Fukushima aktuell: Große Probleme bei der Seniorenbetreuung

Fukushima aktuell: Große Probleme bei der Seniorenbetreuung

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Artikelbild - Rollstuhl (Foto: pd)
Region Tohoku: Seniorenbetreuung auch in Fukushima weiterhin problematisch (Foto: pd)

Dass insbesondere Senioren zu den Rückkehrwilligen gehören, ist in der Präfektur Fukushima heute, fünf Jahre nach der Katastrophe, immer noch ein Problem, mit dem sich unsere Fukushima News befassen.

Weitere Themen die aus Japan aktuell gemeldet werden, betreffen Gespräche über die wirtschaftliche Zukunft, sowie Strahlungswerte. Die Details gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 29. März 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Seniorenbetreuung bleibt großes Problem
  • Strahlungskollektivdosis seit AKW-Krise höher
  • Frühlingstreffen der Atomenergiegesellschaft

Seniorenbetreuung bleibt großes Problem: Der Betrieb von Altenheimen und Einrichtung zur Pflege von Senioren bleibt auch fünf Jahre nach den Tohoku-Katastrophen ein Problem. Lediglich der Schwerpunkt hat sich dabei etwas verlagert.

Die Präfektur Iwate schließt lediglich ein Heim und dort sind seit letztem März die verbleibenden 34 Einrichtungen in Betrieb. In Miyagi haben 196 der 198 betroffenen Pflegeheime ihre Arbeit wieder aufgenommen, wenn auch teilweise in Übergangseinrichtungen.

Die Aussichten in der Präfektur Fukushima sind weniger rosig.

Dort sind lediglich 23 der insgesamt 34 Senioreneinrichtungen wieder im Regelbetrieb. Sechs weitere arbeiten behelfsweise in Übergangshäusern, während das Schicksal der letzten fünf Einrichtungen in der Sperrzone voerst ungeklärt bleibt.

Alle drei Katastrophenpräfekturen haben in den Altenpflegeheimen jedoch ein gemeinsames Problem – den akuten Mangel an Arbeitskräften. Grund dafür ist nicht nur der schlechte Ruf der Pflegeberufe, anstrengend und unterbezahlt zu sein.

Viele junge Einwohner flohen im Zuge der AKW-Katastrophe in andere Landesteile und haben sich dort neue Existenzen aufgebaut. Diese Arbeitskräfte, insbesondere junge Frauen, die zuvor einen wesentlichen Teil der Pflegeberufe ausmachten, fehlen nun.

So haben drei der insgesamt zehn wieder eröffneten Heime in Minamisoma ihre Aufnahmezahlen wegen Personalmangels beschränkt.

Nachdem der Evakuierungsstatus von Kawauchi größtenteils aufgehoben wurde, kehren dort vor allem ältere Menschen zurück, so dass auch das dortige Heim personell unterbesetzt ist – auf 30 Bewerber für einen Pflegeplatz kommen 24 Arbeitskräfte.

Die Verwaltungen aller drei Präfekturen versuchen nun im Rahmen von Projekten die Arbeit in den Pflegeheimen attraktiver zu machen. Ein Ende dieser Problematik ist bislang nicht in Sicht. Über den aktuellen Stand vom Februar diesen Jahres berichtete die jiji.

Strahlungskollektivdosis seit AKW-Krise höher: Fünf Jahre nach der Kraftwerkskatastrophe ist die so genannte Kollektivdosis bei Arbeitern die sowohl vor, als auch nach der Katastrophe dort arbeiteten, um das Sechsfache höher, als in den fünf Jahren vor den Ereignissen.

Als Kollektivdosis bezeichnet man die Gesamtzahl, die sich durch die Addition der Strahlungsbelastung aller Personen einer Gruppe errechnet. Man bezeichnet die dabei verwendete Maßeinheit als „Personen-Sievert“

Demnach stieg der Wert von 91 Personen-Sievert fünf Jahre vor der Katastrophe auf 590 Personen-Sievert (Stand Ende Januar 2016).

Als Ursache wird die große Freisetzung von radioaktivem Material im Zuge der Fukushima-Katastrophe genannt. Über diese Zahlen berichteten Präfekturmedien.

Frühlingstreffen der Atomenergiegesellschaft: Am Samstag begann das jährliche Frühlingstreffen der japanischen Atomenergiegesellschaft JAES in Sendai. Wichtiges Thema ist die Frage, wie der Wiederaufbau in Fukushima gefördert werden kann.

In einem Bericht zur AKW-Katastrophe war ein Untersuchungsausschuss zu dem Schluss gekommen, die Verantwortung für den Wiederaufbau der Gebiete liege bei der Gesellschaft. Daher sollen Experten verschiedene Anregungen vorbringen.

Drei Experten wurden als Rednern eingeladen und sprachen über die Auswirkungen auf Landwirtschaft und Gesundheitssystem. So dauere es, bis die niedrigen Lebensmittelpreise wieder ein normales Niveau erreichen.

Das Gesundheitssystem wiederum sei durch die Evakuierungen und den Zusammenbruch medizinischer Versorgung im Zuge der Kraftwerkskatastrophe deutlich stärker belastet worden, als durch Strahlungsfolgen. Hier müsse aus den Erfahrungen gelernt werden.

Ein drittes Problem dass auf der Tagesordnung stand, sind die Auswirkungen von Gerüchten, Vorurteilen und Missverständnissen. Auch wenn es diesbezüglich eine wirtschaftliche Erholung gäbe, seien die Folgen immer noch vorhanden.

Man kam zu dem Schluss, dass nicht nur die JAEA enger mit anderen Stellen und Verwaltungen zusammenarbeiten müsse, wenn man einen Wiederaufbau erzielen will. Über das Treffen, das am gestrigen Montag endete, berichteten Präfekturmedien.

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