Fukushima aktuell: Gefrierung des Eiswalls aus Sicherheitsgründen gestoppt

Fukushima aktuell: Gefrierung des Eiswalls aus Sicherheitsgründen gestoppt

Betreiber des AKW Fukushima will mit der Maßnahme Problemen zuvorkommen

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Artikelbild - AKW Fukushima: Gefriereinheit des Eiswall-Projekts am 30. April 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Zeitweiser Stopp der Gefrierungsanlage des Eiswalls geplant (Foto: TEPCO)

Erstmals wurden vom AKW Fukushima heute Sicherheitsbedenken des Betreibers TEPCO im Zusammenhang mit dem unterirdischen Eiswall bekannt. Tatsächlich sind dies die ersten Fukushima News dieser Art.

Welche Entwicklungen zu dieser Meldungen führten und wie das Unternehmen in Japan aktuell darauf reagiert, erfährt man im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. Mai 2017.

Unser heutiges Thema ist daher:

  • Teilstopp des Eiswalls aus Sicherheitsgründen
Teilstopp des Eiswalls aus Sicherheitsgründen

Wie von einem Koordinationstreffen in Fukushima heute bekannt wurde, erwägt der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi, auf einem längeren Teilstück des Eiswalls den Gefrierungsprozess zeitweise auszusetzen.

Grund hierfür ist die Befürchtung, die tieferen Erdschichten könnten zu stark gefrieren und dadurch Druck aufbauen, der zu einem Anstieg des Bodens führen würde. In Teilstücken südlich und nördlich der Reaktorgebäude sei die Barriere bereits dicker als erforderlich.

Daher werde man etwa 30 Prozent der gesamten Strecke wieder zeitweise antauen lassen, um den Druck zu reduzieren, erklärte das Unternehmen auf einem gestern durchgeführten Treffen. Entsprechende Schritte habe man bereits eingeleitet.

Effektivität des Eiswalls geringer als erhofft

Die beim Treffen in der Stadt Fukushima aktuell veröffentlichten  Analyseergebnisse belegen offenbar die Effektivität der aufwändigen Maßnahme. Das Projekt war aus Sicherheitsbedenken und Zweifeln an der Wirksamkeit vielfach kritisiert worden.

Zuletzt wurde im April Kritik an der Effektivität des Eiswalls geäußert.

Aktuelle Zahlen zeigen eine Differenz des Grundwasserpegels innerhalb und außerhalb des Eiswalls von vier bis fünf Metern, was ein deutlicher Hinweis auf den Barriere-Effekt ist. Ansonsten hat sich allerdings wenig verändert.

Wie bereits im April, zeigen auch die neusten Daten, dass die täglich anfallende Menge an kontaminiertem Grundwasser von 400 Tonnen auf 120 bis 130 Tonnen reduziert werden konnte. Dennoch dokumentieren diese Zahlen auch einen Rückschlag für TEPCO.

Der Kraftwerksbetreiber hatte in seinem Zeitplan für die mittel- bis langfristige Beseitigung radioaktiver Abfälle für das Fiskaljahr 2016 die Reduzierung auf weniger als 100 Tonnen pro Tag vorgesehen. Dieses Ziel wurde demnach verfehlt.

Dennoch betonte Yosuke Takagi, Vize-Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie, dass die Kombination aus Umleitung und Verklappung sauberen Grundwasser aus den Bergen, mit der Grundwasserbarriere durch den Eiswall, das Ziel zumindest ungefähr erreicht habe.

Über die Schwierigkeiten und ausbleibende Erfolge berichteten Präfekturmedien.

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