wasser gefunden und die Strahlungsbelastung der Luft habe bei 400 Millisievert pro Stunde gelegen.

Er sei nicht über die hohe Strahlung informiert worden, so dass er bereits innerhalb von etwa 90 Minuten eine Dosis von mehr als 20 Millisievert erreicht habe.

Neben der Entschädigung für die aus seiner Sicht unnötig hohe Belastung während der Arbeit aufgrund der Verheimlichung von Informationen, wolle er durch die Klage auch bessere Arbeitsbedingungen erreichen.

TEPCO erklärte, das Unternehmen werde sich der Angelegenheit aufrichtig annehmen, sobald dem Elektrizitätsanbieter die Einzelheiten der Klage vorliegen. Das berichten Kyodo und NHK.

Über 3.000 Evakuierte gestorben: Die schwierigen Umstände der Evakuierung nach dem Tohoku-Erdbeben, dem damit verbundenen Tsunami und der Katastrophe am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi, stellten vor allem für ältere Personen und solche mit Vorerkrankung sowohl physisch als auch psychisch große Belastungen dar.

Mittlerweile gibt es auch Fälle von Personen, die aufgrund der Belastung, oder der schlechten medizinischen Versorgung in den Notunterkünften starben und offiziell als „Todesfälle mit Katastrophenbezug“ anerkannt werden. Nun hat die NHK eine aktuelle Untersuchung zu den Totenzahlen unter den Flüchtlingen vorgelegt.

Demnach sind bislang 3.076 Personen in zehn Präfekturen an Erschöpfung und Stress der Evakuierung verstorben. Dies ist ein Gesamtanstieg um 388 Person im Vergleich zum Vorjahr. Mehr als die Hälfte der Opfer stammt aus der Präfektur Fukushima und viele aus Gemeinden nahe des Kernkraftwerks.

Das die Flucht tatsächlich gravierende Folgen haben kann, zeigt sich durch den Umstand, dass die Zahl der Personen, die aufgrund der schlechten Gesundheit starben, um 88 Personen höher liegt, als die der direkten Todesopfer durch Erdbeben und Tsunami.

Drei Polizisten für Sperrgebiet stationiert: Neben der Angst vor Radioaktivität, sind es auch die Angst vor dem Alleinesein und die schlechte Infrastruktur, die frühere Einwohner von der Rückkehr in einstige Wohnorte abhalten. Mit drei Sonderbeamten des Büros in Naraha, soll künftig die Ortschaft Futaba bei der Revitalisierung unterstüzt werden.

Neben regulären Aufgaben wie Patrouillengängen, sollen sie dann auch beim Wiederaufbau von Futaba helfen und rückkehrenden Einwohnern die benötigte Unterstützung bieten.  Ein Beamter erklärte, er habe den Wunsch gehabt, in die einstige Katastrophenregion Tohoku versetzt zu werden, um den Menschen dort helfen zu können. Über die Bemühungen berichteten Präfekturmedien.

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