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Fukushima aktuell: Grenzwerte für AKW-Arbeiter sollen geprüft werden

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Artikelbild AKW Fukushima: Arbeiter in einem Ruheraum im Juni/Juli 2011 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Arbeiter: Bislang wenig Zusagen für Gesundheits-Checks (Symbolfoto: TEPCO)

Die Strahlungsbelastungen für Beschäftigte, ist im Zusammenhang mit dem AKW Fukushima heute ebenso Thema, wie ein Wasserleck und Untersuchungen im Bereich von Reaktor 3. Die Details zu den Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. Juli 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Diskussion um neue Grenzwerte für AKW-Arbeiter
  • Schadensuntersuchung an Gebäude von Reaktor 3
  • Leck an Abklingbecken-Reinigungssystem entdeckt

Diskussion um neue Grenzwerte für AKW-Arbeiter: Bei einem gestrigen Treffen mit Vertreten eines Zentrums für Arbeitsschutz, erklärten Verantwortliche der Atomaufsichtsbehörde NRA, die bisherigen gesetzlichen Grenzwertregelungen für Kraftwerksarbeiter prüfen zu wollen.

Das Zentrum für Arbeitsschutz und Gesundheit hatte erklärt, neben einer Gesetzesänderung, sei auch die bessere Information von Arbeitern über mögliche Gesundheitsschäden erforderlich. Bessere Grenzwerte und Gefahrenkenntnis seien gerade bei einer Notfallsituation an einem Kernkraftwerk entscheidend.

Die NRA reagierte auf die Forderungen und kündigte an, die Angelegenheit mit den zuständigen Ministerien und Behörden besprechen zu wollen. Es ist das erste mal, dass die Atomaufsicht diese Forderung einer externen Organisation aufgreift.

Die NRA teilt die Ansicht, dass an Kernkraftwerken beschäftigte Personen die Möglichkeit haben müssen, über die mögliche Maximalbelastung nachzudenken und so eine Entscheidung treffen zu können, ob diese Arbeit für sie akzeptabel ist. In der Vergangenheit hatte die Fukushima-Krise zu Grenzwertänderungen geführt.

Vier Tage nach der Katastrophe am AKW Fukuishima Daiichi, war der zulässige Grenzwert für Arbeiter auf der Anlage auf 250 Millisievert erhöht worden, um den besonderen Umständen dort Rechnung zu tragen. Mit dem zuvor geltenden Wert wären zu diesem Zeitpunkt keine effektiven Arbeiten möglich gewesen. Dieser erhöhte Notfallgrenzwert blieb neun Monate lang in Kraft.

Die gegenwärtige gesetzliche Regelung sieht eine zulässige Gesamtbelastung von 100 Millisievert vor. Diese Vorgabe könnte künftig gesenkt werden, sollten die jetzt gestellten Forderungen berücksichtigt werden. Über die Reaktion der NRA auf die Forderungen berichtete die NHK.

Schadensuntersuchung an Gebäude von Reaktor 3: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO heute mitteilte, wurde am Dienstag eine visuelle Inspektion des nordwestlichen, zusammengestürzten Gebäudeteils durchgeführt.

AKW Fukushima: Schadensaufnahme vom 8. Juli 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Schadensaufnahme vom 8. Juli 2014 (Foto: TEPCO)

Das für die Aufnahmen in oberen Bereichen notwendigen Gerät wurde von einem Kran herabgelassen. Neben der Kamera befanden sich auch LEDs an dem Gerät, so dass auch dunklere Bereiche ausgeleuchtet werden konnten. TEPCO veröffentlichte zwei Aufnahmen, auf denen vor allem die dortigen Trümmer zu sehen sind.

Die Erkenntnisse aus der Inspektion, sollen nach Angaben von TEPCO für künftige Arbeiten genutzt werden. So kann etwa durch die Beseitigung von Trümmern, auch eine erste Reduzierung der Strahlungsdosis erreicht und der Platz für weitere Arbeitseinsätze geschaffen werden.

Gegenwärtig werden am Gebäude von Reaktor 3 mehrere Maßnahmen, etwa zur Dekontamination, durchgeführt. Auch dort ist für die Zukunft die Bergung von Brennelementen geplant, was den Bau eines geeigneten Gerüsts und Schutzmantels voraussetzt.

Leck an Abklingbecken-Reinigungssystem entdeckt: Am heutigen Freitag entdeckte ein Angestellter gegen 15:30 Uhr, dass an einem Ventil, in der Nähe des Reinigungssystems für die Kühlung des Abklingbeckens von Reaktor 6, Wasser ausgetreten war. Das Reinigungssystem dient dazu, Fremdstoffe aus dem Kühlwasser zu entfernen.

Das Wasser breitete sich auf einer Fläche von 1 x 0,5 Metern aus. Eine Untersuchung ergab, dass sich die Wasserlache nicht weiter ausbreitete, so dass nach Einschätzung von TEPCO kein Wasseraustritt mehr stattfindet. Eine dauerhafte Störung des Kühlsystems gab es durch den Zwischenfall nicht.

Aufgrund von Arbeiten ist das Kühlsystem des Abklingbeckens bereits seit 10:18 Uhr abgeschaltet. Da die Temperatur zum Zeitpunkt der Abschaltung bei 24 Grad  Celsius lag, hat das Unternehmen nun einen Zeitrahmen von fünf Tagen, um die Arbeiten durchzuführen. TEPCO geht davon aus, dass die Arbeiten lediglich sieben Stunden dauern werden.

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