Fukushima aktuell: Gefährliche Arbeitsrechtsverstöße bei Wiederaufbauarbeiten

Fukushima aktuell: Gefährliche Arbeitsrechtsverstöße bei Wiederaufbauarbeiten

1470
0
TEILEN
Artikelbild - Straßen im Tohoku-Katastrophengebiet am 15. März 2011 (Foto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)
Präfektur Fukushima: Dekontaminationsabfälle könnten im Straßenbau enden (Symbolfoto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)

Während TEPCO finanzielle Streitigkeiten ausfechten muss und die Freigabe einer Gemeinde sich verzögern könnte, werden aus der Präfektur Fukushima heute schwere Verstöße gegen arbeitsrechtliche Bestimmungen gemeldet.

Allerdings ist die Präfektur mit diesem Problem nicht allein. Diese und weitere Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. Februar 2016.

  • Zahlreiche Verstöße bei Wiederaufbauarbeiten
  • TEPCO lehnt empfohlene Entschädigungserhöhung ab
  • Tenno plant Besuch von Fukushima und Miyagi
  • Freigabe von Minamisoma verzögert sich etwas

Zahlreiche Verstöße bei Wiederaufbauarbeiten: Am Mittwoch gab das Arbeitsamt Fukushima die Ergebnisse der Unternehmenskontrollen vom Dezember 2015 bekannt. Dabei ging es um die Verstöße bei Arbeiten zum Wiederaufbau der Präfektur.

Insgesamt 247 Orte wurden beaufsichtigt und in der Hälfte der Fälle gab es Verstöße gegen geltende Arbeitsschutzbestimmungen. In 20 Fällen wurden die Arbeiten aufgrund der Gefährlichkeit der Verstöße sogar ganz  ausgesetzt.

Zu den entdeckten Verletzungen der gesetzlichen Vorschriften gehören unzulässige Verknüpfungen von Subunternehmen ebenso, wie mangelnde Maßnahmen zur Arbeitssicherheit und falscher Einsatz von Arbeitsgerät.

Im gleichen Zeitraum wurden auch in den Präfekturen Iwate und Miyagi die Einhaltung der Bestimmungen kontrolliert. Dabei wurden in 68, 8 Prozent (Iwate) bzw. 54,3 Prozent (Miyagi) der Fälle, Verstöße nachgewiesen. Das berichten Präfekturmedien.

TEPCO lehnt empfohlene Entschädigungserhöhung ab: Im Fall einer Entschädigungsforderung von 15.000 Einwohnern der Ortschaft Namie, hat Kraftwerksbetreiber TEPCO eine Erhöhung der Entschädigung abgelehnt.

Das Schlichtungszentrum für Entschädigungsfragen im Bezug auf die Kraftwerkskatastrophe (ADR) hatte dem Unternehmen empfohlen, die Entschädigungszahlungen anzuheben.

Die bisherige Zahlung von 100.000 Yen monatlich, solle um weitere 50.000 Yen erhöht werden, so die Forderung der evakuierten Einwohner. TEPCO lehnte dieses Anliegen mehrfach ab und war bereits vom Zentrum für die mangelnde Akzeptanz kritisiert worden.

Nun lehnte das Unternehmen erneut ab. Über die wiederholte Ablehnung der Anträge berichteten Präfekturmedien.

Tenno plant Besuch der Region Tohoku: Unter Berufung auf ungenannte Quellen wird berichtet, der Tenno beabsichtige nach Gedenkfeierlichkeiten in Tokyo anlässlich des fünften Jahrestags der Tohoku-Katastrophen einen Besuch der Region.

Es heißt, er werde im Zeitraum vom 16. bis 18. März in Begleitung seiner Gemahlin die beiden Präfekturen Fukushima und Miyagi besuchen. Dabei sollen Gespräche mit Betroffenen und die Besichtigung eines Betriebs für Fischereiprodukte in Onagawa auf dem Programm stehen.

Im Fall von Iwate, der dritten Präfektur, die besonders von den Naturkatastrophen betroffen war, soll im Verlauf des Jahres der Besuch einer nationalen Sportveranstaltung anstehen.

Es ist das erste Mal seit 2011, dass das Paar alle drei Präfekturen innerhalb eines Jahres besucht. Das berichteten jiji und NHK.

Freigabe von Minamisoma verzögert sich etwas: Die Aufhebung der Evakuierungsanordnung für Minamisoma war für den 1. April vorgesehen. Nun könnte sich der Termin jedoch um einige Wochen verzögern.

Grund hierfür ist, dass die Voraussetzung einer vollständigen Dekontamination der bewohnten Gebiete bislang noch nicht erfüllt wurde und eine fristgemäße Dekontamination unwahrscheinlich ist.

Um die Arbeiten abschließen zu können und letzte Vorbereitungen, wie etwa Reparaturen durchführen zu können, soll die Freigabe nun um einige Wochen verschoben werden. Ist sie erfolgt, soll auch die Zugverbindung über die joban-Linie wieder aufgenommen werden. Das berichten Präfekturmedien.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT