Fukushima aktuell: Illegale Beschäftigung von ungelernten Ausländern am AKW

Fukushima aktuell: Illegale Beschäftigung von ungelernten Ausländern am AKW

Verbotener Einsatz nicht qualifizierter Arbeitskräfte aufgedeckt

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Artikelbild - Fukushima-Arbeiter am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Erstmals Anerkennung von Schilddrüsenkrebs (Symbolfoto: TEPCO)

Illegale Arbeitsverträge und Probleme mit einem Messposten – das sind jene Themen, die nicht nur Menschen aus der Präfektur Fukushima heute beschäftigen. Diese Fukushima News zeigen, dass auch fast sechs Jahre nach der Katastrophe noch keine Normalität am AKW eingekehrt ist.

Die Details zu diesen Meldungen gibt es aus Japan aktuell im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. November 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Illegale Beschäftigung ungelernter Ausländer am AKW
  • Alarm an einem Staubmessposten
 Illegale Beschäftigung ungelernter Ausländer am AKW

Wie jetzt bekannt wurde, waren zwischen März und Mai 2014 mindestens sieben ausländische Arbeitskräfte, ohne vorangegangene Schulung, am AKW Fukushima Daiichi beschäftigt. Man geht von illegalen Beschäftigungsverhältnissen aus.

Bei den Arbeitskräften handelt es sich mehrheitlich um Brasilianer, die im Zuge der Bewältigung radioaktiver Abwässer schließlich über Subunternehmen zur Fertigung von verschweißten Stahltanks angestellt worden waren.

Es ist das erste Mal seit der AKW-Katastrophe, dass Arbeitsrechtsverstöße unter Einbeziehung ausländische Arbeitskräfte vom Kernkraftwerk Fukushima Daiichi gemeldet werden.

Zu den Verstößen zählt nicht nur die fehlende Einweisung in Strahlenschutzmaßnahmen und Arbeitssicherheit, sondern auch bei den verlangten theoretischen Tests zum Verständnis dieser wichtigen Punkte wurde offenbar getrickst.

Diese lagen zwar nur in Japanisch vor, konnten jedoch durch das Abschreiben bei Personen mit ausreichenden schriftsprachlichen Kenntnissen leicht gelöst werden. Somit verfügten die Arbeiter nicht über die erforderlichen Qualifikationen.

Dazu kommt, dass durch die verschiedenen Subunternehmen und deren teils undurchsichtiges Vorgehen bei der eigenmächtigen Neueinstellung, in einem Schadensfall wichtige Versicherungsklagen ungeklärt bleiben würden.

Derartige Beschäftigungsverhältnisse sind daher illegal.

Der Kraftwerksbetreiber TEPCO lehnte auf Medienanfragen einen Kommentar über die Arbeitsbedingungen verschiedener ausländischer Arbeiter ab und verwies darauf, man habe Anweisung gegeben, englische Übersetzung der Richtlinien, sowie Übersetzer zur Verfügung zu stellen.

Über diesen Fall berichtete die Mainichi Shimbun.

Bislang waren vor allem die Angestellte von Dekontaminationsunternehmen in die Kritik geraten – entweder aufgrund von Einbruchsdiebstählen,

Alarm an einem Staubmessposten

Am gestrigen Montag kam es gegen 19:39 Uhr zum Alarm an einem der Messposten, mit deren Hilfe die radioaktive Belastung der Umgebungsluft geprüft und bei der Überschreitung ein Alarm ausgelöst wird.

Bei einer Kontrolle gegen 19:44 Uhr wurde jedoch ein völlig normaler Wert festgestellt. Auch die anderen Messposten in diesem Bereich der Anlage wiesen keine Auffälligkeiten nach. Zum Zeitpunkt des Alarms fanden keine Arbeiten statt, bei denen radioaktives Material aufgewirbelt werden könnte.

Eine Überprüfung des Geräts und die Analyse des enthaltenen Filterpapiers wurde angeordnet, ergaben jedoch keine Hinweise auf einen tatsächlichen Anstieg. Lediglich Bismut-214 sei als natürliches Nuklid nachweisbar gewesen.

Auch wehte der Wind aus Gebieten außerhalb der Kraftwerksanlage auf das Gelände, was eine tatsächlich gestiegene Kontamination der Luft ebenfalls unwahrscheinlich erscheinen lässt.

Aufgrund dieser Umstände geht TEPCO davon aus, dass es diese natürlichen Radionuklide waren, die zum Alarm führten und kein radioaktives Material aus den Reaktorgebäuden.

Nach einem Austausch des Messpostens wurde dessen Betrieb um 21:59 Uhr wieder aufgenommen und hat bislang keine weiteren Auffälligkeiten gezeigt. Das berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

 

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