Fukushima aktuell: Geringer Rückkehrwille bei jungen Evakuierten

Fukushima aktuell: Geringer Rückkehrwille bei jungen Evakuierten

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Artikelbild: Zugang zur Sperrzone (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Zugang zum Sperrgebiet in Fukushima (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Die Regierung will mit der geplanten Aufhebung von Evakuierungsaufforderungen die Rückkehr beschleunigen. Doch wie Meldungen aus Fukushima heute deutlich machen, könnten die evakuierten Gemeinden auch langfristig unbewohnt bleiben. Diese und weitere Fukushima News, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. Juni 2015.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Geringer Rückkehrwille bei jungen Menschen
  • Keine weiteren Auffälligkeiten am AKW-Hafen

Geringer Rückkehrwille bei jungen Menschen: Eine zwischen Februar und März durchgeführte Umfrage in 12 Gemeinden der Präfektur Fukushima, die vom radioaktiven Fallout betroffen sind, ergab nur geringe Rückkehrabsicht bei jungen Einwohnern.

Dabei fiel bereits die Beteiligung der befragten Altersgruppe zwischen 10 und 29 Jahren sehr gering aus. Von den 13.000 nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Haushalten, gaben lediglich 5.100 gültige Antworten.

Diese sprechen dafür jedoch eine deutliche Sprache.

Während bei Einwohnern ab 30 Jahren die Rückkehrbereitschaft über 60 Prozent betrug, lag sie bei der Altersgruppe der aktuellen Umfrage unter 50 Prozent.

Auch die Hoffnung, eines Tages wieder in ihren Heimatorten arbeiten zu können, wird von weniger als 40 Prozent der jungen Befragten geteilt.

Als Reaktion auf die Umfrageergebnisse, will der verantwortliche Ausschuss der Wiederaufbaubehörde, noch in diesem Sommer mit dem Entwurf von Vorschlägen für die Zukunft der 12 Gemeinden beginnen.

Die Verwaltungen der Ortschaften sehen die Rückkehr der evakuierten Einwohner als wichtige Grundlage für den Wiederaufbau der Region an.

Insgesamt sind 77.600 Haushalte in der 12 Gemeinden (Tamura, Minamisoma, Kawamata, Naraha, Tomioka, Hirono, Okuma, Futaba Namie, Kawauchi, Katsurao und Iitate) immer noch von den Strahlungsfolgen der Kraftwerkskatastrophe betroffen. Über die Umfrage berichtete die jiji.

Keine weiteren Auffälligkeiten am AKW-Hafen: Die Messungen der vergangenen Tage ergaben in Proben aus dem Abwasserkanal K, keine nennenswerten Abweichungen.

In Folge des Austritts von radioaktivem Abwasser durch einen beschädigten Leitungsschlauch, war das Wasser durch den Kanal in den Hafen der Kraftwerksanlage geflossen.

Nach dem Strahlungsrekord im Hafenbecken, der nach dem Wasserleck aufgetreten war, zeigen auch die dortigen Werte keine deutlichen Schwankungen auf.

Dennoch werde man die Entwicklungen weiter beobachten, versicherte Kraftwerksbetreiber TEPCO in seiner aktuellen Meldung.

Den letzten Erkenntnissen zufolge, waren schlechte Informationspolitik und nicht fachgerechter Umgang mit dem Kunststoffschlauch die Ursachen für das Leck.

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