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Fukushima aktuell: Heraufpumpen von kontaminiertem Grundwasser begonnen

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Artikelbild - AKW Fukushima: Heraufpumpen von radioaktivem Grundwasser am 3. September 2015 begonnen (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Heraufpumpen von radioaktivem Grundwasser am 3. September 2015 begonnen (Foto: TEPCO)

Mit dem Start der Pumparbeiten wurde am AKW Fukushima heute der entscheidende Schritt für die künftige Verklappung bereits radioaktiver Abwässer getan.

Was dort in Japan aktuell geschieht, welche Pläne damit verfolgt werden und weitere Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. September 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Heraufpumpen von kontaminiertem Grundwasser begonnen
  • Das Problem der radioaktiven Abwässer
  • Kobalt-60 in Erdboden von Namie nachgewiesen

Heraufpumpen von kontaminiertem Grundwasser begonnen: Am heutigen Donnerstag begann der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi mit dem Heraufpumpen von radioaktiv kontaminiertem Grundwasser auf dem Kraftwerksgelände. Bereits vorab hatte es eine Ankündigung der Pumparbeiten durch das Unternehmen gegeben.

AKW Fukushima: Beobachtung der Grundwasser-Pumparbeiten am 3. September 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Beobachtung der Grundwasser-Pumparbeiten am 3. September 2015 (Foto: TEPCO)

Die Arbeiten begannen um 10:00 Uhr an 20 Grundwasserposten der Anlage. Das Wasser wurde über einen Zwischenbehälter in einen Sammeltank gepumpt.

Bis zum Nachmittag sollen 200 Tonnen heraufgepumpt werden. Wie das Unternehmen mitteilte, wurden bis 10:40 Uhr keine Auffälligkeiten beim Betrieb festgestellt.

Das Grundwasser stammt aus unterirdischen Entwässerungsleitungen, die jetzt als Messposten zur Probenentnahme (“subdrains”) genutzt werden.

Das Wasser wird dann Analysen und Filterungen unterzogen, um eine sichere Verklappung gewährleisten zu können. Dabei soll eine Reduktion der ursprünglichen Werte von radioaktivem Cäsium, Strontium und weiteren Betastrahlern auf ein Tausendstel bis Zehntausendstel erreicht werden.

Ausgenommen hiervon ist lediglich Tritium, für das noch keine effektive Filtertechnologie existiert, so dass man hier die Einhaltung von Grenzwerten beachten muss. Ein Datum für die erste Verklappung dieses Grundwassers steht noch nicht fest, jedoch wird noch innerhalb dieses Monats damit gerechnet.

TEPCO plant unterdessen Mitte des Monats 4.000 Tonnen bereits dekontaminiertes Grundwasser zu verklappen, das im vergangenen Jahr versuchsweise heraufgepumpt worden war. Es wäre die erste Einleitung von zuvor belastetem Grundwasser in den Pazifik überhaupt.

Sollten sich dabei keine Probleme ergeben, soll auch weiteres kontaminiertes Grundwasser heraufgepumpt, gefiltert und im offenen Meer entsorgt werden. Ziel der Maßnahme ist es, die täglich neu anfallende Menge von 300 Tonnen an kontaminiertem Wasser langfristig zu halbieren.

Der Fischereidachverband Fukushima hatte der Verklappung bereits kontaminierter Abwässer schließlich mit Vorbehalten zugestimmt.

Seit Mai 2014 war lediglich die Einleitung von noch unbelastetem Grundwasser aus den Bergen zulässig und wird seitdem in regelmäßigen Abständen durchgeführt. Über den Beginn der aktuellen Pumparbeiten berichteten neben dem Betreiberunternehmen TEPCO auch Kyodo, jiji und NHK.

Das Problem der radioaktiven Abwässer: Die Beseitigung radioaktiv belasteter Abwässer ist von besonderer Wichtigkeit für die Sicherheit der Anlage Fukushima Daiichi.

Das Grundwasser fließt unterirdisch auf das Gelände und wird dort durch die radioaktiven Abwässer aus den Untergeschossen der Reaktorgebäude stark kontaminiert. Das auf diese Weise belastete Wasser muss in Lagertanks abgepumpt und gefiltert werden.

Durch die täglich steigende Menge besteht ein kontinuierliches Risiko von Großlecks an den Lagerbehältern. Dabei könnte im schlimmsten Fall stark radioaktives Wasser in die Umwelt gelangen.

In der Vergangenheit war es durch die Verwendung von gebrauchten Bolzentanks bereits zu mehreren Großlecks gekommen. Auch die Gesundheit der AKW-Arbeiter wird durch strahlende Lagertanks gefährdet.

Neben der Verklappung gehört auch die Auffüllung wasserführender Kabelschächte mit Spezialzement und die Schaffung einer unterirdischen Grundwasserbarriere durch den so genannten „Eiswall“ zu den Maßnahmen zu Bekämpfung radioaktiver Abwässer.

Kobalt-60 in Erdboden von Namie nachgewiesen: Anlässlich eines Treffens in der Stadt Fukushima gab ein Komitee bekannt, in Bodenproben aus Kitakiyohashi, einem Bezirk der Stadt Namie, habe man radioaktives Kobalt-60 nachgewiesen.

Atomsymbol
Präfektur Fukushima: Radioaktives Kobalt im Boden nachgewiesen (Symbolbild: pd)

Nach Angaben der Präfektur ist es das erste mal, dass Kobalt dort nicht im küstennahen Meeresboden, sondern im Erdboden entdeckt wurde.

Bei der ersten, im Juni durchgeführten Untersuchung,  wurden 8,9 Becquerel nachgewiesen. Dieser Wert sei nicht gesundheitsgefährdend.

Bei weiteren Untersuchungen wurden im August 36 Becquerel pro Kilogramm Erdboden entdeckt. Allerdings sei diese Konzentration auf eine Fläche von 30 Zentimetern und eine Tiefe von zwei bis drei Zentimetern beschränkt gewesen.

Bereits ab fünf Zentimetern Bodentiefe habe man kein radioaktives Kobalt mehr nachweisen können. Über den Fund berichteten Präfekturmedien.

1 KOMMENTAR

  1. also alles beim Alten, gell? es liest sich immer so, als sei alles Null problemo. euch von tepco und der regierung darf man kein einziges Wort glauben schneken. aber denkt euch nix, bei uns ist es auch so.

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