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Fukushima aktuell: Geringes Interesse an Olympia-PR

Olympische Spiele 2020 werden nicht als Chance für den Wiederaufbau gesehen

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Artikelbild - Blick auf die Stadt Fukushima im Jahr 2005 (Foto: pd)
Bürger der Stadt Fukushima diskutieren und protestieren (Symbolfoto: pd)

Wie sehr die Folgen des Tohoku-Erdbebens die Präfektur Fukushima heute noch genau so beschäftigen, wie es in den Nachbarpräfekturen der Fall ist, zeigt die Reaktion auf die Pläne der Regierung, die Olympischen Spiele 2020 mit dem Wiederaufbau zu verbinden.

Weitere Fukushima News betreffen unter anderem den Einsatz von Drohnen im Bau von Zwischenlagern. Details zu diesen Meldungen gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. November 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Region Tohoku mit wenig Interesse an Olympia-PR
  • Drohnen sollen Zwischenlagerbau erleichtern
  • Präfekturgouverneur besucht AKW Fukushima Daiichi
Region Tohoku mit wenig Interesse an Olympia-PR

Trotz des Umstands, dass die Regierung in Tokyo den Wiederaufbau der Region Tohoku zum Thema der Olympischen Spiele 2020 gemacht hat, sind die Gemeinden kaum an einem damit verbundenen Austauschprogramm und PR interessiert.

Eigentlich sollten die Gemeinden sich darum bewerben, Sportler, Katastrophenhelfer und Spender von Hilfsgütern einzuladen, um so internationale Kontakte herzustellen und einen Eindruck vom Wiederaufbau vor Ort bieten zu können.

Doch genau hier liegt das Problem – die Mehrzahl der Gemeinden ist einfach zu sehr mit dem Wiederaufbau beschäftigt und leidet teilweise an Arbeitskräftemangel, so dass keine Gedanken an olympische PR-Veranstaltungen verschwendet werden.

Somit haben sich bislang lediglich 11 der insgesamt 127 Städte und Gemeinden um eine Teilnahme am so genannten „Arigato“-Gastgeberprogramm beworben – teilweise sogar erst auf Druck der Regierung.

Die Regierungsvertreter sind so verzweifelt, dass sie die Bewerbungsfrist für die Gemeinden verlängert haben, in der Hoffnung, doch noch Teilnehmer ins Boot zu bekommen. Ob dies Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten.

Das berichtete die Asahi Shimbun und beruft sich auf eine ungenannte Quelle aus Regierungskreisen, die davon gesprochen habe, die Verbindung der Wiederaufbau-Förderung mit den Olympischen Spielen 2020 sei unsinnig.

Hintergrund

Die Regierung lässt das J-Village räumen – eine frühere Sportanlage, die seit dem Ausbruch der AKW-Krise als Stützpunkt für die Einsätze der Kraftwerksarbeiter diente. Jetzt soll die Anlage mit großem Aufwand wieder zur Trainingsstätte werden.

Angesichts der Fortschritte beim J-Village könnte eigentlich mit mehr Enthusiasmus gerechnet werden – doch dieser bleibt vorerst wohl aus. Echte Probleme wiegen nun einmal schwerer, als Publicity-Krisen.

Drohnen sollen Zwischenlagerbau erleichtern

Das Umweltministerium hat für ein Zwischenlager in der Präfektur Fukushima zu neuen technischen Maßnahmen gegriffen, um die Arbeiten vor Ort zu verbessern.

Durch die Verbindung einer kleinen Drohne mit einem GPS-System kann die Fläche, auf der die Anlage für Dekontaminationsabfälle entstehen soll, besser überblickt werden. So können etwa durch dreidimensionale Aufnahmen zusätzliche Erkenntnisse gewonnen werden.

Ziel des Projekts ist es, die Bauarbeiten effektiver durchführen zu können, was die Produktivität erhöht und für die Angestellten aufgrund der niedrigeren Arbeitszeit eine geringere Strahlungsbelastung bedeutet.

Die 3D-Daten ermöglichen es beispielsweise zu ermitteln, wo Aushubarbeiten unter Verwendung von schwerem Gerät besser durchzuführen sind.

Für das Umweltministerium ist dieses Drohnenprojekt eine wichtige Maßnahme, da man mit den Fortschritten beim Bau von Zwischenlagern unzufrieden ist. Jetzt hofft man, durch die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie effizienter zu werden.

Über die Drohnenpläne berichteten Präfekturmedien

Präfekturgouverneur besucht AKW Fukushima Daiichi

Masao Uchibori, Gouverneur der Präfektur Fukushima besuchte am heutigen Mittwoch das Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi. Es handelt sich um seinen dritten Besuch seit Beginn seiner Amtszeit.

Bei seinem aktuellen Besuch ging es dem Gouverneur vor allem darum, sich einen Eindruck von den Arbeiten an Reaktor 3 zu machen. Dort waren am Wochenende erste Bauteile zur Bergung von Brennelementen geliefert und  montiert worden.

Bei den Strukturen handelt es sich um die halbkugelförmige Deckenteil des Schutzmantels, sowie die Brennelemente-Wechselmaschine, die zur Bergung der 566 verbliebenen Brennelemente zum Einsatz kommen wird.

Dass die Kraftwerksanlage trotz aller Fortschritte nach wie vor alles andere als ungefährlich ist. So wurde der Aufenthalt im Obergeschoss aufgrund einer Strahlung von 500 Mikrosievert pro Stunde auf fünf Minuten beschränkt.

Über den Besuch berichtete neben Präfekturmedien auch der Kraftwerksbetreiber TEPCO, der das Ereignisse mit Bildaufnahmen dokumentierte.