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Fukushima aktuell: Hunderte kontaminierte Fahrzeuge entgingen Kontrollen

Verbleib einiger Wagen trotz hoher Strahlungswerte weiter ungeklärt

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Artikelbild - AKW Fukushima: Strahlungskontrolle an einem Fahrzeug im Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Strahlungskontrolle an einem Fahrzeug im Oktober 2011 (Foto: TEPCO)

Mit einer überraschenden Meldung sorgt der Betreiber des AKW Fukushima heute für Schlagzeilen – und lässt dabei so manchen den VW-Abgas-Skandal vergessen.

Weshalb diese Fukushima News solch hohe Bedeutung haben und welche Meldungen aus Japan aktuell sonst noch zu hören sind, erfährt man nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. August 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Über Hundert kontaminierte Fahrzeuge am AKW Fukushima blieben ungeprüft
  • Behörde fordert landesweite Aktualisierung von J-Alert
  • Keine weiteren Auffälligkeiten nach zeitweisem Grundwasserabfall
  • Sicherheitspatrouillen in Sperrgebietsgemeinde Futaba eingeführt
  • Präfektur Fukushima bereitet sich auf Taifun Nr. 5 vor
Über Hundert kontaminierte Fahrzeuge am AKW Fukushima blieben ungeprüft

Wie der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi heute erklärte, wurden mehrere hundert Fahrzeuge, die im Zuge der AKW-Krise radioaktiver Kontamination ausgesetzt waren, keinen Strahlungstests unterzogen.

Lediglich für die Dauer von 12 Tagen nach dem 11. März 2011 habe man keine Kontrollen durchgeführt, was den damaligen Umständen geschuldet sei.

Nach Darstellung des Unternehmens begann man ein Jahr nach den Ereignissen vom März 2011 nach dem Verbleib von Privatfahrzeugen, auf dem Kraftwerksgelände zu forschen.

Wie sich herausstellte, verließen etwa 460 Fahrzeuge die Anlage und bis 2015 konnte ein Großteil der Wagen ermittelt werden. In 190 Fällen lagen die Strahlungswerte dabei über dem gesetzlich festgelegten Grenzwert der Regierung.

Mittlerweile sei es möglich gewesen, die Halter aller 190 Autos zu identifizieren, doch hätten einige von ihnen bereits den Besitzer gewechselt. Der Verbleib von zwei Wagen ist bislang ungeklärt.

Dass eine solche Strahlungskontrolle der Fahrzeuge dringend erforderlich ist, zeigen bisherige Messungen.

Bei einigen der übrigen Autos habe man derart hohe Werte nachgewiesen, dass die Messgeräte nicht ausgereicht hätten, da sie nur eine bis zu zehnfache Überschreitung des Grenzwerts ermitteln können.

Das Unternehmen entschuldigte sich für womöglich entstandene Ängste und versprach, die noch fehlenden zwei Wagen ausfindig zu machen. Das berichtete die NHK.

Behörde fordert landesweite Aktualisierung von J-Alert

Die japanische Katastrophenschutzbehörde hat Gemeinden im ganzen Land dazu angewiesen, die neusten Empfänger für das landesweite Alarmsystem J-Alert anzuschaffen. Grund hierfür ist der technologische Fortschritt.

Die neuen Geräte können Informationen schneller weiterleiten, als die bislang genutzten Modelle. Auch können mehr Einzelheiten übermittelt und empfangen werden.

So dauert die Verarbeitung und drahtlose Übertragung von Warnmeldungen der Gemeinden an die Mobilgeräte von Bürgern mit dem neuen System nur noch zwei Sekunden, während einige der älteren Vorrichtungen bis zu 20 Sekunden benötigten.

Um die Modernisierung voranzutreiben, werden ab April 2019 die alten Empfänger unbrauchbar, so dass sie auf jeden Fall ersetzt werden müssen.

Die Aktualisierung des Systems ist eine Reaktion auf die Raketentests des Regimes von Nordkorea. Das Land hatte in der jüngsten Vergangenheit mehrfach testweise Raketen abgefeuert, die in das japanische Meer stürzten.

