Fukushima aktuell: Gouverneur fordert Aufklärung der Kernschmelzen-Vertuschung

Fukushima aktuell: Gouverneur fordert Aufklärung der Kernschmelzen-Vertuschung

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Artikelbild - AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)
Der Neustart des AKW Kashiwazaki-Kariwa hängt von der Fukushima-Untersuchung ab (Foto: TEPCO)

Wie die aus Fukushima heute gemeldeten Neuigkeiten zeigen, läuft die Woche für TEPCO mit Unannehmlichkeiten an. Der Boykott schneller Neustartpläne, die Zulassung einer Klage und die unklaren Erfolgsaussichten eines Antrags dürften dem Unternehmen wenig Freude bereiten.

Die Details der Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. Oktober 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Neuer Gouverneur von Niigata fordert Aufklärung der Fukushima-Krise
  • TEPCO beantragt Gefrierungserlaubnis für Landseite des Eiswalls
  • Suizid-Klage gegen TEPCO zugelassen
Neuer Gouverneur von Niigata fordert Aufklärung der Fukushima-Krise

Die Wahl von Ryuichi Yoneyama, der am Sonntag zum neuen Gouverneur der Präfektur Niigata ernannt wurde, ist für TEPCO gleich mit mehreren Problemen verbunden.

So steht Yoneyama dem Neustart des AKW Kashiwazaki-Kariwa in seiner Präfektur kritisch gegenüber und lehnt eine Genehmigung ab, so lange die Sicherheit der Einwohner nicht gewährleistet sei. Damit torpediert er den bisherigen Zeitplan des Betreibers.

Außerdem fordert der neue Gouverneur eine vollständige Aufklärung aller Fragen, die im Bezug auf das Krisenmanagement der Fukushima-Katastrophe noch im Raum stehen – insbesondere der vorsätzlichen Verschleierungsversuche der Kernschmelzen.

Bevor die Aufarbeitung der Ereignisse vom März 2011 nicht erfolge, werde er keine Zustimmung zu Reaktorneustarts in seiner Präfektur geben. Yoneyama ist bereit, gemeinsam mit TEPCO einen Untersuchungsausschuss zu organisieren.

Ob bei Erfüllung seiner Bedingungen tatsächlich eine Neustartgenehmigung für die Anlage von Kashiwazaki-Kariwa erfolgen könnte, ließ der Gouverneur offen. Dies sei zumindest nicht auszuschließen.

Mit dieser atomkraftkritischen Haltung stellt sich Yoneyama auch gegen den Kurs der Regierung in Tokyo. Sie fordert einen Neustart der Reaktoren. Industrieminister Hiroshige Seko deutete an, entsprechende Überzeugungsversuche unternehmen zu wollen.

Über die ablehnende Position von Yoneyama berichteten Mainichi Shimbun, jiji, NHK, sowie Präfekturmedien.

TEPCO beantragt Gefrierungserlaubnis für Landseite des Eiswalls

Nach der Bekanntgabe der vollständigen Gefrierung der Küstenseite des Eiswalls, reichte der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi am gestrigen Montag bei der Atomaufsichtsbehörde NRA einen Antrag auf Ausweitung der Gefrierungsmaßnahmen ein.

Dabei geht es zunächst um eines der sieben noch nicht gefrorenen Teilstücke auf der Landseite des unterirdisch verlegten Kühlsystems, dessen Bodengefrierung die Vermischung radioaktiver Reaktor-Abwässer mit Grundwasser verhindern soll.

Ob die NRA dem Antrag statt geben wird ist jedoch noch unklar, denn die Behörde hatte erklärt, man müsse sich zunächst von der Effektivität der Maßnahme auf der Küstenseite überzeugen. Bislang bleibt TEPCO solch einen Wirksamkeitsnachweis jedoch schuldig.

Über den umstrittenen Antrag des Elektrizitätsunternehmens berichteten Präfekturmedien.

Suizid-Klage gegen TEPCO zugelassen

Die eingereichte Klage wegen des Suizids einer Frau aus Iitate wurde gestern einem Gericht in Fukushima akzeptiert. Jetzt hoffen die Angehörigen einer 80 Jahre alten Frau, die sich im März 2013 das Leben genommen hatte, auf eine Entschädigung durch den AKW-Betreiber.

Nach Darstellung der Anklage habe die Frau nach der Evakuierung im Juni 2011 psychische Probleme entwickelt und davon gesprochen, bald zu ihrem verstorbenen Ehemann gehen zu wollen, bevor sie sich das Leben nahm.

Das Betreiberunternehmen TEPCO wollte sich zunächst nicht äußern, da die Einzelheiten der Anklage noch nicht vorliegen würden, erklärte aber, die Angelegenheit mit dem gebührenden Ernst behandeln zu wollen. Das berichten Präfekturmedien

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