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Fukushima aktuell: Großer Arbeitseinsatz am AKW

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Artikelbild: J-Village vor Abfahrt des Busses am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Strengere Auswahl von AKW-Arbeitern in Japan geplant (Symbolfoto: TEPCO)

Während die am AKW Fukushima heute durchgeführten Arbeiten aufgrund eines schweren Kraftwerksunfalls erforderlich geworden sind, wird an anderer Stelle ein Reaktortyp als sicherer beworben. Diese Meldungen, sowie weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. Juli 2014.

Unsere heutigen Meldungen:

  • Kühlung an Reaktor-Abklingbecken wiederhergestellt
  • ALPS-Einheit wegen Filterwechsel gestoppt
  • Neunte Grundwasserverklappung durchgeführt
  • Technologieminister befürwortet neuen AKW-Reaktortyp
  • Verzögerung bei Sicherheitsbericht für AKW Sendai erwartet

Kühlung an Reaktor-Abklingbecken wiederhergestellt: Am Sonntag meldete der Kraftwerksbetreiber TEPCO  die Abschaltung der Kühlung des  Abklingbeckens von Reaktor 5, aufgrund eines Ventilschadens.

Nicht nur Fukushima-Reaktor 5 droht das aus (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 5 am 15. September 2011 (Foto: TEPCO)

Das Unternehmen hatte mitgeteilt, man verfüge über einen Zeitrahmen von neuen Tagen, bis der Temperaturgrenzwert überschritten werde.

Wie TEPCO jetzt aktuell bekannt gab, läuft das Kühlsystem des Abklingbeckens wieder. Die Kühlung war damit lediglich zwei Tage außer Betrieb.

Ob die Reparaturarbeiten tatsächlich vollumfänglich abgeschlossen wurden, oder die provisorische Leckabdichtung als ausreichend für einen sicheren Weiterbetrieb eingeschätzt wurde, ist jedoch nicht nicht bekannt. Über den Neustart der Kühlung berichtete die NHK.

ALPS-Einheit wegen Filterwechsel gestoppt: Nach monatelangen Pannen, sind seit Ende Juni alle drei ALPS-Einheiten wieder im Einsatz. Bereits damals war jedoch angekündigt worden, zwei Einheiten vorübergehend wieder anzuhalten, um an Verbindungsrohren entstandenen Korrosion zu entfernen und Arbeiten durchzuführen.

Am heutigen Dienstag wurde die ALPS-Einheit A um 13:39 Uhr gestoppt. Die Arbeiten und damit der Stopp von Einheit B sind für Ende diesen Monats geplant. Wie TEPCO versichert, traten bei den heutigen Arbeiten keine Lecks oder Zwischenfälle auf.

Neunte Grundwasserverklappung durchgeführt: Die bislang neunte Einleitung von Grundwasser in den Pazifik wurdem heute um 10:30 Uhr begonnen.

AKW Fukushima: Beaufsichtigung der Grundwasserumleitung durch die METI am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Beaufsichtigte Grundwasserumleitung am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)

Im Rahmen der Arbeiten wird aus den Bergen stammendes Grundwasser umgeleitet und in Sondertanks untersucht, bevor es kontrolliert verklappt wird.

Eine tatsächliche Effektivität der Grundwasserumleitung ist bislang unbelegt. Die heutige Maßnahme wurde nach Angaben von TEPCO um 17:26 Uhr ohne Zwischenfälle abgeschlossen.

Die Gesamtmenge an verklapptem Wasser beläuft sich auf 1.725 Tonnen. Es sei zuvor ordnungsgemäß auf mögliche Kontamination geprüft worden.

Technologieminister befürwortet neuen AKW-Reaktortyp: Nachdem die Regierung Abe die Pläne für einen schnellen Atomausstieg beendet hat, wird nicht nur an alternativen Formen der Energieerzeugung geforscht, sondern auch die Verbesserung der Nukleartechnik wird vorangetrieben.

Hirofumi Shimomura - Minister für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT) im  Oktober 2013 (Foto: pd)
Technologieminister Shimomura befürwortet neue Reaktoren (Foto: pd)

Hakubun Shimomura, Minister für Wissenschaft und Technologie, besichtigte am gestrigen Montag einen Testreaktor der Japanischen Atomenergiebehörde (JAEA). Die Anlage in der Präfektur Ibaraki umfasst auch einen gasgekühlten Hochtemperaturreaktor.

Dieser Reaktortyp sei weniger anfällig für Kernschmelzen oder Wasserstoffexplosionen, da sie im Gegensatz zu diesen Modellen nicht metallummantelte Brennelemente und Wasserkühlung nutzen, sondern auf Helium als Kühlmittel setzen und die Brennelemente mit einem Keramikmantel umgeben werden. Dies führe zu einer höheren Hitzeresistenz.

Nachdem die Regierung bereits im April entschieden hatte, die Entwicklung dieses Reaktortyps zu unterstützen, erklärte Minister Shiomura nach seinem Besuch gegenüber der Presse auch folgerichtig, sein Ministerium wolle Japans Technologien effektiv nutzen und daher die Entwicklung dieser Reaktoren fördern.

Verzögerung bei Sicherheitsbericht für AKW Sendai erwartet: Obwohl der Betreiber Kyushu Electric trotz einer entsprechenden Anordnung im September 2012, bislang keine externe Kontrollzentrale für Notfälle am AKW Sendai (Präf. Kagoshima) eingerichtet hat, wurde auf einen Neustart spekuliert.

Nach Angaben der Präfekturleitung wurde der Bau durch Diskussionen mit der Reagierung in Tokyo verzögert. Die strahlungsgeschützte Notfallkontrollzentrale muss gemäß den Vorgabenn in einem Umkreis von 30 Kilometern eingerichtet werden. Auch Notfallgeräte wie etwa zusätzliche Generatoren fehlen vor Ort noch.

Die Frist für die Arbeiten läuft bis September 2015. Die Präfektur gab  bereits jetzt an, mindestens bis Oktober zu benötigen. Trotz dieser besonderen Umstände war bereits für den morgigen Mittwoch die Vorlage eines ersten Ergebnisberichts der Sicherheitskontrollen durch die Atomaufsichtsbehörde NRA geplant.

Diese mögliche Schritt wurde jetzt jedoch verschoben, berichtet die Kyodo unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Die NRA sei zu dem Schluss gelangt, weitere Maßnahmen durchführen zu müssen, um sicher sein zu können, dass die nachgebesserten Sicherheitsmaßnahmen gegen schwere Störfälle ausreichend sind.

Unterdessen konnten sich am heutigen Dienstag auch Journalisten einen Eindruck von den bereits getroffenen Schritten verschaffen. Auf Einladung des Betreibers konnten Schutzwände von Meerwasserpumpen, der Sturmschutz von Kühlmitteltanks vor herumfliegenden Objekten und der Bau des Schutzdamms besichtigt werden.

Verzögerungen bei der Umverlegung und zusätzlichen Sicherung von Notfallkontrollzenztralen gibt es auch an anderen Kernkraftwerken, deren Neustartzeitpunkt liegt jedoch hinter den Plänen für das AKW Sendai. Obwohl der Termin wegen gründlicher Prüfung nun verschoben wurde,  könnte die Anlage theoretisch immer noch im Herbst wieder hochgefahren werden.

Voraussetzung ist neben einem positiven Prüfungsbericht, auch die Zustimmung angrenzender Gemeinden. Über die Entwicklungen berichteten Kyodo und jiji, sowie Asahi Shimbun und NHK.

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