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Fukushima aktuell: Hohe Strahlungswerte an Rohr von Reaktor 2

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 2 am 18. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2 am 18. Juni 2012 (Foto: TEPCO)

Mit der Meldung hoher Strahlungswerte, einer unbekannten Substanz und der Anordnung einer Millionenzahlung, fallen die Berichte zum Thema Fukushima heute zumindest für TEPCO nicht positiv aus. Zu den Einzelheiten und Folgen dieser Fukushima News nun der Spreadnews Japan-Ticker vom 30. Juni 2015.

  • Hohe Strahlungswerte und unbekannte Substanz an Rohr von Reaktor 2
  • Einsatz von Skorpion-Roboter an Reaktor 2 geplant
  • TEPCO muss Angehörige von Flüchtlings-Suizid entschädigen

Hohe Strahlungswerte und unbekannte Substanz an Rohr von Reaktor 2: Kraftwerksbetreiber TEPCO meldet am heutigen Dienstag die Messung von sehr hohen Strahlungswerten in der Nähe eines Rohrs von Reaktor 2.

Vergangene Woche waren dort Messungen durchgeführt und Werte von mehr als 1.000 Millisievert pro Stunde ermittelt worden. Außerdem habe man eine unbekannte schwarze Substanz am Stahlmantel des Rohrs festgestellt.

Unklar ist, ob die bislang nicht identifizierte Substanz im Zusammenhang mit der hohen Radioaktivität steht. TEPCO kündigte Dekontaminationsarbeiten an.

Problematisch für weitere Pläne am Reaktor ist dabei insbesondere der Ort der deutlichen Strahlungserhöhung.

Um die für kommenden Monat geplante Einführung eines Skorpion-Roboters in den Sicherheitsbehälter durchführen zu können, sind Vorbereitungen nötig, die eine Anwesenheit menschlicher Arbeiter im Risikobereich erforderlich machen werden.

Über das hohe Niveau der Radioaktivität und die schwarze Substanz berichtete die NHK.

Einsatz von Skorpion-Roboter an Reaktor 2 geplant:  Das Internationale Forschungszentrum für Reaktorstilllegung (IRID), gab heute gemeinsam mit dem Technikhersteller Toshiba, einen geplanten Robotereinsatz bekannt.

Skorpion-Roboter bei Tests (Foto: Copyright: IRID/Toshiba)
Der Skorpion-Roboter bei Tests in einem Reaktormodell (Foto: Copyright: IRID/Toshiba)

Nach Angaben beider Stellen, soll ein neuartigen Skorpion-Roboter in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 vordringen, um Vorhandensein und Position geschmolzener Brennelemente, sowie den Umfang der Schäden zu ermitteln.

Der Roboter ist etwa 54 Zentimeter lang und hat eine Höhe und Länge von etwa neun Zentimetern. An dem Gerät sind sowohl vorne, als auch hinten Kameras und LED-Lampen vorhanden.

Das besondere Merkmal ist die Fähigkeit, das Hinterteil des Roboters ähnlich wie den Schwanz eines Skorpions aufstellen und so auch über Hindernisse hinweg blicken zu können.

Die Maßnahme soll im August erfolgen und der Roboter durch eine Öffnung mit einem Durchmesser von zehn Zentimetern in den Sicherheitsbehälter gelangen. Über die Ankündigung berichteten Präfekturmedien.

TEPCO muss Angehörige von Flüchtlings-Suizid entschädigen: Ein Gericht in Fukushima hat den Kraftwerksbetreiber TEPCO angewiesen, eine Zahlung von 27 Millionen Yen an die Hinterbliebenen eines Fukushima-Flüchtlings zu leisten.

Es handelt sich erst um den zweiten Fall, in dem ein Gericht den Zusammenhang zwischen den Ereignissen am Kernkraftwerk im März 2011 und dem Suizid einer Person bestätigt.

Aufgrund seiner Flucht nach der Kraftwerkskatastrophe, hatte der 67 Jahre alte Kiichi Isozaki aus Namie, schwere Depressionen entwickelt und sich im Juli 2011 schließlich das Leben genommen.

Nach Aussage des Vorsitzenden Richters Naoyuki Shiomi, müsse den Erfahrungen eine Verantwortlichkeit „von 60 Prozent“ an der Selbsttötungsentscheidung gegeben werden. Gesundheitliche Probleme, wie etwa eine Diabetes, könnten ebenfalls zum Suizidbeschluss beigetragen haben.

Die zuvor einzige Gerichtsentscheidung in einem Suizidfall mit AKW-Katastrophenbezug, war im vergangenen August durch das selbe Gericht erfolgt.

Damals hatten die Hinterbliebenen einer 58 Jahre alten Frau geklagt und schließlich die Summe von 49 Millionen Yen zugesprochen bekommen.

Über das zweite Urteil zu Suizid-Entschädigung durch TEPCO berichteten Kyodo und Asahi Shimbun.

TEPCO hatte in der Vergangenheit einen Zusammenhang zwischen Suiziden und den Ereignissen am AKW Fukushima Daiichi zumeist bestritten.

 

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