Fukushima aktuell: IAEA empfiehlt Verklappung von radioaktivem Wasser

Fukushima aktuell: IAEA empfiehlt Verklappung von radioaktivem Wasser

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Artikelbild - AKW Fukushima: IAEA-Delegation besichtigt Lagertankbereich am 11. Februar 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: IAEA-Delegation besichtigt Lagertankbereich am 11. Februar 2015 (Foto: TEPCO)

Die aus Fukushima heute gemachte Meldung, die Verklappung radioaktiv kontaminierter Abwässer müsse erneut erwogen werden, dürfte bei Umweltschützern vermutlich auf Unverständnis stoßen. Doch sind dies nicht die einzigen Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. Februar 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • IAEA drängt erneut auf Verklappung von radioaktiven Fukushima-Abwässern
  • Angaben zum Schaden der Abdeckung
  • TEPCO legt Sicherheitsplan für AKW-Arbeiten vor
  • Starke Erdbeben und kleine Tsunami an Tohoku-Küste

IAEA drängt erneut auf Verklappung von radioaktiven Fukushima-Abwässern: Am heutigen Dienstag regte die Internationale Atomenergiebehörde IAEA erneut an, Japan solle die Möglichkeit in Erwägung ziehen, radioaktiv belastetes Wasser aus den Lagertanks in den Pazifik einzuleiten. Bedingung hierfür sei, dass das Wasser zuvor ausreichend gefiltert wurde.

Es ist nicht das erste Mal, dass die IAEA diesen Vorschlag unterbreitet. Bereits 2013 hatte die Organisation die Entsorgung belasteter Fukushima-Abwässer erstmals empfohlen.

Juan Carlos Lentijo, dessen Team die Kraftwerksanlage während der neuntägigen Kontrolle von Japans Stillllegungsplänen besucht hatte, erklärte auf einer Pressekonferenz, man rate erneut dazu, diese Möglichkeit in Erwägung zu ziehen. Die Entsorgung des Wassers aus den Lagertanks könne zur Sicherheit auf dem Gelände und der Menschen beitragen.

Zudem erinnerte er an zu erwartende Probleme, die durch die große Menge an radioaktiven Abfällen, die bei den künftigen Stilllegungsmaßnahmen zwangsläufig anfallen würden, und drängte darauf, bereits jetzt einen Plan zur Kontrolle der Abfälle zu entwerfen.

Der Endbericht der IAEA wird für Ende März angekündigt und die japanische Regierung erklärte, bei künftigen Maßnahmen die dort gemachten Angaben in die eigenen Überlegungen einzubeziehen. Über den Besuch und die erneute Forderung berichteten Kyodo und NHK.

Japans Atomaufsichtsbehörde NRA hatte bereits im Januar die Pläne zur Verklappung radioaktiver Abwässer grundsätzlich genehmigt, die Einhaltung von Filterungen und das Einverständnis der Fischereiverbände jedoch vorausgesetzt.

Insbesondere aufgrund der Probleme, Tritium effektiv zu filtern, weigern sich die Fischereiverbände der erneut geforderten Einleitung zuzustimmen. Bislang wird lediglich Grundwasser aus den Bergen eingeleitet, um ein zusätzliches Anfallen von kontaminiertem Grundwasser auf dem Kraftwerksgelände zu verhindern.

Angaben zum Schaden der Abdeckung: Nach den gestern gemeldeten Schaden an der Abdeckung eines Abfalllagers, gab TEPCO heute weitere Einzelheiten bekannt. Demnach hat die entstandene Öffnung auf der Nordostseite der Dachfläche von 1.785 Quadratmetern eine Länge von 3,6 Metern und eine Breite von 15 Metern.

Das Unternehmen bekräftigte, durch die Abschirmung mit Sandsäcken und die geschlossenen Metallbehälter, bestehe keine Gesundheitsgefahr durch die darin befindlichen Metallreste. Die Strahlung belaufe sich auf weniger als 30 Millisievert pro Stunde. Die Belastung der Umgebungsluft außerhalb der Anlage läge unter dem Nachweiswert. Über die aktuellen Angaben berichtete TEPCO.

TEPCO legt Sicherheitsplan für AKW-Arbeiten vor: Nachdem es zwischen März 2014 und Januar 2015 zu insgesamt neun schweren Unfällen gekommen war, die auch zwei Todesopfer gefordert hatten, versprach Kraftwerksbetreiber TEPCO die Sicherheit für die Arbeiter zu verbessern.

Nach Sicherheitskontrollen konnte das Unternehmen dann Verbesserungen bei der Absicherung auf dem AKW-Gelände melden und versprach, die Schulung von Mitarbeitern zu verbessern.

Gestern nun übermittelte TEPCO die aktuellen Sicherheitspläne an das Ministerium für Arbeit und die zuständige Behörde der Präfektur Fukushima. In dem Bericht zu den Unfällen werden diese als das Ergebnis mangelnder Erfahrung und des engen Zeitplans erklärt.

Auf einer Pressekonferenz versprach das Elektrizitätsunternehmen, man werde der Sicherheit bei den weiteren Stilllegungsarbeiten oberste Priorität einräumen. Zur Verbesserung der Situation werde man eine spezielle Einrichtung für die praktische Einübung ungelernter Arbeitskräfte schaffen.

Auch werde man Arbeitsabläufe effizienter gestalten, so dass es den Arbeitskräften möglich sein soll, länger an der Anlage tätig zu sein, bevor sie das zulässige Jahreslimit von 50 Millisievert erreichen. Hierüber berichtete die Asahi Shimbun.

Starke Erdbeben und kleine Tsunami an Tohoku-Küste: Am Dienstagmorgen ereignete sich um 8:06 Uhr (Ortszeit) ein Erdbeben mit einer durchschnittlichen Stärke von 6,9 vor der Küste der Präfektur Iwate.

Das Epizentrum befand sich etwa 210 Kilometer vom Küstenort Miyako entfernt und lag in einer Tiefe von 10 Kilometern. Auf der siebenstufigen japanischen Skala wurde es als Beben der Stärke 4 eingestuft. Die japanische Wetterbehörde gab eine Tsunamiwarnung aus. Es sei mit einem Tsunami von einem Meter Höhe zu rechnen.

Eine erste Welle, die etwa eine Stunde später mi Hafen von Kuji (Präf. Iwate) eintraf, erreichte eine Höhe von 20 Zentimetern. Eine zweite Welle in Miyako wies eine Höhe von 10 Zentimetern auf. Zunächst erlassene Evakuierungsanordnungen für Küstenbereiche der Präfektur wurden später aufgehoben. Berichte über Schäden, oder Verletzte gab es nicht.

Im Laufe des Tages ereignete sich um 13:46 Uhr ein weiteres Erdbeben, dessen Epizentrum mit 50 Kilometern tiefer lag. Die Magnitude des zweiten Erdbebens betrug mit 5,7. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht erneuert.

Bei keinem der beiden Beben traten Störungen an den Kernkraftwerken Onagawa (Präf. Miyagi) und Higashidori (Präf. Aomori) auf und von der Wiederaufarbeitungsanlage Rokkasho (Präf. Aomori) wurden keine Auffälligkeiten gemeldet.

Die Wetterbehörde warnte, im Laufe der der Woche könne es weitere leichte Nachbeben geben. Bei den Erdbeben handele es sich immer noch um Auswirkungen des Großbebens vom März 2011. Über die Ereignisse berichteten mehrere japanische Medien, darunter Kyodo und NHK.

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