Fukushima aktuell: Hohe Konzentration von Betastrahlern an unterirdischem Lagertank

Fukushima aktuell: Hohe Konzentration von Betastrahlern an unterirdischem Lagertank

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Artikelbild - AKW Fukushima: Unterirdischer Lagertank im April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Unterirdischer Lagertank im April 2013 (Foto: TEPCO)

Ein altes Problem droht den Betreiber des AKW Fukushima heute erneut einzuholen. An anderer Stelle zeigt man sich dagegen zuversichtlich. Doch die Fukushima News betreffen nicht nur das Kernkraftwerk, sondern befassen sich auch mit anderen Entwicklungen.

Einzelheiten dieser Neuigkeiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 7. April 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Hohe Konzentration von Betastrahlern an unterirdischem Lagertank
  • Aufhebung der Evakuierungsanordnung von Katsurao für Juni geplant
  • TEPCO zeigt Gefrierungsarbeiten

Hohe Konzentration von Betastrahlern an unterirdischem Lagertank: Erneut wurde eine hohe Konzentration an radioaktivem Material nahe eines der unterirdischen Lagertanks nachgewiesen – und sie lag deutlich höher als zuvor.

Gestern entnommene Wasserproben eines Kontrollpostens an einem der unterirdischen Lagertanks belegen einen extrem starken Anstieg von Betastrahlern.

Wiesen Proben von der Südwestseite des Tanks am 30. März noch einen Wert von 87 Becquerel pro Liter auf, wurden dort nun bis zu 8.100 Becquerel pro Liter nachgewiesen. Als Sicherheitsmaßnahme wurde heute eine weitere Probe zur Analyse entnommen.

Über den aktuellen Nachweis berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO. Es handelt sich jedoch nicht um den ersten Fall, sondern um ein bereits aufgetretenes Phänomen.

Die unterirdischen Lagertanks dienten ursprünglich der Einlagerung von kontaminiertem Wasser. Nachdem Im April 2013  Lecks an unterirdischen Lagertanks bekannt geworden waren, beschloss TEPCO die Nutzung einzustellen.

Zwar wurden die Behälter weitgehend leer gepumpt, eine gänzliche Leerung war jedoch nicht möglich. Schwere Regenfälle erzwangen im Oktober 2013 zeitweise einen weiteren Einsatz der Lagertanks. Gegenwärtig befindet sich dort noch immer etwas radioaktiv kontaminiertes Wasser.

Die unterirdische Lagerung war aus den Medien verschwunden, bis im vergangenen Monat Berichte über das Wiederauftreten von radioaktivem Material an den Lagertanks veröffentlicht wurden. Bislang hat TEPCO die Möglichkeit von Lecks nicht bestätigt.

Aufhebung der Evakuierungsanordnung von Katsurao für Juni geplant:  Bei einem Treffen am Dienstag zwischen Gemeindeverwaltung und Regierungsvertretern wurde ein Zeitplan zur Aufebung des Evakuierungsstatus für Katsurao vorgelegt.

Demnach könnte am 12. Juni 2016 die offizielle Anordnung zur Evakuierung der Gemeinde aufgehoben und eine dauerhafte Rückkehr erlaubt werden. Ausgenommen davon sind lediglich Bereiche die als längerfristig unbewohnbar eingestuft werden.

Die Arbeiten zur Dekontamination von Wohngebieten und landwirtschaftlichen Nutzflächen ist zwar fast abgeschlossen – Infrastruktur, medizinische Versorgung und Einkaufsmöglichkeiten sind jedoch noch nicht vorhanden.

Von den einst 1.470 Einwohnern könnten 1.290 definitiv zurückkehren. Der Status „eingeschränkter Bewohnbarkeit“ beträfe 62 Personen. Insgesamt 118 Person hätten schlechte Rückkehraussichten, da ihre einstigen Wohnsitze in langfristig unbewohnbaren Gebieten liegen.

Über die Aussichten und Pläne berichteten Präfekturmedien.

TEPCO zeigt Gefrierungsarbeiten: Kraftwerksbetreiber TEPCO veröffentlichte heute Bildmaterial, dass die derzeit laufenden Gefrierungsarbeiten am Eiswallprojekt dokumentiert. Die Einleitung des Gefriervorgangs begann am 31. März.

Eiswall am AKW Fukushima: Bodenbereich eines Kühlrohrs am 5. April 2016 (Foto: TEPCO)
Eiswall am AKW Fukushima: Bodenbereich eines Kühlrohrs am 5. April 2016 (Foto: TEPCO)

Durch die Gefrierung des Bodens unter Einsatz eines unterirdischen Kühlkreislaufs soll eine Barriere geschaffen werden, die eine Vermischung von Reaktorwasser und Grundwasser verhindert, so dass weniger kontaminiertes Wasser eingelagert werden muss.

Der Kühlkreislauf funktioniere bislang erwartungsgemäß, teilte das Unternehmen mit.

Neben dem Betreiber des AKW Fukushima Daiichi wiesen auch Präfekturmedien auf das veröffentlichte Bildmaterial zu den aktuellen Arbeiten auf dem Kraftwerksgelände hin.

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