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Fukushima aktuell: Neue Hinweise auf Lecks an zwei Reaktoren

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 2: Aufnahme von Rohren in der Kondensationskammer am 18. April 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Aufnahme von Rohren in der Kondensationskammer am 18. April 2012 (Foto: TEPCO)

TEPCO meldet den ersten Gewinn des Unternehmens in einem neunmonatigen Zeitraum, muss vom AKW Fukushima heute allerdings auch Angaben zu den teilweise ernüchternden Ergebnissen von Lecksuchen in den Reaktorgebäuden machen. Diese und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 31. Januar 2014.

Unsere Themen zum Wochenende.

  • Loch in Kondensationskammer von Reaktor 2 vermutet
  • Vermehrte Lecksuche an Fukushima-Reaktor 1
  • Anderer Transportbehälter für verbogene Brennelemente geplant
  • Maßnahme zur Entfernung von Strontium aus Grundwasser wird getestet
  • Letzte Trümmerladung auf LKW verladen

Loch in Kondensationskammer von Reaktor 2 vermutet: Wie der Kraftwerksbetreiber TEPCO am Donnerstagabend mitteilte, könnte die Kondensationskammer, die mit Reaktor 2 verbunden ist, ein über drei Zentimeter großes Loch aufweisen, aus dem stark radioaktives Wasser dringt.

Fukushima-Reaktor 2: Öffnung in den Torus der Kondensationskammer am 25. März 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Gebohrte Öffnung in den Torus der Kondensationskammer am 25. März 2013 (Foto: TEPCO)

Zu diesem Schluss kommt das Unternehmen aufgrund von Daten, die ein Roboter in diesem Monat in der Nähe der torusförmigen Kondensationskammer, am Boden des Sicherheitsbehälters erfasst hat.

Die dort ermittelten Informationen ließen auf einen Schaden schließen.

Der beschädigte Bereich könnte etwa acht bis neun Quadratzentimeter groß sein. Bei einem Loch sei mit einem Durchmesser zwischen 3,2 und 3,6 Zentimetern zu rechnen.

Nachdem im März 2011 das Einsetzen der Kernschmelzen in den Reaktoren 1 bis 3 befürchtet worden war, hatte das Unternehmen große Mengen an Meerwasser in die Reaktoren gepumpt.

Aufgrund von Schäden, deren genaue Position immer noch nicht ausgemacht ist, dringt das täglich eingespeiste Wasser des Kühlkreislaufs in andere Teile des Gebäudes und in das Grundwasser.

Über die aktuellen Hinweise auf Schäden in der Kondensationskammer von Reaktor 2 berichtete die Kyodo.

Vermehrte Lecksuche an Fukushima-Reaktor 1: Techniker, die mit der Erforschung der Schäden am Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 beauftragt sind, untersuchen an mehreren Stellen Lecks. Im November 2013 hatte ein Roboter erste Aufnahmen von zwei Lecks im unteren Bereich des Sicherheitsbehälters gemacht.

Eine Auswertung der Aufnahmen, sowie weiterer Daten, lässt nach Ansicht der Verantwortlichen den Schluss zu, dass bereits durch die beiden Lecks bis zu 3,3 Tonnen pro Stunde dringen.

Da das Unternehmen zur benötigten Dauerkühlung der Reaktoren jedoch 4,5 Tonnen an Wasser hinein pumpt, das jedoch nicht im Behälter bleibt, bedeutet dies einen zusätzlichen Ausritt von über einer Tonne an radioaktivem Wasser – an bislang unbekannter Stelle.

Nach Angaben der NHK planen die Techniker nun den Einsatz eines weiteren Roboters zur Aufspürung von Lecks einzusetzen und ihre Suche auch auf die Kondensationskammer des Reaktors auszudehnen. Beide Strukturen sind durch ein dickes Rohr miteinander verbunden.

