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Fukushima aktuell: Internationale Experten bestätigen Kontamination von Reisfeldern

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Artikelbild - Reisfelder in der Präfektur Fukushima (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Internationale Experten bestätigen Kontamination durch AKW (Symbolfoto: pd)

Die aus Fukushima heute gemeldete Bestätigung des Verdachts der Kontamination von Reisfeldern durch externe Experten, dürfte gewisse Instanzen der japanischen Regierung in Verlegenheit bringen.

TEPCO muss dagegen einen Arbeitsunfall melden, kann sich jedoch auch über neue Arbeitsgeräte freuen. Die Details der Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. Januar 2016.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Internationale Experten gehen von Reisfeldkontamination aus
  • Geräte zur Bergung von Brennelementen vorgestellt
  • Absperrungen in Namie sollen entfernt werden
  • Arbeitsunfall am AKW Fukushima

Internationale Experten gehen von Reisfeldkontamination aus: Eine Gruppe internationaler Experten stellt sich gegen eine Einschätzung der japanischen Atomaufsichstbehörde und geht davon aus, dass tatsächlich Arbeiten an Fukushima-Reaktor 3 für die Kontamination von Reisfeldern im August 2013 verantwortlich sind.

Den Abschlussbericht legten die elf Wissenschaftler gestern in Minamisoma vor. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie bereits in einer Fachzeitschrift.

Bislang gab es drei Theorien im Bezug auf die Ereignisse aus dem Jahr 2013, die jedoch alle zu unterschiedlichen Schlüssen kamen

Eine allgemeine Theorie über die Ursache der Kontamination der landwirtschaftlichen Nutzflächen ging davon aus, dass die Trümmerräumung am 19. August 2013 radioaktiv belasteten Staub aufgewirbelt habe, zumal zwei Kraftwerksarbeiter während des Einsatzes hoher Strahlungsbelastung ausgesetzt waren.

Die Atomaufsichtsbehörde NRA bestreitet den Zusammenhang zwischen Trümmerräumung und der Reisfeldbelastung. Die Arbeiten am AKW Fukushima Daiichi hätten keinen Zusammenhang mit der nachgewiesenen Kontamination.

Das Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei (MAFF) untersuchte die Ereignisse ebenfalls und kam im November 2014 zu dem Schluss, dass die Reaktorarbeiten als Ursache für die Kontamination nicht ausgeschlossen werden könnten, jedoch keine definitive Aussage möglich sei.

Im Mai 2015 beschloss das Landwirtschaftsministerium die Einstellung der Untersuchung und erklärte, die Ursache für die radioaktive Belastung der Reisfelder bliebe „ungeklärt“.

Im Dezember 2015 kündigte die Gemeinde Minamisoma eine eigene Untersuchung an, da man den Ausführungen der NRA nicht vertraue.

Der aktuelle Bericht der Experten aus Japan, den USA, sowie EU-Staaten macht definitive Aussagen. Nach Angaben des leitenden Wissenschaftlers, Professor Akio Koizumi, sei die Trümmerräumung der Grund für die Kontamination der Reisfelder.

Durch dein Einsatz eines neuen Analysesystems wurden Schätzungen über die Menge an radioaktivem Cäsium durchgeführt, die nach Minamisoma gelangt war. Das Ergebnis betrug mehr als das 3,6-fache der Einschätzungen, die von der NRA getroffen worden waren.

Bodenproben von zehn Orten in der Nähe der Reisfelder ergaben, dass das Verhältnis von Strontium-90 zu Cäsium im Boden praktisch jenem entsprach, dass in der Nähe des AKW Fukushima Daiichi nachzuweisen sei.

Somit sprächen alle Fakten für die Ausbreitung einer radioaktiven Staubwolke vom AKW Fukushima bis zu den Reisfeldern.

Allerdings äußerte sich Professor Koizumi vorsichtig im Bezug auf die Frage, wie es bei der Atomaufsichtsbehörde zu solch einer Fehleinschätzung kommen konnte, denn bereits damals hatte es den Vorwurf den Verschleierung gegeben.

Professor Koizumi erklärte, die falsche Grundeinschätzung der Menge an radioaktivem Material habe zur Wahl ungeeigneter Analysemethoden durch die NRA geführt. Über die Neubeurteilung durch externe Experten berichteten Asahi Shimbun und Präfekturmedien.

Geräte zur Bergung von Brennelementen vorgestellt: Der Elektronikkonzern Toshiba stellte heute in einem Werk in Yokohama zwei neue Geräte vor, die bei Arbeiten zur Bergung von Brennelementen am AKW Fukushima Daiichi eingesetzt werden sollen.

Das Gerät zur Entfernung von Trümmern, welche die Räumung der Brennelemente aus den Lagerbecken erschweren, verfügt über zwei Arme mit Vorrichtungen zur Zertrennung von Trümmern. Durch eine hängende Anbringung ist es auch an schwierigen Stellen einsetzbar.

Sind die Trümmer geräumt, kann die zweite Vorrichtung zur Bergung der Brennelemente zum Einsatz kommen. Vorgesehen ist die Verwendung an Reaktor 3. Dort müssen noch 566 Brennelemente entfernt werden.

Der Leiter des Entwicklungsteams erklärte, es sei wenig über den Zustand innerhalb des Beckens bekannt, so dass das Unternehmen bereit sei, die Geräte anzupassen, oder neue Geräte zu ermitteln, um eine sichere Durchführung zu ermöglichen. Das berichtete die NHK.

Absperrungen in Namie sollen entfernt werden: Bei einem Bürgermeistertreffen in Nihonmatsu am Samstag wurde die Forderung der Einwohner von Namie vorgebracht,  die Absperrungen vor Privathäusern und Geschäften entlang von Nationalstraßen zu entfernen.

Sie fordern eine Entfernung der Hindernisse bis Mai kommenden Jahres. Für den März 2017 ist eine Aufhebung der Evakuierungsanordnung für die Gemeinde geplant.

Die Hindernisse waren zum Schutz vor Plünderungen und Diebstählen in der menschenleeren Ortschaft angebracht worden. Durch vermehrte Kontrollgänge der Polizei  und den Einsatz von Überwachungskameras soll dies überflüssig werden.

Bürger hatten sich über die Schwierigkeiten beschwert, die sich bei der Rückkehr in die Gemeinde ergeben. Insgesamt gibt es dort etwa 400 dieser Sicherheitsmaßnahmen.

Insbesondere im Bezug auf die Freigabe der Gemeinde und die Wiederbelebung der lokalen Wirtschaft ist das Anliegen der Bewohner verständlich. Lediglich in Gebieten, die aufgrund der Strahlung weiter als unzugänglich gelten, sollen die Barrieren erhalten bleiben. Das berichten Präfekturmedien.

Arbeitsunfall am AKW Fukushima: am heutigen Montag verletzte sich der Angestellte eines Partnerunternehmens beim Transport von Sandsäcken. Gegen 11:30 Uhr geriet ein Arbeiter mit dem Ringfinger zwischen die Säcke und das dort befindliche Geländer.

Nach einer Erstversorgung wurde ein Rettungswagen gerufen, um ihn in das Krankenhaus zu fahren. Nach Angaben von TEPCO war der Arbeiter bei Bewusstsein und es wurde keine radioaktive Kontamination am Körper festgestellt.

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