Fukushima aktuell: Gemeinde bleibt auf hohen Gesundheitskosten sitzen

Fukushima aktuell: Gemeinde bleibt auf hohen Gesundheitskosten sitzen

1127
0
TEILEN
Artikelbild: Yen (Foto: pd)
TEPCO muss gleich in zwei Fällen Hinterbliebene entschädigen (Symbolfoto: pd)

Kaum jemand hätte gedacht, das neben medizinischer Versorgung  auch die Entsorgung von Leichen in der Präfektur Fukushima heute noch zu einem finanziellen Problem werden könnte – doch genau dieser Fall ist bei mindestens einer Stadt eingetreten.

Weitere Fukushima News, etwa über ein Ölleck und Zusammenarbeit bei der Bewältigung radioaktiver Kontamination, gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. Januar 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Ölleck an Nachwärmeabfuhr für Reaktor 5
  • Kooperation bei Dekontamination von Hirono
  • Gesundheitskosten durch Dekontaminationsarbeiter problematisch

Gesundheitskosten durch Dekontaminationsarbeiter problematisch: Die Stadt Minamisoma und die dortigen Kliniken sehen sich mit dem Problem gestiegener Kosten durch die Versorgung von externen Dekontaminationsarbeitern konfrontiert.

Bei Arbeitnehmern, die nicht aus der Präfektur Fukushima stammen und teilweise nicht einmal über eine Krankenversicherung verfügen, müssen die Kosten für Krankenversorgung und ggf. die Einäscherung von Verstorbenen, von der Verwaltung übernommen werden.

Bereits jetzt stellen diese Maßnahmen eine erhebliche finanzielle Belastung für die Verwaltung dar, die aller Voraussicht nach in Zukunft noch steigen wird. Nun werden Rufe nach Gegenmaßnahmen laut.

Da in der Regel nicht die Beschäftigung bei Dekontamination und AKW-Stilllegung ursächlich für Erkrankungen und Todesfälle ist, sondern häufig auf einen schlechten Allgemeinzustand und chronische Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck zurückgeführt werden können, soll dort angesetzt werden.

Trotz des Arbeitskräftemangels könne man nicht einfach willkürlich Angestellte einstellen. Die Forderungen sehen Gesundheitskontrollen vor Beginn eines Beschäftigungsverhältnisses und Zwischenkontrollen als erforderlich an.

Außerdem müsse bei den Dekontaminationsarbeitern auch Aufklärungsarbeit über die Folgen eines ungesunden Lebensstils, falscher Ernährung und Bewegungsmangels geleistet werden – Probleme die bei Niedriglohn-Arbeitskräften häufig auftreten. Über die Probleme berichteten Präfekturmedien.

Ölleck an Nachwärmeabfuhr für Reaktor 5: Gegen 8:46 Uhr entdeckten Angestellte eines Partnerunternehmens, während des Betriebs eines Ölkreislaufs an der Nachwärmeabfuhr des Meerwassersystems für Reaktor 5, ein Ölleck an der Pumpe.

Nach dem Stopp des Betriebs trat kein weiteres Öl mehr aus. Die bereits ausgelaufene Flüssigkeit sammelte sich in der Ummantelung der Pumpe. Insgesamt konnten etwa sechs Liter an ausgetretenem Öl gesichert werden.

Nach Einschätzung der Feuerwehr Futaba, handelt es sich bei dem Zwischenfall nicht um die Freisetzung eines Gefahrenstoffs, so dass keine besonderen Maßnahmen erforderlich wurden. Über das Ölleck berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Kooperation bei Dekontamination von Hirono:  Die Verwaltung der Ortschaft Hirono und die Universität Tokyo beschließen eine Vereinbarung zur Kooperation bei der Messung und Beseitigung von radioaktivem Material.

Zu diesem Zweck werden Experten vom Radioisotopen Center der Universität vor Ort tätig werden. Sie sind bereits über die bisherigen Erkenntnisse informiert und verfügen über das entsprechende Wissen zu Themen wie dem Strahlenschutz.

Formell erfolgt die Unterzeichnung der Vereinbarung durch den Bürgermeister Satoshi Endo und Professor Hiroyuki Yamato als stellvertretendem Vorsitzenden. Über die Entscheidung berichteten Präfekturmedien.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT