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Fukushima aktuell: Harzversiegelung an Tankbarriere undicht

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Artikelbild - Tankbereich G4: Undichte Harzversiegelung am 12. Januar 2014 (Foto: TEPCO)
Lagertankbereich G4: Undichte Harzversiegelung am 12. Januar 2014 (Foto: TEPCO)

Das Wochenende begann mit einem Bericht über steigende Strahlung im Bereich der Lagertanks und die neue Woche beginnt am AWK Fukushima heute mit einer Meldung, die auf Abnutzungserscheinungen von Dichtungsmaterial schließen lässt. Anstiege von Messwerten begleiten ebenfalls den Wochenstart.

Weitere Fukushima News über Entwicklungen und Entdeckungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 13. Januar 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Harzversiegelung an Tankbarriere undicht
  • Hoher Tritiumanstieg an E1-Messposten
  • Fisch mit hoher Cäsiumbelastung vor Fukushima-Küste
  • Japanische Forscher wollen Hilfe durch ausländische Experten
  • Tohoku-Tsunami war Hauptursache für Brände
  • Aufgabe der Züge für Trümmerbeseitigung erfüllt

Harzversiegelung an Tankbarriere undicht: Am Sonntag entdeckte der Angestellte eines Partnerunternehmens bei einem Kontrollgang im Bereich G4 gegen 9:13 Uhr, dass sich ein Teil der Versiegelung eines Verbindungsstücks im unteren Bereich der Barriere um die Tanks gelöst hatte.

Fukushima-Wassertanks bleiben Thema für Diskussionen (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Tankbereiche mit neuen Problemen (Symbolfoto: TEPCO)

Im Vergleich zu einem Kontrollgang am Vortag um 16:00 Uhr, sank der Wasserstand innerhalb der Barriere von sieben auf drei Zentimeter. Die Menge an nun ausgetretenem Wasser wurde am Sonntag auf etwa 50 Kubikmeter geschätzt.

Die um 9:50 Uhr ermittelten Strahlungswerte ergaben, dass sowohl Cäsium-134 als auch Cäsium-137 unter dem offiziellen Nachweiswert lagen.

Bei Strontium-90 wurden 5,9 Becquerel pro Liter Wasser nachgewiesen. Die Gesamtmenge an Betastrahlung wird auf 62 Becquerel pro Liter beziffert.

Der Vergleichswert vom 26. Dezember 2013 betrug 2,7 Becquerel an Strontium.

Während um 9:48 Uhr mit dem Abpumpen des Wassers begonnen wurde, konnte keine Verringerung des Wasserstands in den Lagerbehältern des Bereichs nachgewiesen werden. Aufgrund dieses Umstands geht der Betreiber TEPCO davon aus, dass es sich um angesammeltes Regenwasser handelt.

Die beschädigte Versiegelung an einem Verbindungsstück wurde gegen 10:55 Uhr durch das Auftragen von Epoxidharz geschlossen. Heute bestätigte TEPCO, dass der Wasserstand von drei Zentimetern zum heutigen Montagmorgen um 9:34 Uhr unverändert sei. Daher wird das Leck nun als versiegelt eingestuft.

Hoher Tritiumanstieg an E1-Messposten: In Wasserproben, die am 11 Januar 2014 aus einem Grundwasserkontrollposten E-1 in der Nähe des Bereichs H4 entnommen worden waren, wurde eine Belastung in Höhe von 200.000 Becquerel pro Liter nachgewiesen. Der Wert vom Vortrag betrug 32.000 Becquerel pro Liter. Die übrigen Messwerte zeigten sich unverändert.

Fisch mit hoher Cäsiumbelastung vor Fukushima-Küste: Nach Angaben eines Forschungsinstituts, dass für die Fischereiforschungsbehörde tätig ist, wurde in einer Streifenbrasse, der am 17. November 2013 in der Nähe der Mündung des Flusses Niidagawa in Iwaki am gefangen wurde, eine Belastung von radioaktivem Cäsium in Höhe von 12.400 Becquerel pro Kilogramm festgestellt.

Diese Zahl überschreitet den zulässigen Grenzwert für Lebensmittel von 100 Becquerel pro Kilogramm um das 124-fache. Zwei weitere Fische lagen mit 426 und 197 Becquerel ebenfalls über dem Limit. Die übrigen 34 Brassen, die im Oktober und November 2013 für Forschungszwecke gefangen wurden, wiesen keine Belastungen oberhalb des Sicherheitswerts auf.

Da der Verkauf der Fischart aus diesen Gewässern derzeit eingeschränkt ist und auch die Fischer zum freiwilligen Verzicht auf Fang in den nördlichen Bereichen der Präfektur Ibaraki aufgefordert wurden, gelangten Exemplare nicht in den Handel. Das berichtete die Asahi Shimbun am Samstag.

