Fukushima aktuell: Hysterie im Internet nach Waldbränden in Namie

Fukushima aktuell: Hysterie im Internet nach Waldbränden in Namie

Kursierende Falschmeldungen verunsichern Bevölkerung

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Artikelbild - Präfektur Fukushima: Fake News über Waldbrände in Namie grassieren (Symbolfoto: pd)
Präfektur Fukushima: Fake News über die Waldbrände in Namie grassieren (Symbolfoto: pd)

Die Waldbrände im Gebiet der Gemeinde Namie sind außerhalb der Präfektur Fukushima heute nach wie vor ein Thema – doch nun schlagen auch die gefürchteten „Fake News“ im Internet zu und verbreiten Angst und Schrecken.

Unsere aktuellen Fukushima News gibt es dagegen nach bestem Wissen und Gewissen, im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. Mai 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Zahlreiche Fake News nach Bränden in kontaminiertem Waldgebiet
  • Derzeitige Situation in den Waldbrandgebieten
Zahlreiche Fake News nach Bränden in kontaminiertem Waldgebiet

Nach dem Ausbruch von Waldbränden im Sperrgebiet des AKW Fukushima am Wochenende und dem bisherigen Verlauf der daraufhin eingeleiteten Löschaktionen in den kontaminierten Wäldern, kocht nun auch die Gerüchteküche.

Von  japanischen Nutzern sozialer Netzwerke wird bezweifelt, dass die Belastung der Waldgebiete nahe Namie durch den radioaktiven Niederschlag 2011, tatsächlich keine Gesundheitsgefahr darstelle.

Manche dieser Personen befürchten offenbar, derartige Informationen würden gezielt zurückgehalten – eine Haltung die angesichts der katastrophalen Informationspolitik während der AKW-Krise in Fukushima grundsätzlich verständlich ist.

Insbesondere über den Mikrobloggingdienst Twitter verbreiten sich jedoch auch Fehlinformationen, Gerüchte und Verschwörungstheorien sehr schnell. Zu diesem Thema werden entsprechende Nachrichten gepostet

So wird behauptet, die Brände in der Region der Gemeinde Namie würden „radioaktive Gase“ freisetzen und eine Evakuierung in die windabgewandten Gebiete der Präfektur sei empfehlenswert.

Auch der Rat, in der Region Kanto jetzt Atemschutzmasken anzulegen, oder das Gebiet sogar gänzlich zu verlassen, wird dort verbreitet. Die Kanto-Region umfasst auch den Ballungsraum Tokyo, was Ängste besonders schüren dürfte.

Tatsächlich scheint nun eine Art „Informationskrieg“ zu toben, denn längst beteiligen sich auch Personen an diesen Diskussionen, die sich darum bemühen, übertriebene oder schlichtweg falsche Darstellungen zu korrigieren.

Sogar Kazuto Tatsuta, der ehemalige Kraftwerksarbeiter am AKW Fukushima Daiichi, der durch seinen Manga „1F“ (ichi efu) über seine damalige Tätigkeit dort internationale Bekanntheit erlangte, äußerte sich in diesem medialen Konflikt.

Er rief dazu auf, sich nicht von falschen Gerüchten in die Irre führen zu lassen.

Dass derartige Falschmeldungen sogar zu gesundheitsgefährdendem Verhalten führen könnten, zeigten bereits Meldungen, die sich unmittelbar nach Ausbruch der Kraftwerkskrise am AKW Fukushima Daiichi verbreitet hatten.

Damals war im Internet die Behauptung verbreitet worden, das Trinken von handelsüblichem Mundwasser würde die Schilddrüse besser schützen, als die Jodtabletten, die bei einem schweren Störfall nur nach Anweisung eingenommen werden sollen.

Über die kursierenden Falschmeldungen berichteten Präfekturmedien.

Derzeitige Situation in den Waldbrandgebieten

Nach Angaben der Präfektur wurde an den Messposten der Gemeinden im Umkreis der Waldbrände nach wie vor keine Änderungen festgestellt.

Unterdessen wurden die ersten Analyseergebnisse von Proben aus Staubfiltern von Messposten in Futaba und Okuma veröffentlicht. Auf ihrem Gebiet befindet sich das AKW Fukushima Daiichi und dort soll auch das Zwischenlager für Dekontaminationsabfälle entstehen.

Demnach wurde in Okuma radioaktives Cäsium-137 in Höhe von 0,54 Millibequerel nachgewiesen. Im vergangenen Jahr waren am gleichen Messposten noch 1,2 Millibequerel festgestellt worden.

Die Atomaufsichtsbehörde NRA veröffentlichte ihrerseits Daten von Messposten in der nördlichen Kanto-Region und aus dem Großraum Tokyo. Demnach liegt keine erhöhte Strahlungsbelastung vor. Das berichten Präfekturmedien.

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