Start Aktuelles Fukushima aktuell: Hongkong nimmt Präfektur von Importerleichterung aus

Fukushima aktuell: Hongkong nimmt Präfektur von Importerleichterung aus

Hongkong lockert das Importverbot japanischer Lebensmittel - doch nicht für Fukushima

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Artikelbild - Hongkong (Foto pd)
Honkong: Fukushima-Produkte werden von Importerleichterung ausgenommen (Foto: pd)

Während sich andere Präfekturen über einen außenpolitischen Handelsvorteil freuen können, bleibt die Situation für Produzenten aus Fukushima heute weiterhin angespannt.

Mehr Einzelheiten zu diesen Fukushima News, die aus Japan aktuell gemeldet werden, finden sich im Spreadnews Japan-Ticker vom 20. Juli 2018.

Hongkong nimmt Fukushima von der Lockerung der Importverbote aus

Die Verwaltung von Hongkong gab am heutigen Freitag bekannt, ein Importverbot für Waren aus vier japanischen Produkten zu lockern, die als Reaktion auf die AKW-Krise von Fukushima im Jahr 2011 erlassen worden waren.

Voraussetzung ist lediglich ein Zertifikat, dass die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte bestätigt, sowie eine Importgenehmigung. Ist diese Voraussetzung erfüllt, können Waren aus Chiba, Ibaraki, Gunma und Tochigi wieder eingeführt werden.

Produkte aus der Präfektur Fukushima bleibt dagegen weiterhin bestehen.

Dennoch ist diese Entscheidung wichtig, da es sich bei der Sonderverwaltungszone Hongkong um den wichtigsten Abnehmer von japanischen Lebensmitteln handelt und somit erstmals seit sieben Jahren wieder Exporte möglich sind.

Zwar waren bereits seit 2016 keine Grenzwertüberschreitungen mehr festgestellt worden und die japanische Regierung hatte seit Jahren auf eine Aufhebung der Verbote gedrängt, doch bislang hatte die einstige britische Kronkolonie diesen Schritt abgelehnt.

Nach der aktuellen Entscheidung verbleiben die Volksrepublik China und der Nachbar Taiwan als einzige Staaten, die weiter an einer umfassenden Blockade japanischer Produkte festhalten. Über den Beschluss von Hongkong berichtete die Kyodo.

Hintergrund

Nach der Fukushima-Katastrophe hatten international mehrere Staaten die Einfuhr japanischer Produkte zeitweise stark eingeschränkt, oder verboten. Diese Bestimmungen wurden jedoch zunehmend gelockert und aufgehoben.

Einige der einstigen Handelspartner streben bewusst eine Normalisierung der Handelsbeziehungen mit Japan an, etwa durch den Import von Pfirsichen aus Fukushima, die eine Spezialität der Präfektur darstellen.

Die Präfektur Fukushima erreichte sogar einen Exportrekord – und positive Trends könnten sich fortsetzen, sofern sie nicht durch Skandale oder Gerüchte ausgebremst werden. Doch dies war in der Vergangenheit immer wieder der Fall.

So hatten im März 2015 eine Falschdeklarierung von Fukushima-Produkten in Taiwan das Vertrauen erschüttert und obwohl im März 2018 erstmals wieder Exporte nach Thailand erlaubt wurden, kam es im selben Monat zum Boykott von Fukushima-Fisch in Bangkok.

Eine Normalisierung des Handels auf allen Ebenen dürfte somit auch sieben Jahre nach den Ereignissen in der Region Tohoku noch einige Zeit benötigen.