Fukushima aktuell: Informationspolitik von TEPCO in der Kritik

Fukushima aktuell: Informationspolitik von TEPCO in der Kritik

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Artikelbild: Offizielles Foto des AKW Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Das AKW Fukushima Daiichi: (Foto: TEPCO)

Die Zustimmung des Nationalen Fischereiverbandes zu Verklappungsplänen dürfte für TEPCO eine willkommene Erleichterung darstellen, gab es für den Betreiber des AKW Fukushima doch heute eine harte Schelte von offizieller Seite.

Das Unternehmen reagierte mit eigenen Darstellungen. Die Einzelheiten der Fukushima News wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. August 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • TEPCO für Informationspolitik bei radioaktiven Wasserlecks kritisiert
  • TEPCO verspricht Informationsoffensive
  • TEPCO betont Fortschritte
  • Nationaler Fischereiverband billigt Verklappung kontaminierter Fukushima-Abwässer

TEPCO für Informationspolitik bei radioaktiven Wasserlecks kritisiert: Ein externer Ausschuss kritisiert den Betreiber des AKW Fukushima Daiichi und wirft ihm vor, seiner Verantwortung zur Veröffentlichung aller Daten zu Austritten von radioaktiv kontaminiertem Wasser nicht gerecht zu werden.

Nachdem erstmals im Sommer 2013 radioaktives Wasser in das AKW-Hafenbecken gelaufen war, hatte das Unternehmen zugesichert, jede neuen Strahlungswerte zu veröffentlichen.

Der Ausschuss wirft dem Betreiberunternehmen TEPCO jedoch vor, bis zur Preisgabe der Meereskontamination durch Regenwasserleitungen, Informationen über die Existenz von radioaktiven Wasserlecks vernachlässigt zu haben.

Die Kontamination sei dem Unternehmen seit der, im April 2014 durchgeführten Strahlungsmessungen von Abwassergräben und Wasserleitungen zum Hafen bekannt gewesen, jedoch langfristig nicht veröffentlicht worden, obwohl Daten vorlagen.

Später war es zu weiteren Austritten von radioaktivem Wasser in den Hafen und nicht zuletzt auch wiederholt zu Wasserlecks ins Meer gekommen.

Tatsächlich wären die Arbeiter vor Ort nicht einmal über die geplante Verbesserung der Informationspolitik informiert und keine hierfür erforderlichen Maßnahmen erlassen worden worden.

Man kommt im Ausschuss zu dem Schluss, TEPCO ziehe es vor, sich der Bekämpfung periodisch auftretender Probleme zu widmen, anstatt effektive Gegenmaßnahmen zu treffen.

Nach der heftigen Kritik prüfte TEPCO die bislang veröffentlichten Daten und reicht ausstehende Daten nach.

Über die Kritik an der Informationspolitik des Unternehmens berichtete die Asahi Shimbun

TEPCO verspricht Informationsoffensive: In einem gestern veröffentlichten Papier zur „neuen Initiative zur öffentlichen Information“, legt der Elektrizitätskonzern seine Pläne zur Verbesserung vor.

Eine Aufstockung des Personals zur „Risikokommunikation“ und engere Zusammenarbeit mit örtlichen Interessengruppen, ist dabei nur einer der Punkte auf der Liste des Unternehmens.

Bereits jetzt würde in Einsatzbesprechungen mit Arbeitskräften die „soziale Sensibilität“ angesprochen und damit das Bewusstsein für die Bedeutung der richtigen mentalen Einstellung vermittelt.

Man werde besonders darauf achten, die auf Webseiten veröffentlichten Daten aktuell zu halten.

Durch einen Newsletter und eine Facebook-Seite soll das gesamte soziale Umfeld der Beschäftigten verstärkt auf dem aktuellen Stand gehalten und Informiert werden.

Über die einzelnen Maßnahmen, bereits eingeleitete Schritte und Pläne für die Zukunft berichtete TEPCO.

TEPCO betont Fortschritte: Anlässlich der Überarbeitung des Vierteljahresberichts, stellte TEPCO die bislang erreichten Fortschritte bei der Bewältigung radioaktiver Abwässer und Arbeitsbedingungen vor.

