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Fukushima aktuell: Illegale Dekontaminationsarbeiter aufgeflogen

Ungelernte Arbeiter mit falschen Zertifikaten illegal beschäftigt

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Artikelbild - Fukushima: Dekontamination von Bäumen durch Hochdruckreiniger (Foto: Juni 2012, TEPCO)
Fukushima: Dekontamination von Bäumen durch Hochdruckreiniger (Foto: Juni 2012, TEPCO)

Die aus Fukushima heute gemeldeten Manipulationen bei Arbeitsverhältnissen beschäftigen Behörden vor Ort. Unterdessen versucht die Regierung in Tokyo eine Kostenexplosion der AKW-Stilllegung zu bekämpfen.

Die Details der Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. Oktober 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Ungelernte Arbeiter mit falschen Zertifikaten illegal beschäftigt
  • Explodierende Kosten der Fukushima-Stilllegung
Ungelernte Arbeiter mit falschen Zertifikaten illegal beschäftigt

Ein im März 2015 gegründetes Unternehmen räumte nun ein, ihren Angestellten falsche Ausbildungsbestätigungen verliehen zu haben, damit diese bei der Dekontamination in der Stadt Fukushima tätig werden konnten.

Wie das Aufsichtsbüro für Arbeitsrecht bekannt gab, habe das Unternehmen „Zerutech Tohoku“ in mindestens 100 Fällen gefälschte Dokumente ausgegeben, die eine Qualifikation vortäuschten, die ungelernte Arbeitskräfte gar nicht haben können.

Die Arbeitsschutzgesetze sehen für Dekontaminationsarbeiter eine Schulung von 5,5 Stunden pro Person vor, um den richtigen Umgang mit radioaktivem Material und den notwendigen Arbeitsgeräten zu gewährleisten. Diese Schulung fand nicht statt.

Zerutech Tohoku gab auch sieben weitere Qualifikationsnachweise ungeprüft aus – darunter Betriebserlaubnisse für Sondergeräte wie Kettensägen und Luftfahrzeuge, wie etwa Drohnen.

Für die Ausgabe falscher Dokumente drohen den Verantwortlichen beim Unternehmen in Nihonmatsu zwar Geldstrafen von 500.000 Yen oder eine sechsmonatige Haftstrafe – Kritiker bemängeln jedoch Gesetzeslücken.

So gibt es etwa keine Richtlinien, welche Qualifikation der Ausbilder aufweisen muss, keine amtlich überwachte Abschlussprüfung und keine Zwischenkontrollen, oder eine Vorschrift zur Registrierung der Dokumente bei örtlichen Behörden.

Zerutech Tohoku ist in der Kette der verschiedenen Vertragspartner ein niederrangiges Subunternehmen und wurde seit vergangener Woche wegen des Verdachts von Verstößen gegen das Arbeitsrecht kontrolliert.

Über die Aufdeckung und das Eingeständnis des Dekontaminationsunternehmens  berichtete die Asahi Shimbun.

Explodierende Kosten der Fukushima-Stilllegung

Bei einer Ausschusssitzung unter Aufsicht des Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI), kam die Forderung nach einer internen Umstrukturierung des AKW-Betreibers TEPCO auf.

Ursache für die Forderung nach einer Neuorganisierung des Unternehmens sind die steigenden Kosten für die Stillegungsarbeiten am AKW Fukushima Daiichi, deren Anstieg in den kommenden Jahren deutlich höher sein wird, als bislang veranschlagt.

Neusten Schätzungen der Regierung zufolge, würden die zu erwartenden Kosten des 30-Jahres-Plans von bislang 80 Milliarden Yen, auf Beträge über zwei Billionen steigen

Jetzt hat das Industrieministerium den Ausschuss damit beauftragt, Maßnahmen zur Kostensenkung durch Änderungen der Unternehmensstruktur auszuarbeiten, so dass TEPCO ausreichend Finanzmittel hat, ohne die Staatskasse weiter zu belasten.

Die japanische Regierung übernimmt mit Steuergeldern einen großen Teil der Kosten des Unternehmens, das andernfalls weder die Arbeiten, noch die Entschädigungszahlungen finanzieren könnte.

Über die Finanzfragen berichteten Kyodo und NHK, sowie Präfekturmedien.

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