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Fukushima aktuell: IAEA will Vorgehen bei Stilllegung erneut prüfen

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Artikelbild - IAEA-Hauptsitz in Wien (Foto: pd)
IAEA legt Abschlussbericht zur Fukushima-Katastrophe vor (Foto: pd)

Der Blick auf die Finger, Bemühungen um Unterstützung und offene Ablehnung, dies sind Themen, die den Betreiber des AKW Fukushima heute und in den kommenden Wochen und Monaten beschäftigen werden. Details der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 7. Januar 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • IAEA will Fortschritt bei Fukushima-Stilllegung erneut prüfen
  • Präfektur Niigata lehnt TEPCO-Bitte um Reaktorneustarts ab
  • JAEA plant Ableger in Fukushima
  • Mehrheit der Japaner lebt in Katastrophenrisiko-Gebieten

IAEA will Fortschritt bei Fukushima-Stilllegung erneut prüfen: Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA wird Mitte Februar erneut ein Expertenteam nach Japan schicken, um die verfügbaren Informationen über die Stilllegungsmaßnahmen zu aktualisieren.

Sitz der IAEA in Wien (Foto: pd)
Sitz der IAEA in Wien (Foto: pd)

Wie das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) mitteilte, einigten sich der Generaldirektor der IAEA, Yukikya Amano und Wirtschaftsminister Yoichi Miyazawa, bei einem heutigen Treffen in Tokyo auf die Durchführung der Maßnahme.

Besonderes Augenmerk wird zwar auch diesmal der Bewältigung der radioaktiv kontaminierten Abwässer gewidmet werden – nachdem die Bergung aller Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 erfolgreich verlief, soll jedoch auch der Fortschritt im Bezug auf Bergung geschmolzener Brennelemente aus den Reaktoren 1 und 3 spezielle Beachtung finden.

Über die jüngsten Pläne zur Inspektion und Beurteilung der Arbeiten am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi berichteten Kyodo und NHK.

Präfektur Niigata lehnt TEPCO-Bitte um Reaktorneustarts ab: Bei den gestrigen Gesprächen konnten sich der Elektrizitätsanbieter TEPCO und die Präfekturverwaltung Niigata nicht auf einen Neustart der Reaktoren des Kernkraftwerks Kashiwazaki-Kariwa einigen. Das Unternehmen sah sich vielmehr heftiger Kritik ausgesetzt.

Tatsächlich lehnte der Gouverneur sogar die von TEPCO-Präsident Naomi Hirose erbetene Inspektion des Kernkraftwerks ab und begründete dies mit der mangelhaften Sicherheitspolitik des Betreiberunternehmens, die einen Besuch der Anlage erübrige.

AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)
Das AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)

TEPCO habe nicht einmal ausreichend getan, um alle Umstände der Katastrophe am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zu ermitteln und wahre diesbezüglich eine passive Haltung. Auch wären innerbetriebliche Konsequenzen noch nicht erfolgt.

Bis zur Klärung der Ereignisse in Fukushima sei eine Diskussion über die Sicherheit der Anlage Kashiwazaki-Kariwa somit überflüssig.

Die bei seinem Besuch im Büro des Präfekturgouverneurs vorgetragene Bitte von Präsident Hirose zur Erlaubnis von Neustarts der Reaktoren 6 und 7, wurde daher trotz der Versicherung, die eigenen Sicherheitsbestrebungen würden durch die Atomaufsichtsbehörde NRA überwacht, unmissverständlich abgelehnt.

TEPCO plant für Juli eine Personalaufstockung in einer Zweigstelle innerhalb der Präfektur Niigata und hofft, so besser mit den örtlichen Behörden zusammenarbeiten und sie von der Richtigkeit eines Neustarts zu überzeugen.

Das Unternehmen fürchtet, die Gewinnprognosen für das Unternehmen könnten trotz aller Einsparungen bis März 2016 wieder in rote Zahlen rutschen, sollte der Neustart nicht zugelassen werden.

Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Standpunkte ist es wenig verwunderlich, dass dieses erste Treffen seit Januar vergangenen Jahres bereits nach 15 Minuten beendet war. Über die Neustartablehnung berichteten jiji und Asahi Shimbun.

JAEA plant Ableger in Fukushima: Auch  wenn das Datum etwas anderes erwarten lässt, handelt es sich bei den Plänen der japanischen Atomenergiebehörde (JAEA), eine Verwaltung zum 1. April in die Präfektur Fukushima zu verlegen, um keinen Scherz.

Neben der gestern bekannt gegebenen Verlegung nach Iwaki, soll zudem das „Analyse- und Forschungszentrum Okuma“ in räumlicher Nähe zum AKW Fukushima entstehen. Durch die Verlegung nach Iwaki soll auch der Austausch mit dem Entwicklungszentrum für Fernsteuerungstechnik in Naraha erleichtert werden. Das berichteten Präfekturmedien.

Bei der Stilllegung hat auch Japan Atomic Power (JAPC) Unterstützung angeboten. Die JAPC hat durch die Stilllegung des AKW Tokai (Präf. Ibaraki) bereits Erfahrung mit derartigen Maßnahmen. Nach Expertenansicht ist TEPCO nicht in der Lage, alle Aufgaben alleine durchzuführen.

Mehrheit der Japaner lebt in Katastrophenrisiko-Gebieten: Für die Bewohner einer Inselkette mit hoher tektonischer und vulkanischer Aktivität dürfte die Erkenntnis, in einem Risikogebiet zu leben, wenig überraschend sein.

Nun bestätigt ein Regierungsbericht des Ministeriums für Land, Infrastruktur, Transport und Tourismus (MLIT) diese Einschätzung und kommt zu dem Schluss, das sieben von zehn Japanern in Gebieten mit dem Risiko verschiedener Katastrophen wie Erdbeben, Tsunami, Erdrutschen und Überflutungen leben.

Statistisch gesehen gehören 131.400 Quadratkilometer (34,8 Prozent)  der Gesamtfläche Japans zu den Risikogebieten und betreffen damit 94,42 Millionen (73,7 Prozent) der Bewohner. Die Gesamtbevölkerung beläuft sich auf etwa 128 Millionen (Stand 2010). Über die aktuelle Risikoeinschätzungen berichtete die Kyodo.

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