Fukushima aktuell: Jahrzehntelange Verwahrlosung von AKW-Überlandleitungen

Fukushima aktuell: Jahrzehntelange Verwahrlosung von AKW-Überlandleitungen

Masten von Überlandleitungen blieben seit Jahrzehnten ungeprüft

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Artikelbild - AKW Fukushima: Stromleitung am Umspannwerk der Reaktoren 1 und 2 am 28. März 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Stromleitung am Umspannwerk der Reaktoren 1 und 2 am 28. März 2011 (Foto: TEPCO)

Besorgnis angesichts der Neuigkeiten, die vom AKW Fukushima heute gemeldet werden, ist durchaus nachvollziehbar – wurde doch über Jahrzente hinweg Sicherheitsregeln missachtet.

Wie die aus Japan aktuell berichteten Fukushima News zeigen, ist auch die Atomaufsichtsbehörde alles andere als unbekümmert. Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 28. September 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Jahrzehntelange Wartungsversäumnisse am AKW Fukushima
  • NRA über Risiken durch ungewartete Strommasten besorgt
Jahrzehntelange Wartungsversäumnisse am AKW Fukushima

Wie die Atomaufsichtsbehörde NRA am gestrigen Dienstag bekannt gab, hat der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi seit Jahrzehnten an einigen Stahlkonstruktionen elektrischer Überlandleitungen auf dem Gelände des AKW Fukushima Daiichi keine Wartungen durchgeführt.

Seit der Errichtung der  Überlandleitungen für die Reaktoren 5 und 6, die 1978 aufgestellt wurden, fand offenbar nicht eine einzige Kontrolle der Stahlgerüste statt, obwohl dies seit einer Gesetzesänderung 2009 vorgeschrieben ist.

Es gibt keinen schriftlichen Beleg dafür, dass dort jemals zuvor Wartungsarbeiten an den so genannten Freileitungsmasten stattfanden.

TEPCO war erst im August diesen Jahres bei Kabelarbeiten auf die Probleme aufmerksam geworden. Dabei wurden an 50 der Stahlgerüste Risse oder Verformungen fest. Als mögliche Ursache gilt das Tohoku-Großbeben im März 2011.

Die Atomaufsichtsbehörde hatte nach Bekanntwerden der Schäden sofort eine Untersuchung eingeleitet und Kontrollen an den Masten durch.

Ähnliche Versäumnisse gab es auch an 12 Stellen auf dem Gelände des AKW Fukushima Daini. Für beide Kernkraftwerke existiert zudem kein Sicherheitsplan für die elektrischen Leitungen, obwohl dies vorgeschrieben ist.

TEPCO führt nun seinerseits eine Sicherheitsbeurteilung an den Abspannmasten durch, in deren Verlauf auf die mögliche Notwendigkeit von Schweißarbeiten und der Einbringung neuer Stahlstreben geprüft wird. Der Bericht soll bis Ende Oktober vorliegen.

NRA über Risiken durch ungewartete Strommasten besorgt

Die Atomaufsichtsbehörde sieht die jüngsten Aufdeckung von jahrzehntelangem Verzicht auf Wartung an den Stromleitungen führenden Freileitungsmasten als sehr kritisch an.

Die Reaktoren 5 und 6 beziehen ihren Strom ausschließlich über diese externen Quellen, mit denen auch das Kühlsystem für die Reaktoren versorgt wird.

Abspannmasten dienen dazu, die Überlandleitungen an das Elektrizitätsnetz des Kraftwerks, etwa an Verteiler und Schaltkästen anzuschließen. Über den Dächern der Reaktoren 5 und 6 läuft eine entsprechende Leitung entlang.

Sollte ein solcher Mast zusammenbrechen, bestünde die Möglichkeit, dass die externe Stromversorgung ausfällt und die Kühlung der Brennelemente beeinträchtigt wird.

Nach Angaben der NRA müsse allein am AKW Fukushima Daiichi Planungen für Schutzmaßnahmen an zehntausenden von Stellen getroffen werden.

Die Frage, weshalb das Fehlen von Sicherheitsplänen für die Leitungen am AKW nicht vorher bemerkt wurde, erklärt die NRA mit dem Umstand, dass die verschiedenen Sicherheitspläne für die Teile der Anlage sehr umfangreich seien.

Die einzelnen Konstruktionen zu prüfen wäre eine enorme Aufgabe. Man habe sich daher offenbar auch bei TEPCO auf die wichtigeren Einrichtungen des Kernkraftwerks konzentriert. Das berichten Präfekturmedien

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