Anderer Transportbehälter für verbogene Brennelemente geplant: Elektrizitätskonzern TEPCO will offenbar für den Transport beschädigter Brennelemente einen anderen Behältertyp nutzen. Bei stark verbogenen Brennelementen sei es derzeit nicht möglich, diese auf gewöhnliche Weise aus dem Becken in ein anderes Gebäude zu verbringen.

Als Gegenmaßnahme erwägt das Unternehmen nun, einen anderen Behältertyp zu nutzen, der dem verbogenen Brennelement mehr Raum bietet. Das Unternehmen plant bislang, die Arbeiten zum Transfer bis Ende des Jahres erfolgreich abschließen zu können, berichten lokale Medien.

Maßnahme zur Entfernung von Strontium aus Grundwasser wird getestet: Mit Beginn des kommenden Monats will TEPCO eine neue Möglichkeit testen, um radioaktives Strontium aus dem austretenden Wasser zu filtern. Seit es im August 2013 zu ersten schweren Lecks an Lagertanks gekommen war, steigt die Belastung des Grundwassers, insbesondere mit Betastrahlern.

AKW Fukushima: Ausgetretenes Wasser aus dem Lagertank am 20. August 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Ausgetretenes Wasser aus dem Lagertank am 20. August 2013 (Foto: TEPCO)

Nun will das Unternehmen im Fall von Strontium eine Filtermethode nutzen, die das Material im Grundwasser binden soll.

Im Rahmen der Methode soll versuchsweise Apatit in der Nähe des Bereichs ausgebracht werden, in dem im August das erste Großleck aufgetreten war.

Die Arbeiter werden dort ein 20 Meter tiefes Loch ausheben und dort Apatit vergraben, um die Effektivität der Maßnahme zu testen.

An der Anlage von Hanford in den USA hatte sich Apatit bereits als wirksam erwiesen, um radioaktives Material, das bei der Herstellung von Plutonium zur Zeit des zweiten Weltkriegs entstanden war, aus dem Grundwasser zu filtern.

Eine Barriere aus Apatit soll in der Lage sein, 90 Prozent des Strontiumgehalts des Grundwassers zu filtern. Sollten sich die Hoffnungen auch im Fall des Salzwassers auf der Fukushima-Anlage erfüllen, so will das Unternehmen voraussichtlich Ende Februar entscheiden, ob die unterirdische Barriere ausgeweitet wird.

Bei der Nutzung von Apatit handelt es sich um eine der zusätzlichen Maßnahmen, die im vergangenen Monat von einer Taskforce zur Bewältigung der Wasserlecks angekündigt worden war. Über die aktuellen Entwicklungen berichteten Kyodo und NHK.

Neben Strontium gibt es jedoch noch weitere Probleme mit radioaktivem Wasser an der Anlage.

Zuletzt hatte das Eingeständnis von TEPCO, durch die Verbindung der Betastrahler mit der Abschirmung durch das Metall der Lagertanks, käme es zur Bildung von Röntgenstrahlung, der so genannten Bremsstrahlung, für Aufsehen gesorgt (Spreadnews berichtete am 10. Januar 2014). Durch weitere Behälter steige auch die Strahlung in der Umgebung an.

Letzte Trümmerladung auf LKW verladen: Am heutigen Freitag wurden die letzten beiden Ladungen an Katastrophentrümmern in Rikuzentakata (Präf. Iwate) auf zwei LKW verladen und nach Tokyo geschickt. Damit endet eine Kampagne, in deren Verlauf die Präfektur Tokyo 166.700 Tonnen an Trümmern der Präfekturen Iwate und Miyagi übernahm.

Ein Zug, der seit 2012 tonnenweise Trümmer aus der Region anlieferte, hatte bereits zuvor seine finale Fahrt absolviert (Spreadnews berichtete am 13. Januar 2014).

Mit dem Einverständnis vom September 2012 und dem Beginn der Lieferung im November, war Tokyo die erste von Japans 47 Präfekturen, die bereit war, die Katastrophentrümmer zu übernehmen.

Über die jetzt erfolgten Lieferungen berichtete die Mainichi Shimbun.

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