Fukushima aktuell: Genehmigung für Eiswalltests erteilt

Fukushima aktuell: Genehmigung für Eiswalltests erteilt

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Artikelbild - AKW Fukushima: Aufnahme nahe Eiswall-Testpunkt 6 am 27. April 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Aufnahme nahe Test-Kühlposten sechs am 27. April 2015 (Foto: TEPCO)

TEPCO erhielt für ein entscheidendes Projekt am AKW Fukushima heute grünes Licht. Das dennoch nicht alles eitel Sonnenschein ist, zeigen unsere Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 28. April 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • NRA genehmigt Eiswalltests
  • Antiquitätendiebstähle in Fukushima-Sperrgebiet

NRA genehmigt Eiswalltests: Japans Atomaufsichtsbehörde NRA gab am Dienstag ihr Einverständnis für die Durchführung von Testläufen des so genannten „Eiswalls“.

Im Rahmen des Großprojekts soll auf einer Strecke von 1,5 Kilometern um die Reaktorgebäude 1 bis 4 der Boden durch ein unterirdisches Rohrsystem, in dem eine Kühlflüssigkeit zirkuliert, tiefgefroren werden, und so die Ausbreitung kontaminierter Abwässer aus den Reaktoren verhindern.

AKW Fukushima: Nahe Kühlposten Nr. 12 am 27. April 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Nahe Kühlposten Nr. 12 am 27. April 2015 (Foto: TEPCO)

Mit der Einführung der Rohre war im vergangenen Juni begonnen worden. Nun soll an 18 Stellen versuchsweise eine Gefrierung durchgeführt werden. Sollten die Tests wie geplant verlaufen, kann die Maßnahme auf weitere Posten ausgeweitet werden.

Wie lange es dauern wird, bis die geplante Eisbarriere gegen Grundwasserkontamination fertiggestellt ist, kann aufgrund der Ausmaße des Projekts noch nicht gesagt werdeb.

Über die Genehmigung für die Testläufe berichtete die NHK. Allerdings wird auch immer wieder auf Schwächen der Maßnahme hingewiesen.

So ist etwa nicht bekannt, wie die Rohranlage vor Erdbebenschäden geschützt werden soll, so dass keine Kühlflüssigkeit austritt. Außerdem wurden derartige Maßnahmen in anderen Fällen bislang zeitlich nur sehr begrenzt und in räumlich überschaubarem Rahmen durchgeführt.

Das eigentliche Konzept dieser Zirkulationssysteme ist also grundsätzlich nicht auf mehrjährigen Betrieb ausgerichtet. Erschwerend kommt die Überschneidung mit unterirdischen Schächten hinzu, die nach dem Scheitern einer Gefrierblockade nun mit Speziaalzement abgedichtet werden.

Antiquitätendiebstähle in Fukushima-Sperrgebiet: Sie passen so gar nicht zum stereotypen Bild des „ehrlichen Japaners“ und dennoch gibt es sie: Plünderungen und Einbrüche in jene Gebäude, die aufgrund der Kraftwerkskatastrophe von ihren Bewohnern evakuiert werden mussten.

So gab die Präfekturpolizei Fukushima am Montag aus Futaba bekannt, ein 44 Jahre alter Mann werde verdächtigt, etwa 470 zumeist antiquarische Gegenstände wie Bronzestatuen und historische Rüstungen gestohlen zu haben. Diese seien im Haus des Verdächtigen sichergestellt worden.

Aufgrund derartiger Einbrüche wurden etwa in der Ortschaft Okuma bereits Überwachungskameras angebracht worden. Auch im aktuellen Fall sollen Aufnahmen des Fahrzeugs des Verdächtigen den Ausschlag gegeben haben. Über die Diebstähle berichteten Kyodo und Präfekturmedien.

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