Fukushima aktuell: Hunderte Schläuche am AKW potentiell unsicher

Fukushima aktuell: Hunderte Schläuche am AKW potentiell unsicher

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Artikelbild - AKW Fukushima: Bereich des Schlauchlecks vom Mai 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Bereich des Schlauchlecks vom Mai 2015 (Foto: TEPCO)

Mit einem Wasserleck, das hohe Strahlungswerte aufweist und den Einsatz unsicherer Schläuche, werden vom AKW Fukushima heute wichtige Neuigkeiten gemeldet. Weitere relevante Fukushima News, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. Juni 2015.

Unsere Themen zu Wochenbeginn:

  • Problematische Druckschläuche an 100 Stellen des AKW genutzt
  • Radioaktives Regenwasserleck an Umkehrosmoseanlage
  • Radioaktives Cäsium in Fluss folgt den Jahreszeiten

Problematische Druckschläuche an 100 Stellen des AKW genutzt: Zu Beginn des Monats wurde die falsche Verwendung eines ungeeigneten Schlauchs als Ursache für ein radioaktives Wasserleck am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi ausgemacht.

Am gestrigen Sonntag gab die Betreiberfirma TEPCO nun bekannt, bei Wartungskontrollen habe man festgestellt, dass identische PVC-Schläuche an mindestens 100 weiteren Stellen eingesetzt wurden.

Da die Kontrollen noch nicht abgeschlossen sind, besteht die Möglichkeit, das mehrere hundert Schlauchleitungen betroffen sind. Genauere Zahlen sollen in dieser Woche ermittelt werden.

Eine Ersetzung durch widerstandsfähigere Schläuche aus Polyethylen ist aufgrund der täglich fortschreitenden Arbeiten auf dem Kraftwerksgelände schwierig und erfolgte daher nur teilweise.

Vier Jahre und drei Monate seit der Kraftwerkskatastrophe in Folge der Tohoku-Naturkatastrophen müsse von einer fortschreitenden Abnutzung des Materials ausgegangen werden.

Es sei wahrscheinlich, dass viele Schläuche und Ventile seit ihrer ersten Anbringung nicht ersetzt, oder gewartet wurden, erklärte ein Mitglied des Atomausschusses der Präfektur Fukushima.

Über die aktuellen Erkenntnisse berichteten Präfekturmedien.

Radioaktives Regenwasserleck an Umkehrosmoseanlage: Am Samstag ertönte an einer Entsalzungsanlage des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi gegen 9:00 Uhr ein Alarm, der auf eine Störung durch Druckanstieg aufmerksam machte.

AKW Fukushima: Schaden an Rohrleitung der Filteranlage am 20. Juni 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Schaden an Rohrleitung der Filteranlage am 20. Juni 2015 (Foto: TEPCO)

Bei der anschließenden Kontrolle entdeckte ein Angestellter eines Partnerunternehmens an einer Leitung der Anlage den Austritt von Wasser. Dort wird auch kontaminiertes Regenwasser gefiltert.

Nach dem Stopp der Anlage endete auch der Wasseraustritt. Da sich die Flüssigkeit in einer Metallwanne unter dem Gerät sammelte, gelangte nichts in die Umgebung.

Schätzungsweise 20 Liter Wasser traten aus und die  Konzentration von Betastrahlern sei mit 24.000 Becquerel pro Liter sehr hoch gewesen.

Offenbar war ein geschlossenes Ventil, das eigentlich geöffnet sein sollte, die Ursache für das Wasserleck, da hierdurch der Druck in den Leitungen gestiegen sei. Noch sei unklar, ob menschliches Versagen vorliege.

Über den Zwischenfall berichteten TEPCO und NHK am Samstag.

Radioaktives Cäsium in Fluss folgt den Jahreszeiten: Eine Studie der radioaktiven Belastung des Abukuma wies einen Zusammenhang zwischen Jahreszeiten und der Konzentration von Cäsium nach.

Im Zeitraum zwischen 2012 und 2014 entnahmen Wissenschaftler im Mittellauf des Flusses und damit etwa 40 bis 50 Kilometern vom AKW Fukushima entfernt, an 35 Stellen regelmäßige Proben.

Fluss Abukuma in der Präfektur Fukushima (Foto: pd)
Fluss Abukuma in der Präfektur Fukushima (Foto: pd)

Das Ergebnis zeigt, dass die Konzentration im Frühling anstieg und im Herbst sank. Die Werte lagen im Frühling das Fünffache über dem Herbstwert.

Im Jahr 2012 lagen die Werte von Cäsium-137 bei 1.450 (Frühling) und 1.270 Becquerel pro Kilogramm Sediment. 2013 wurden 2.700 (Frühling) und 451 (Herbst) Becquerel nachgewiesen.

Im Jahr 2014 lagen die Werte dann bei 1.080 (Frühling) und 600 (Herbst) Becquerel pro Kilogramm. Der höchste Wert von 22.800 Becquerel wurde an einer Stelle im Herbst 2013 festgestellt.

Als Ursache für den Anstieg wird das radioaktive Material von kontaminiertem Laub und Tierkadaver vermutet, die im Frühling in die Flüsse gelangen.

Regenzeit und Taifun in Sommer und Herbst führen zur Verdünnung und dem Abtransport der Sedimente, was die niedrigen Werte im Herbst plausibel macht.

Studienleiter Hirokazu Ozaki erklärte, da durch Fische ein Einfluss auf die Nahrungskette möglich sei, müssten weitere Untersuchungen folgen. Über die Studie berichtete die Mainichi Shimbun, sowie Präfekturmedien.

1 KOMMENTAR

  1. also endloses Blablabla…. mit unendlich hohen Werten wie schon seit beginn an. wann gibt man zu, nichts bewegen zu können? es sollen 1100 brennstäbe verbrannt sein. wie sieht es mit der Bergung der Werke 1-6 insgesamt aus? alles beim alten, gell?

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