J-Alert ist ein Katastrophenwarnsystem, das landesweit über die Gemeinden offizielle Warnungen der Katastrophenschutzbehörde in Tokyo an die Einwohner übermittelt, um sie beispielsweise vor Naturkatastrophen zu warnen.

Über die angekündigte Umstellung berichteten Kyodo und jiji.

Keine weiteren Auffälligkeiten nach zeitweisem Grundwasserabfall

Nachdem TEPCO in der vergangenen Woche einen temporären Abfall des Wasserpegels an einem Kontrollposten erst verspätet gemeldet hatte und dafür Kritik einstecken musste, veröffentlicht das Unternehmen jeweils aktuelle Zahlen zur Strahlungsbelastung.

Wie TEPCO heute mitteilte, habe man keine signifikanten Änderungen festgestellt. Lediglich die Cäsiumkonzentration an Grundwasserposten Nr. 40 sei kurzzeitig gestiegen. Dies liege jedoch im Normalbereich der sonstigen Schwankungen.

Über das Ausbleiben weiterer dramatischer Entwicklungen berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Sicherheitspatrouillen in Sperrgebietsgemeinde Futaba eingeführt

Ende vergangener Woche führte eine Initiative eine Patrouille in der Gemeinde Futaba durch. Gegründet wurde das Projekt bereits im Mai diesen Jahres und setzt sich aus verschiedenen Personengruppen zusammen.

Am Anfang stand dabei ein Anbieter, der sowohl bei der Dekontamination, als auch an der Konstruktion von Teilen des Zwischenlagers auf dem Gebiet der Gemeinde beteiligt ist.

An der ersten Kontrolle innerhalb der Gemeinde seit Gründung der Initiative, beteiligten sich 20 Personen, darunter auch Angestellte des Umweltministeriums, sowie Beschäftigte des dortigen Bahnhofs.

Da die Zahl an Personen, die bei der Dekontamination und der Wiederherstellung der Infrastruktur helfen gestiegen ist, hielt man eine derartige Sicherheitsmaßnahme zur Prävention von Straftaten für sinnvoll.

Vor der erste offiziellen Patrouille fand vor dem Bahnhof Futaba eine Zeremonie statt, bevor auch Medienvertreter die Gebiete mit schlechter Rückkehraussicht und die Bauarbeiten am Zwischenlager in Augenschein nehmen konnten.

Über den Beginn der Präventionsmaßnahmen berichteten Präfekturmedien.

In der Vergangenheit hatten Einbrüche und Diebstähle insbesondere den Dekontaminationsarbeitern einen eher düsteren Ruf eingebracht (siehe hierzu auch unsere Serie „Stimmen aus Fukushima„).

In anderen Gemeinden setzt man auf Verbrechensbekämpfung durch Videoüberwachung, wie etwa beispielsweise in der Ortschaft Iitate.

Präfektur Fukushima bereitet sich auf Taifun Nr. 5 vor

Nachdem der Taifun bereits in Westjapan an Land ging und zwei Todesopfer forderte, bereitet sich die Region Tohoku im Nordosten Japans auf das Eintreffen des Sturms vor. Es werden zunächst starke Niederschläge von bis zu 50 Millimeter pro Stunde erwartet.

Im Laufe des morgigen Tages werden auch für mehrere Regionen der Präfektur Fukushima schwere Regenfälle prognostiziert. Innerhalb von 24h sei mit Niederschlag bis zu 200 Millimetern zu rechnen. Wellen bis zu vier Metern Höhe werden erwartet.

Die Behörden raten, auf Hochwasser, Erdrutsche und absackendes Gelände aufgrund der starken Regenfälle zu achten. Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi wies auf das Risiko von herabhängenden Kabeln durch Unwetter hin.

Gerade die Obstbauern der Präfektur, die für ihre Pfirsiche bekannt ist, beeilen sich, ihre Ernte vor dem Eintreffen des Taifuns weitgehend in Sicherheit zu bringen. Dennoch werde man nicht übereilt ernten, wenn die Früchte noch nicht den Kriterien entsprechen, hieß es.

Über die Vorbereitungen berichteten die Wetterbehörde, die Präfekturmedien, sowie der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

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