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Fukushima aktuell: Grundwasser führt zu Stopp am Eiswallprojekt

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Artikelbild - AKW Fukushima: Gefriereinheit des Eiswall-Projekts am 30. April 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Gefriereinheit des Eiswalls im April 2015 (Foto: TEPCO)

Die aus Japan aktuell gemeldeten technischen Probleme, sind als Folge der Katastrophe am AKW Fukushima heute ebenso Thema, wie die Entwicklungen innerhalb der Präfektur. Die Einzelheiten der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. August 2015.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Grundwasser führt zu Stopp am Eiswallprojekt
  • Klage wegen illegaler Entsorgung von Dekontaminationsabfällen
  • Obon in Fukushima
  • Forderung nach Freispruch für Anti-Atomkraft-Drohnenaktion

Grundwasser führt zu Stopp am Eiswallprojekt: Am gestrigen Donnerstag sah sich der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi dazu veranlasst, die südlich von Reaktor 4 laufenden Arbeiten am so genannten Eiswallprojekt zu unterbrechen.

Grund hierfür ist ein Abfall des Grundwasserpegels an einigen der unterirdisch verlegten Rohre des Kühlsystems. Nach Einschätzung des Betreiberunternehmens TEPCO besteht ein Zusammenhang mit Regenfällen.

Die Richtlinien schreiben einen zeitweisen Abbruch des Kühlbetriebs vor, wenn der Pegel an drei aufeinanderfolgenden Tagen um mehr als 15 Zentimetern gesunken bleibt.

Dies ist erforderlich, da die Gefrierung des Bodens eine Barriere gegen die radioaktiven Abwasser aus den Reaktoren bilden soll und der Gefrierungsgrad sonst nicht gewährleistet ist.

Am heutigen Freitag wurde dann an zwei weiteren Stellen die Zirkulation des chemischen Kühlmittels ebenfalls abgebrochen. TEPCO untersucht derzeit die genauen Umstände.

Die testweise Gefrierung als Grundwasserbarriere war im April angelaufen und hatte, nach anfänglichen Temperaturproblemen des Kühlkreislaufs schließlich Erfolge gezeigt.

Bereits am 3. Juni war auf der Westseite von Reaktor 1 ebenfalls eine Abweichung des Wasserstands aufgetreten und die Bodenfrostung dort abgebrochen worden.

Die Zwischenfälle hätten jedoch keinen Einfluss auf den Gesamtverlauf des Eiswallprojekts gehabt. Das berichten Präfekturmedien.

Die Grundwasserbarriere soll um die Reaktoren 1 bis 4 entstehen und die Vermischung von radioaktiv kontaminiertem Wasser aus den Untergeschossen der Gebäude mit dem Grundwasser der Anlage verhindern.

Dadurch soll die Gefahr einer Meereskontamination verringert und die anfallende Menge an Wasser, das wegen hohen Kontaminationsgrade in Lagertanks aufbewahrt und gefiltert werden muss, reduziert werden.

Klage wegen illegaler Entsorgung von Dekontaminationsabfällen: Im Fall der unerlaubten Entsorgung von kontaminiertem Material aus Dekontaminationsarbeiten hat die Statsanwaltschaft am Donnerstag Klage eingereicht.

Neben dem Zeitarbeiter, dem die illegale Abfallentsorgung im Januar diesen Jahres vorgeworfen wird, muss sich jedoch auch sein Vorgesetzter verantworten.

Das Unternehmen war als Teil eines Joint Ventures durch das Umweltministerium mit der Dekontamination beauftragt worden. Über die Klage berichtete Präfekturmedien.

Obon in Fukushima: Am Donnerstagabend begann in vielen Teilen Japans das buddhistische Totenfest Obon.

Um den Verstorbenen für die kommenden Tage den Weg zu ihren Hinterbliebenen zu weisen, werden Willkommensfeuer (kadobi oder mukaebi genannt) entzündet. Eine Alternative zu den offenen Flammen stellt die Bon-Laterne (bon chochin) dar.

Jedes Jahr kommt es zu großen Reiseschwemmen in Japan, wenn die Menschen der Tradition folgen, das Ahnengedenken in ihrem Heimatort zu begehen und die Gräber ihrer Vorfahren zu besuchen.

So nehmen sich auch Angestellte am AKW Fukushima Daiichi anlässlich des Obon einige freie Tage.

Eine Sondererlaubnis zur zeitweisen Rückkehr für die evakuierten Einwohner des jetzigen Sperrgebiets tritt während des Obon ebenfalls in Kraft.

Die landwirtschaftlichen Nutzflächen, die dort seit mehreren Generationen von Familien bestellt werden, sind nach der Flucht oftmals durch Wildschweine zerstört worden, ein Anblick, der Rückkehrer während dieser Zeit bekümmert.

Die Fischereikooperative Soma lies im Rahmen einer Schwimmlaternen-Zeremonie (ryutoe) für die Todesopfer der Tohoku-Katastrophen insgesamt 300 Papierlaternen zu Wasser.

In Gemeinden wie Minamisoma und Okuma besuchten Angehörige die Friedhöfe und vollzogen dort Totenriten. Allerdings müssen auch dabei zum Teil noch Schutzkleidung getragen werden.

Auch die ewige Ruhe der Verstorbenen ist durch die Kraftwerkskatastrophe gefährdet.

So soll etwa in Okuma ein Zwischenlager für Dekontaminationsabfälle entstehen, dessen Lage sich mit dem dortigen Friedhof überschneidet.

Keinen Grund zur Klage haben aber die Transportbetriebe. Betreiber auf Strecken wie der Tohoku-Shinkansen Schnellzuglinie, haben aufgrund der Preise und Auslastung während der Zeit des Obon entsprechende Einnahmen.

Über das Gedenken und die Aktivitäten während des Obon berichtete die Asahi Shimbun und Präfekturmedien.

Forderung nach Freispruch für Anti-Atomkraft-Drohnenaktion: Die Verteidigung hat im Fall der Drohnenaktion am Sitz des Premierministers für Freispruch plädiert.

Da die Drohne zwei Wochen unentdeckt auf dem Dach lag, habe die Aktion, anders als von der Anklage vorgeworfen, die Arbeit der Regierung nicht beeinträchtigt.

Zudem werde der Protest gegen die Nutzung der Kernkraft durch die Meinungsfreiheit gedeckt.

Die Motivation für die Drohnenaktion, bei der im April das ferngesteuerte Flugobjekt mit kontaminiertem Sand auf dem Dach landete, war zunächst unklar geblieben.

Der Angeklagte hatte sich selbst der Polizei gestellt und eingeräumt, die Drohne mit einem Radioaktivitäts-Warnsymbol, sowie kontaminiertem Material versehen zu haben.

Über die Forderung der Verteidigung berichteten mehrere japanische Medien, darunter die Yomiuri Shimbun.

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