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Fukushima aktuell: Hohe Strahlungswerte im Obergeschoss von Reaktor 2

AKW Fukushima Daiichi gibt in Japan aktuell neuen Grund für Spekulationen und weitere Arbeiten

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 2: Blick auf die Brennelemente-Wechselmaschine am 6. Juli 2018 (Foto: Copyright by TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Blick auf die Brennelemente-Wechselmaschine am 6. Juli 2018 (Foto: Copyright by TEPCO)

Durch hohe Strahlungswerte im Obergeschoss überrascht das Gebäude von Reaktor 2 am AKW Fukushima heute mit einer Entdeckung, die im Gegensatz zu bislang gemeldeten Fukushima News steht. Doch TEPCO hat in Japan aktuell noch weit mehr zu bewältigen

So gab es eine elektrische Störung, deren genauer Ursprung noch untersucht werden muss und auch die erneut entflammte Diskussion um Schilddrüsentests wird der AKW-Betreiber sicher aufmerksam verfolgen.

Die detaillierten Meldungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 9. Juli 2018.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Hohe Radioaktivität im Obergeschoss von Reaktor 2 nachgewiesen
  • Elektrische Störung an Gasleitungssystem von Reaktor 2
  • Diskussion um Nachteile der Schilddrüsen-Screenings
Hohe Radioaktivität im Obergeschoss von Reaktor 2 nachgewiesen

Am heutigen Montag führte der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi die Robotermission in Reaktor 2 mit Aufnahmen aus dem Obergeschoss des Gebäudes weiter. Damit verbunden war vor allem die Angaben zum dortigen Strahlungsniveau.

So war es das erste Mal möglich, im Obergeschoss die Werte am Boden zu ermitteln. Nach Aussage des AKW-Betreibers TEPCO wurde dort sowohl hohe Gammastrahlung, als auch Betastrahlung gemessen. Letztere habe eine Höhe von 630 Millisievert pro Stunde erreicht.

Dass das Strahlungsniveau im Bodenbereich so hoch ist, führt TEPCO auf die Einwirkung von Wasser zurück, dass radioaktives Material von anderen Oberflächen gespült und sich dort angesammelt habe, was zu einem schrittweisen Anstieg der Werte führte.

Insgesamt habe mit 17 Decken/Bodenbereiche und drei Wände mit dem Dosimeter des Roboters untersucht. Dabei gab es zwar einige Abweichungen, dennoch konnten durchgehend hohe Radioaktivitätswerte, darunter zwischen 175 und 285 Milllisievert ermittelt werden.

Die Anfang des Monats gestartete Robotermission soll noch bis Ende des Monats fortgesetzt werden, um möglichst viele Erkenntnisse für die künftige Bergung abgebrannter Brennelemente aus dem Abklingbecken gewinnen zu können.

Über den aktuellen Stand berichteten Präfekturmedien.

Die Situation in diesem oberen Teil des Gebäudes läuft also der allgemeinen Entwicklung entgegen – denn zuvor war ein allgemeiner Abwärtstrend der Strahlung in Reaktor 2 durch die Robotermessungen festgestellt worden.

Elektrische Störung an Gasleitungssystem von Reaktor 2

Am heutigen Montag kam es gegen 5:56 Uhr (Ortszeit) am AKW Fukushima Daiichi zu einem Alarm, der auf einen Ausfall der Stromversorgung an einer Anlage auf dem Gelände des Kernkraftwerks hinwies.

Da offenbar die Stromversorgungseinheit A für das Gasleitungssystem des Sicherheitsbehälter nicht mehr ausreichend funktionierte, wurde automatisch Einheit B aktiviert. Diese läuft seitdem ohne Zwischenfälle weiter.

Somit gibt es keine Störungen im Betrieb des Systems für das Gasleitungssystem. Nun werde man die Hintergründe des Ausfalls der ersten Einheit untersuchen.

Der Kraftwerksbetreiber TEPCO teilte mit, das weder die Temperatur im Druckbehälter, Sicherheitsbehälter, oder andere wichtige Daten irgendwelche Auffälligkeiten zeigen. Auch die umgebenden Strahlungsmessposten wiesen keine Auffälligkeiten nach. Das erklärte das Betreiberunternehmen TEPCO.

Diskussion um Nachteile der Schilddrüsen-Screenings

Nach der am Wochenende gemeldeten Entdeckung von Krebsfällen, die offenbar durch das Raster gefallen waren, hat sich die Diskussion um Sinn und Unsinn der flächendeckenden Schilddrüsenkontrollen bei Kindern erneut entfacht.

Noch am gestrigen Sonntag war ein Treffen des Gesundheitsausschusses in der Stadt Fukushima einberufen worden. Dort wurde diskutiert, in welcher Relation Überdiagnosen (durch Entdeckung gutartiger Tumore) und gesundheitliche Aufklärung zueinander liegen.

Geht es nach dem Willen des stellvertretenden Direktors der Internationalen Universität für Gesundheit und Soziales (IUHW), sollen die Ergebnisse noch innerhalb des laufenden Fiskaljahrs zusammengestellt werden.

Seit Mai läuft die vierte der Schilddrüsen-Kontrollreihen an Personen, die zum Zeitpunkt der Kraftwerkskatastrophe im März 2011 jünger als 18 Jahre alt waren. Über die neusten Entwicklungen berichteten Präfekturmedien