Japanische Forscher wollen Hilfe durch ausländische Experten: Das im vergangenen Jahr in Japan gegründete Internationale Forschungsinstitut zur Stillung von Atomanlagen, will Beurteilungen und Ratschläge von drei ausländische Experten einholen. Zum Forschungsinstitut gehören sowohl Kraftwerksbetreiber, als auch Hersteller von Anlagen.

Zu den ausländischen Experten zählt nach Angaben der NHK auch Luis Echavari, Generaldirekter Atomenergiebehörde der OECD. Er erklärte, das Vorgehen müsse transparent ablaufen. Gegenwärtig sieht der Plan vor, frühestens 2020 mit der Bergung von Brennelementen aus den Reaktoren zu beginnen – eine Aufgabe die neuartige Technologien erforderlich machen wird.

Die künftigen Arbeiten werden durch den Umstand erschwert, dass kaum Informationen über den aktuellen Zustand innerhalb der Reaktoren vorliegen und welche Veränderungen an den Brennelementen durch die Kernschmelze dort eintraten.

Tohoku-Tsunami war Hauptursache für Brände: In einer ersten ausführlichen Analyse der 371 Brände die nach dem Tohoku-Erdbeben im März 2011 ausbrachen, kommt die Japan Association for Fire Science and Engineering zu dem Schluss, dass mit 159 Fällen mehr als 40 Prozent der Feuer durch den Tsunami ausgelöst wurden.

Tohoku-Erdbeben 2011: Brand in Tokyo (Foto: pd)
Tohoku-Erdbeben 2011: Brand in Tokyo (Foto: pd)

Bislang war aufgrund anderer Erdbeben zwar die Tatsache von Tsunami als Brandursache bekannt, sie waren jedoch eher als untypisch eingeschätzt worden.

Durch das Mitführen von GPS-Geräten während der Begutachtung der betroffenen Gebiete und dem Einsatz von Kartendiensten, konnte die Ausbreitung der Brände ermittelt und durch Befragung von Feuerwehrleuten und Einwohnern die einzelnen Brandursachen festgehalten werden.

Demnach brachen landesweit auf einer Strecke von 610 Kilometern insgesamt 159 Feuer aus, die sechs Präfekturen betrafen und allein in 12 Gemeinden der drei Katastrophenpräfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi insgesamt 78,4 Hektar an Wohngebieten betrafen.

Damit wurden die 64,2 Hektar des großen Hanshin-Erdbebens 1995 übertroffen.

35 Prozent (55 Brände) gehen auf Gebäude zurück, von denen 60 Prozent keine Holzhäuser waren, und weitere 31 Prozent (50 Brände) auf Fahrzeuge. Dabei kam es auch in höher gelegenen Wohngebieten zu Feuern, da sogar dort durch brennende Trümmer, die vom Tsunami angeschwemmt wurden, Brände ausbrachen.

Tatsächlich führte dies in zwei Fällen auch in mehrstöckigen Gebäuden, die als Tsunami-Evakuierung dienten, zu einer zweiten Flucht, als die brennenden Tsunami-Trümmer das Gebäude gefährdeten.
Die meisten Brände gab es in der Präfektur Miyagi (99 Feuer), gefolgt von Iwate (29), sowie Fukushima (12), Ibaraki (9) und jeweils fünf in Aomori und Chiba.

Die Wissenschaftler hoffen nun, durch die Daten die Katastrophenschutzmaßnahmen für das erwartete Nankai-Großbeben verbessern zu können. Über die neuen Erkenntnisse berichtete de Asahi Shimbun.

Aufgabe der Züge für Trümmerbeseitigung erfüllt: Der letzte der Züge, der seit 2012 fast täglich die angeschwemmten Trümmer und Überreste von Baustrukturen aus den Katastrophenpräfekturen transportiert hatten, beendete heute seine finale Fahrt.

Der Frachtzug mit Trümmern aus Rikuzentakata und Kamaishi (Präf. Iwate) erreichte am heutigen Morgen ein Frachtterminal im Tokyoter Bezirk Shinagawa. Die Transportbehälter wurden dann auf LKW umgeladen. Insgesamt hätten die Sonderzüge und normalen Frachtzüge etwa 184.000 Tonnen an Trümmern aus der Region Tohoku entsorgt.

Die Gesamtmenge der durch Erdbeben und Tsunami verursachten Trümmer wird auf 17 Millionen geschätzt. Bis zum 31. März 2014 will die Regierung das komplette Material aus den Präfekturen Iwate und Miyagi endgültig entsorgt haben. Für die Abfälle der Präfektur Fukushima, die etwa 2,5 Millionen Tonnen betragen, wird die Entsorgung schwierig bleiben.

Aufgrund der radioaktiven Belastung des Materials ist der Bau von Zwischenlagern erforderlich. Bislang gibt es jedoch von keiner Gemeinde eine hundertprozentige Zustimmung zur Errichtung einer solchen Anlage. Dennoch will die Regierung den Transport der verbliebenen Trümmer in Zwischenlager bis zum Ende des Fiskaljahres 2013 abgeschlossen haben.

Hierüber berichtete die jiji.

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