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Fukushima aktuell: Gefrierungsprojekt könnte endgültig auf Eis gelegt werden

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Artikelbild - AKW Fukushima: Arbeiten zur Testeinspeisung von Eis am 24. Juli 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Arbeiten zur Testeinspeisung von Eis am 24. Juli 2014 (Foto: TEPCO)

Fast scheint es, als ob die Reisewellen anlässlich des buddhistischen Totenfestes Obon auch die Meldungen japanischer Medien zu den Entwicklungen am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi in ein Sommerloch spülen würden. Doch tatsächlich gibt es vom Kraftwerk in Fukushima heute wieder aktuelle Meldungen. Somit gibt es auch heute die Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. August 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Gefrierungsprojekt könnte endgültig auf Eis gelegt werden
  • Kontaminierter Schrott bei Südkorea-Export entdeckt
  • Tornado-Schutz am AKW Takahama

Gefrierungsprojekt könnte endgültig auf Eis gelegt werden: Offenbar aufgrund von aufgetretenen Problemen und mangelnder Effektivität, steht die Eisbarriere innerhalb der unterirdischen Tunnel vor dem Aus. Ob eine Weiterführung sinnvoll ist, muss noch entschieden werden.

In der Vergangenheit berichteten wir über das Problem unterirdischer Transporttunel, die nach Ausbruch der Fukushima-Katastrophe mit stark radioaktivem Wasser vollliefen und seitdem diese mit Grundwasser vermischten Abwässer vermutlich bis in den Pazifik spülen.

Da der Versuch, Grundwasser durch eine chemische Aushärtung zu sichern, keine Auswirkungen auf die Tunnel hatten, und der im April durchgeführte Versuch, eine Sandsackbarriere, durch ein chemisches Kühlmittel gefrieren zu lassen, die Temperatur nicht ausreichend gesenkt hatte, wechselte TEPCO die Strategie.

Statt weiter primär auf chemische Gefrierung zu setzen, begann der Kraftwerksbetreiber Ende Juli offiziell mit der Einspeisung von  Trockeneis in die Tunnel. Erste Versuche hatten gezeigt, dass  eine Temperatursenkung auf diese Weise möglich ist. Das Unternehmen kündigte daraufhin an, weitere Rohre für die Einspeisung von Eis einsetzen zu wollen.

Nachdem für Testzwecke zunächst weniger Eis als geplant eingesetzt wurde, begann TEPCO mit der weiteren Einspeisung – dabei traten am 7. Juli jedoch Probleme auf, die einige Tage später auch offiziell gemeldet wurden: Das Eis verstopfte die Rohre. Erst am Dienstag konnten die Arbeiten wieder aufgenommen werden.

AKW Fukushima: Eisarbeiten am 24. Juli 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Eispräsentation am 24. Juli 2014 (Foto: TEPCO)

Insgesamt wurden im Zeitraum von 12 Tagen weiteres Eis, bis zu einer Menge von 250 Tonnen eingebracht. Dennoch wurde der gewünsche Grad der Gefrierung nicht erreicht. Da die Maßnahme somit keinerlei Erfolge vorweisen kann, gab die Regierung am gestrigen Mittwoch bekannt, man erwäge, das Konzept der Eiswand in den Tunneln gänzlich aufzugeben.

Nun soll die Atomaufsichtsbehörde bei einem Treffen am kommenden Dienstag über die Zukunft des Eisprojekts in den unterirdischen Tunneln entscheiden. Der Stopp der Maßnahme würde die Erarbeitung von Alternativkonzepten notwendig machen.

Auf die Entscheidung, das das Eiswall-Großprojekt durchzuführen, in dessen Verlauf eine dauerhafte Grundwasserbarriere um die Reaktoren 1 bis 4 geschafft werden soll,  indem man Kühlmittel durch ein Rohrsystem zirkulieren lässt, hätte das Urteil der NRA keinerlei Effekt. Über die aktuellen Schritte berichteten japanische Medien.

Kontaminierter Schrott bei Südkorea-Export entdeckt: Japans Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) sieht sich zu einer Untersuchung von Alteisen veranlasst, nachdem an dem exportierten Schrott radioaktives Material über dem zulässigen Grenzwert nachgewiesen wurde.

Standardmäßig werden ausschließlich Alteisenexporten nach China auf derartige Kontamination getestet. Lieferungen an andere Staaten werden von den Händlern freiwillig, oder auf Anweisung des importierenden Landes kontrolliert. Neben der METI wollen auch japanische Industrieverbände den Zwischenfall untersuchen.

Südkoreas Kommission für Nuklearsicherheit hatte am Montag mitgeteilt, bei einer 20 Tonnen umfassenden Lieferung sei bei etwa 20 Kilogramm der Ware ein Wert von 0,005 Millisievert pro Stunde an radioaktivem Cäsium-137 nachgewesen worden. Nach dem Fund vom vergangenen Donnerstag habe die Kommission eine Rückführung des Schrotts durch den Importeur gefordert.

Offiziellen koreanischen Angaben zufolge, sei die genaue Quelle des exportieren Alteisens nicht bekannt. Es gäbe jedoch keine Hinweise darauf, dass das Materials aus einem 15-Kilometer-Umkreis um das japanische Kernkraftwerk Fukushima Daiichi stammt. Über den Fund berichtete die Kyodo.

Tornado-Schutz am AKW Takahama: Kansai Electric, Betreiber des AKW Takahama (Präf. Fukui), stellte am gestrigen Mittwoch Anti-Tornadomaßnahmen für die Kraftwerksanlage vor. Die vier Zentimeter dicken Stahlplatten und Metallnetze sollen Meerwasserpumpen für Reaktornotfälle vor schweren Winden schützen.

Zuvor hatte die Atomaufsichtsbehörde NRA das Fehlen dieser Schutzmaßnahmen bemängelt. Der Betreiber erklärte nun, die Schutzmaßnahmen könnten Windböen von bis zu 360 Kilometern pro Stunde standhalten – Werte die noch nie in Japan nachgewiesen wurden. Kansai Electric kündigte an, auch Maßnahmen für Fahrzeuge zu treffen, damit diese im Fall eines Tornados nicht mitgerissen werden.

Da das Unternehmen einen Neustart von zwei Reaktoren anvisiert, werde man zudem eine jüngst entdeckte Fehlberechnung zur Höhe eines potentiellen Tsunami korrigieren und einen im Bau befindlichen Schutzdamm erhöhen. Das berichtete die NHK.

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