Diese Darstellungen stellen somit von Seiten des Unternehmens möglicherweise ein gewisses Gegengewicht angesichts der Kritik an der schlechten Infortmationspolitik dar.

Erfolgreiche Filterung der Lagertankabwässer: So habe man das gesamte stark radioaktiv kontaminierte Wasser, dass sich seit Beginn der Krise angesammelt hatte, mit Ausnahme einiger Reste, die bei der Demontage der Tanks abgepumpt werden sollen, erfolgreich durchgefiltert.

Dadurch wird die Umgebungsradioaktivität auf der Anlage gesenkt und das Gesundheitsrisiko der AKW-Arbeiter durch Bremsstrahlung reduziert.

Leerung der unterirdischen Tunnel: Auch die Abpumpung des angesammelten Wassers aus unterirdischen Kabelschächten an den Reaktoren 2 und 3, konnten erfolgreich abgeschlossen werden.

Lockerung der Atemschutzbestimmungen: Durch das gesunkene Strahlungsniveau, ist auf 90 Prozent der Anlage das Tragen von Atemschutzvollmasken nicht mehr notwendig.

Bau eines Kantinengebäudes: Auch der Bau eines neunstöckigen Versorgungszentrums mit Ruhemöglichkeiten für 1.200 Angestellte, führt TEPCO in seiner Positivbilanz an.

Dr. Dale Klein, der als frühere Vorsitzender der US-Atomaufsicht den Betreiber TEPCO berät, sieht in diesen Schritten signifikante Fortschritte. Das Unternehmen habe nicht nur die Vereinbarungen zur Veröffentlichung eingehalten, sondern auch Fortschritte in der Sicherheitskultur gemacht

Nationaler Fischereiverband billigt Verklappung von kontaminiertem Fukushima-Grundwasser: Am heutigen Dienstag gab der Nationale Verband der Fischereikooperativen grünes Licht für die Verklappung von kontaminiertem Grundwasser der Verklappung von gefiltertem Wasser.

Am 11. August hatte bereits der Präfekturdachverband Fukushima dem geplanten Vorgehen von Kraftwerksbetreiber TEPCO zugestimmt, dies jedoch mit Bedingungen verknüpft.

Der Plan sieht vor, an 41 vorhandenen Grundwasserpumpen bereits radioaktiv kontaminiertes Grundwasser abzuleiten und nach einer Filterung in den Ozean zu verklappen.

Das Unternehmen hofft, die täglich neu anfallende Menge von 300 Tonnen radioaktiver Abwässer auf diese Weise halbieren zu können. Mit der Verklappung soll in absehbarer Zeit begonnen werden.

Im Regelfall muss derart belastetes Wasser noch vor einer möglichen Filterung in Lagertanks aufbewahrt werden. Dies stellt ein Risiko für große Wasserlecks an den Behältern dar.

Außerdem gefährdet die steigende Zahl an Lagertanks die Gesundheit der AKW-Arbeiter, so dass die Reduzierung stark radioaktiver Abwässer auf der Anlage auch ihrem Schutz dient.

Zu den Bedingungen der Fischer zählt die Kontrolle durch eine dritte Instanz und nur Wasser zu verklappen, dass so weit wie möglich gefiltert wurde, so dass die Konzentration an radioaktivem Material die Richtlinien nicht überschreitet.

Problematisch ist dabei vor allem Material wie Tritium, dass sich noch nicht effektiv filtern lässt.

Zu den Forderungen der Fischer gehört die Zahlung von finanziellen Entschädigungszahlungen, so lange sich die Kraftwerkskatastrophe noch negativ auf ihr Geschäft auswirke.

Auch muss eine PR-Kampagne finanziert werden, die geschäftsschädigenden Gerüchten über die Meeresprodukte der Präfektur begegnen soll.

Bislang findet lediglich die Verklappung von sauberem Grundwasser aus den Bergen zur Kontrolle des Grundwassers statt.

Über die Zusage des Nationalen Dachverbands berichteten die Kyodo und die NHK, sowie Präfekturmedien.

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