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Fukushima aktuell: Hirschfleisch in Nagano überschreitet Cäsiumgrenzwert

Lebensmittelgrenzwert überschritten - Zusammenhang mit Fukushima-Krise

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Artikelbild - EIn Hirsch (Foto: cc-0, pd)
Präfektur Nagano meldet Cäsiumgrenzwertüberschreitung bei Hirschfleisch

Nachdem jahrelang keine Grenzwertüberschreitungen bei Lebensmitteln für Schlagzeilen sorgten, ist statt der Präfektur Fukushima heute die zentraljapanische Präfektur Nagano die Quelle entsprechender Berichte.

Einzelheiten zu den Fukushima News, die sich nunmehr als Nagano News erweisen, gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 7. Dezember 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Hirschfleisch in Nagano überschreitet Cäsiumgrenzwert
  • Familien trotz Behandlung von Schilddrüsenkrebs immer noch besorgt
Lebensmittelgrenzwert bei Hirschfleisch in Nagano überschritten

Wie die Abteilung zum Schutz vor Strahlungsfolgen am Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales (MHLW) heute bekannt gab, wurde bei einer Lebensmittelkontrolle in der Präfektur Nagano eine Überschreitung der zulässigen Cäsiumkonzentration entdeckt.

Nach Aussage des Gesundheitsministeriums wies das Fleisch des Hirsches, der im November innerhalb des Gebiet der Ortschaft Fujimi  (Präf. Nagano) erlegt worden war, eine Cäsiumkonzentration von 160 Becquerel pro Kilogramm auf.

Damit wird der Lebensmittelgrenzwert von 100 Becquerel pro Kilogramm überschritten. Als Reaktion darauf wurde die Präfektur angewiesen, den Vertrieb von Hirschfleisch aus den Ortschaften Fujimi und Karuizawa einzuschränken.

Für Karuizawa war bereits vor fünf Jahren ein Lieferverbot erlassen worden, nachdem dort bei Hirschfleisch eine Belastung von 500 Becquerel pro Kilogramm nachgewiesen wurde. Das Fleisch gelangte nicht in den Handel.

Der neue Fundort, die Gemeinde Fujimi, liegt 50 Kilometer von Karuizawa entfernt. Über den Fund berichteten Präfekturmedien

Hintergrund

Die radioaktive Belastung von wildlebenden Tieren ist insbesondere in gebirgigen oder stark bewaldeten Regionen, wie etwa den Präfekturen Nagano und Fukushima nur schwer systematisch zu kontrollieren.

Die Präfektur Nagano liegt in Zentraljapan und die Verwaltungssitze beider Präfekturen liegen etwa 237 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt.

Ein Zusammenhang mit dem radioaktiven Fallout nach der Katastrophe am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi nannten die Medien nicht.

Familien trotz Behandlung von Schilddrüsenkrebs weiterhin besorgt

Eine im August von der Non-Profit-Organisation „3.11 Fund for Children with Thyroid Cancer“ durchgeführte Befragung von 67 Haushalten in denen Krebsfälle aufgetreten waren, wies trotz guter Prognosen nach der Behandlung anhaltende Ängste nach.

Insgesamt 52 Haushalte machten gültige Angaben. Sie alle lebten zum Zeitpunkt der AKW-Krise in der Präfektur und hatten einen Krebsfall in der Familie. 77 Prozent der Befragten gaben an, weiterhin Sorgen um die Gesundheit zu haben.

Die Mehrheit fürchtet einen Rückfall, weitere zeigten sich über die Möglichkeit von Metastasen, oder den allgemeinen Gesundheitszustand besorgt. Jeweils Fünf Personen gaben an, Ängste im Bezug auf Schwangerschaft und Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben.

Unter den Kindern herrscht mehrheitlich Besorgnis über die Forderung nach einer Reduzierung der Schilddrüsenkontrollen und der Wunsch, die bisherige Praxis beizubehalten, oder sogar auszuweiten. Die geplante Reduzierung wurde durchgehend abgelehnt.

Über die Ergebnisse der Befragung berichtete neben der Organisation, die unter anderem auch Mängel bei den Schilddrüsen-Screenings kritisiert hatte, auch die Mainichi Shimbun.