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Fukushima aktuell: Gammakamera zeigt Aufnahmen aus Reaktor 1

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 1: Aufnahmen einer Gammakamera, veröffentlicht am 17. Januar 2014 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Aufnahmen einer Gammakamera, veröffentlicht am 17. Januar 2014 (Foto: TEPCO)

Während die Sicherheitsprüfung für die Wiederaufarbeitungsanlage Rokkasho heute begannen und Bürger eine Prüfung auf geologische Verwerfungen am AKW Kashiwazaki-Kariwa fordern, präsentierte der Betreiber des AKW Fukushima heute Innenansichten aus einem Reaktorgebäude.

Einzelheiten zu diesen Fukushima News und was in Japan heute noch geschah nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. Januar 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Aufnahmen einer Gammakamera in Fukushima-Reaktor 1
  • Austritt von Steueröl an Betonpumpe
  • Neuer Verantwortlicher für Fukushima-Stilllegung bestimmt
  • Betreiber besteht auf inaktiver Verwerfung am AKW Higashidori

Aufnahmen einer Gammakamera in Fukushima-Reaktor 1: Kraftwerksbetreiber TEPCO veröffentlichte heute eine Reihe von Aufnahmen, die einen Einblick in die radioaktive Kontamination auf der Südseite von Reaktor 1 geben sollen. Dabei geht es jedoch vorranging nicht um die Präsentation von Bildern sondern vielmehr um neue Maßnahmen.

AKW Fukushima: Bild der Gammakamera (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Bild der Gammakamera (Foto: TEPCO)

Tatsächlich soll der Robotereinsatz als Teil eines Projekts zur Entwicklung von ferngesteuerter Technologie betragen, mit der Reaktorgebäude dekontaminiert werden können, ohne dass die Arbeiter stark radioaktive Bereiche betreten müssen. Das Projekt wird vom Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) finanziert.

Die Arbeiten selbst fanden noch im vergangenen Jahr, zwischen dem 22. und 24. Dezember 2013 statt. Die Messungen erfolgten dabei aus unterschiedlichen Abständen zu den Oberflächen.Von besonderem Interesse waren dabei die Strahlungswerte an Rohren und Leitungen innerhalb der untersuchten Bereiche.

Der mit einer Gammakamera ausgestattete Roboter erfasste dabei Strahlung zwischen 900 Millisievert und 2 Sievert pro Stunde.

Im Laufe des Jahres sollen weitere Einsätze das Roboters folgen, um durch die Erfassung neuer Daten die Verbreitung des radioaktiven Materials langfristig nachvollziehen zu können. Neben dieser dokumentarischen Funktion, sollen die Daten und die aus ihnen erlangten Erkenntnisse auch in die technische Entwicklung von Dekontaminationsgerät für Reaktoren einfließen.

Austritt von Steueröl an Betonpumpe: Am heutigen Freitag entdeckte der Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 9:00 Uhr, dass am Fahrzeug der Betonpumpe Steueröl austrat. Das Öl wurde dann in einem Plastikbehälter aufgefangen und das Hauptventil für das Öl geschlossen. Um 9:45 Uhr wurde bestätigt, dass keine Flüssigkeit mehr austrat.

Die Menge an aufgefangenem Öl beläuft sich auf etwa fünf Liter. Das übrige Öl auf dem Kiesboden wurde mit Spezialmatten neutralisiert. Wie in solchen Fällen üblich, wurde gegen 10:09 Uhr die Feuerwehr Futaba über das Ölleck informiert. Die genauen Umstände des ungeplanten Austritts werden nun ermittelt, berichtet TEPCO.

Später erklärte das Unternehmen, als Ursache habe sich die Abnutzung eines Gummischlauchs im unteren Bereich des Fahrzeugs erwiesen.

Neuer Verantwortlicher für Fukushima-Stilllegung bestimmt: Im April wird ein neuer Verantwortlicher für die Stilllegung des AKW Fukushima Daiichi seinen Dienst antreten – und Naohiro Masuda hat den Ruf besonders willensstark zu sein. Er kündigte bereits an, die Probleme direkt an der Anlage zu lösen wo „die wirkliche Arbeit geleistet wird“.

Fukushima Daini: Kraftwerksleiter Masuda im Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima Daini: Kraftwerksleiter Masuda im Dezember 2012 (Foto: TEPCO)

Die Meldung der Asahi Shimbun erfolgt einen Tag, nachdem der Tod von Hiro Onoda bekannt wurde, jenes Soldaten, der sich als Leutnant der Kaiserlich Japanischen Armee noch bis 1974 auf den Philippinen versteckt hielt und die Behauptungen über eine Kapitulation 1945 als feindliche Propaganda abgetan hatte.

Militärisch könnte man auch den Führungsstil des 55 Jahre alten TEPCO-Verantwortlichen Masuda nennen. Dieser war zum Zeitpunkt des Tohoku-Tsunami 2011 der Leiter der Kernkraftwerks Fukushima Daini (Fukushima 2). Kraftwerksarbeitern erinnern sich daran, wie er sie laut zusammenstauchte und sie anschrie, sie sollten sich durch die Überschwemmung nicht verunsichern lassen.

Stattdessen liess er sie die Anordnungen wiederholen, die er zuvor aufgestellt hatte und wies Mitarbeiter, die nach Hause wollten an, noch etwas länger auszuharren, da er davon überzeugt war, das Verlassen der Anlage wäre schlecht für die Motivation der übrigen Arbeitskräfte.

Schließlich gelang es, durch eine intakte Notstromversorgung die Kühlung der Reaktoren zu gewährleisten und dort eine Kernschmelze zu verhindern.

Ob der erfahrene Masuda mit seinem Stil – die Arbeiter sprachen im Bezug auf die Leiter der Kraftwerke Fukushima Daiichi und Daini vom „warmherzigen Yoshida und hartherzigen Masuda“ –  erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten.

Betreiber besteht auf inaktiver Verwerfung am AKW Higashidori: Tohoku Electric Power veröffentlichte heute die Ergebnisse einer neuen Untersuchung, die im vergangenen Monat am AKW Higashidori (Präf. Aomori) durchgeführt wurde.

Die erneute Analyse von Erdproben aus 120.000 bis 130.000 Jahre alten Erdschichten um unterirdische Verwerfungen nahe der Anlage habe gezeigt, dass sich die geologischen Strukturen in diesem Zeitraum nicht bewegten und daher als inaktiv gelten müssen.

Bei der Maßnahme handelt es sich laut Meldung der NHK um eine Reaktion auf eine Einschätzung der Atomaufsichtsbehörde NRA. Deren Ausschuss war zuvor zu dem Schluss gekommen, eine Aktivität beider Verwerfungen sei wahrscheinlich.

Ein abschliessender Bericht der NRA steht noch aus. Sollte nach den vergangenen vier Untersuchungen der NRA vor Ort, sowie der Auswertung von Tohoku Electric die Einschätzung als aktive Verwerfung bestätigt werden, würde dies aufgrund der Gesetzeslage die finale Stilllegung der Anlage bedeuten.

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