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Fukushima aktuell: Gerüstarbeiten an Reaktor 1 erfolgreich

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 1: Entfernung des letzten Stahlträgers im Oberbereich des Gebäudes, 11. Mai 2017 (Foto: Copyright by TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Entfernung des letzten Stahlträgers im Oberbereich des Gebäudes, 11. Mai 2017 (Foto: Copyright by TEPCO)

Berichte über Fortschritte bei Arbeiten dürften den Betreiber des AKW Fukushima heute deutlich angenehmer sein, als in den aktuellen Fukushima News auch noch ein Wasserleck melden zu müssen.

Unterdessen wird mehr über den Dekontaminationsbetrug bekannt, über den wir gestern berichteten. Die Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 12. Mai 2017.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Entfernung des oberen Stahlgerüsts an Reaktor 1 erfolgreich
  • Reaktionen und Hintergründe zum Dekontaminationsbetrug
  • Wasserleck an Pumpe des Multinuklid-Filtersystems
Entfernung des oberen Stahlgerüsts an Reaktor 1 erfolgreich

Gestern wurde in etwa einstündiger Arbeit der letzte Metallträger des Schutzmantels am oberen Bereich von Reaktor 1 erfolgreich entfernt. Die Arbeiten fanden zwischen 8:00 Uhr und 8:59 Uhr statt. Nach Angaben von TEPCO gab es keine Zwischenfälle.

Auch die Strahlungsmessposten vor Ort wiesen keinen Anstieg der dortigen Umgebungsradioaktivität nach, so dass keine Arbeiter erhöhter Belastung ausgesetzt wurden.

Die Entfernung der Konstruktion erleichtert die künftige Durchführung von Räumarbeiten und die Errichtung eines Krangerüsts zur Bergung geschmolzener Brennelemente aus dem Inneren des Gebäudes. Über die Maßnahme berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Reaktionen und Hintergründe zum Dekontaminationsbetrug

Der Skandal um vorgetäuschte Dekontamination von Bambuswäldern in Fukushima soll Konsequenzen haben und Strategien zur Verhinderung ähnlicher Betrugsfälle erarbeitet werden. Unterdessen wurden weitere Details veröffentlicht.

Auf einer Pressekonferenz erklärte die Stadtverwaltung, man wolle das Kontrollsystem verbessern, allerdings sei es oft schwierig, derartige Manipulationen zu durchschauen. Ein genauer Blick auf vorsätzlich nachbearbeitete Fotos helfe dabei nicht.

Man vergebe die Aufträge in gutem Glauben an die Unternehmen und habe auf beidseitiges Vertrauen gesetzt. Theoretisch wären auch diese Vertragspartner für die Beaufsichtigung ihrer Subunternehmen verantwortlich.

Eine Person mit Erfahrungen bei Dekontaminationsarbeiten in der Präfektur erklärte jedoch, in der Realität sei dies praktisch nie der Fall und Beschwerden würden zur Bearbeitung an das Subunternehmen durchgereicht.

Im Rahmen seiner Tätigkeit als Aufsichtsperson habe ein Angestellter der Stadt einen der Orte vor und nach der vorgeblichen Dekontamination untersucht. Da es jedoch nur darum ging, die Strahlungsdosis zu erfassen, wurde der Standort nicht visuell genauer inspiziert.

Jetzt sollen Strategien für bessere Kontrollen ausgearbeitet werden

Neue Informationen zum damaligen Vorgehen

Die im Rahmen der falschen Berichte mehrfach genutzten Fotos wurden nicht nur aus unterschiedlichen Blickwinkeln aufgenommen, um jeweils einen neuen Ort vorzutäuschen, sondern auch digital nachbearbeitet, um die Illusion Perfekt zu machen..

An das dreiteilige Joint-Venture, das dem betrügerischen Subunternehmen übergeordnet war, wurden  für die Dekontaminationsarbeiten auf 185.500 Quadratmetern Gesamtfläche etwa 626,6 Millionen Yen gezahlt.

Nachdem es im November 2016 einen Hinweis auf den Betrug gegeben hatte, wurden 2.550 Quadratmeter an Bambuswald untersucht – um schließlich feststellen zu müssen, dass dort überhaupt keine Arbeiten durchgeführt worden waren.

Das bereits aufgelöste Subunternehmen ist somit einen Schaden von mehr als zehn Millionen Yen verantwortlich. Eines der drei Bauunternehmen gab an, man habe nichts von dem kriminellen Vorgehen bewusst und wolle nun mit der Stadt über Rückzahlungen sprechen.

Über Hintergründe und Entwicklungen berichteten Präfekturmedien

Wasserleck an Pumpe des Multinuklid-Filtersystems

Angestellte eines Partnerunternehmens entdeckten bei Arbeiten auf dem Gelände des AKW Fukushima Daiichi heute gegen 19:35 Uhr (Ortszeit) herabtropfendes Wasser an der Unterseite einer der Wasserpumpen.

Nach Angaben von TEPCO verblieb das Wasser innerhalb der Betonbarriere um das Gerät und gelangte nicht in die Umwelt. Als Vorsichtsmaßnahme wurde die Pumpe gegen 19:44 Uhr gestoppt und genauere Untersuchungen durchgeführt.,

Die ergaben, dass dieser Wasseraustritt noch geringer war, als bei ähnlichen Vorfällen, wie sie bereits in der Vergangenheit aufgetreten waren.

Demnach betrug die betroffene Fläche lediglich 10cm x 10cm und die ausgetrene Wassermenge wird mit zehn Kubikzentimtern angegeben.

Nachdem um 20:23 Uhr ein Ende des Heraustropfens festgestellt wurde, konnte gegen 21:05 Uhr die erfolgreiche Entfernung des Wassers festgestellt werden. Lediglich als Sicherheitsmaßnahme wurde die Stelle mit Vinylabdichtung versehen.

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