Start Aktuelles Fukushima aktuell: Jetzt auch Tritiumrekord an Messposten aufgetreten

Fukushima aktuell: Jetzt auch Tritiumrekord an Messposten aufgetreten

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Artikelbild: Offizielles Foto des AKW Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Das AKW Fukushima Daiichi: (Foto: TEPCO)

Zu Beginn der neuen Woche gibt es vom AKW Fukushima heute ebenso aktuelle Nachrichten, wie aus der gleichnamigen Präfektur. So geht es um neue Rekorde, ungeplante Verzögerung bei Arbeiten, Cäsiumbelastung und Fukushima News. Weitere Meldungen aus Japan jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 13. Oktober 2014.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Zehnfacher Tritiumrekord auf Küstenseite des AKW
  • Schutzmantelarbeiten an Reaktor 1 verzögern sich
  • Untersuchung zur ALPS-Störung
  • Radioaktives Cäsium in Fukushima-Tabak nachgewiesen
  • Verklappung zu Wochenbeginn durchgeführt
  • 30 Prozent der Überwachungskameras am AKW Monju defekt

Zehnfacher Tritiumrekord an Messposten auf Küstenseite des AKW: Am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi gibt es nun auch einen neuen Tritiumrekord. In einer Grundwasserprobe vom Donnerstag, die an einem Kontrollposten an der Küstenseite von Reaktor 2 entnommen worden war, konnte eine Tritiumkonzentration von 150.000 Becquerel pro Liter nachgewiesen werden.

Das ist nicht nur das Zehnfache des Werts von 14.000 Becquerel der in der Woche zuvor nachgewiesen wurde, sondern für diesen Messposten ein neuer Rekordwert. Die bislang höchste Konzentration dort lag bei 30.002 Becquerel pro Liter.

In der jüngsten Vergangenheit war es an Grundwasserposten bereits zu drastischen Erhöhungen von Betastrahlern gekommen.

Tepco gab zudem bekannt, dass es an einem weiteren Grundwasserkontrollposten, der sich ebenfalls auf der Ostseite von Reaktor 2 befindet, zu einem weiteren Rekord gekommen war. Die Konzentration an Betastrahlern, wie etwa Strontium, sei auf 2,1 Millionen Becquerel pro Liter gestiegen und sich damit im Vergleich zur vorangegangenen Woche fast verdoppelt.

TEPCO hat auf der Ostseite der Reaktoren 1 bis 4 insgesamt 34 Grundwasserbrunnen, die der Kontrolle der Strahlungsbelastung dienen. Das Unternehmen führt die Anstiege zwar alle auf die schweren Regenfälle durch den Taifun Phanfone zurück – hat nach eigenen Angaben jedoch keine Ahnung, wieso nur an drei Posten derartige Rekordwerte auftreten.

Obwohl sich die betroffenen Messposten alle in der Küstenregion der Anlage befinden, sei nach Einschätzung keine Kontamination des Meeres zu befürchten, da das Grundwasser heraufgepumpt werde. Neben dem Betreiber berichteten auch japanische Medien wie Kyodo und jiji über die neuen Rekorde.

In der Vergangenheit waren in Grundwasserproben zwar bereits höhere Werte aufgetreten, für die jetzt untersuchten Grundwasserposten sind die plötzlichen Anstiege aber neue Rekorde. Ältere Messposten mussten bereits aufgrund früherer Strahlungswerte aufgegeben werden.

Unterdessen bewegt sich mit Vongfong der bislang 19. Taifun dieser Saison über Japan. Neben Evakuierungen aufgrund der Gefahr von Erdrutschen und Überschwemmungen, Stromausfällen, sowie Behinderung und Ausfällen in Flug- und Bahnverkehr, gibt es bislang Berichte über 43 Verletzte, eine Person gilt seit Sonntagabend als vermisst.

Schutzmantelarbeiten an Reaktor 1 verzögern sich: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO am vergangenen Freitag mitteilte, wird sich der Abriss des Schutzmantels um Reaktor 1 verzögern. Die Hülle war angebracht worden, um das durch die Wasserstoffexplosion vom März 2011 stark beschädigte Gebäude vor Umwelteinflüssen zu schützen und die Verbreitung radioaktiven Materials eindämmen.

Die jetzt verschobene Entfernung ist notwendig, um Trümmerteile und Schutt zu entfernen. Diese würden andernfalls eine, für die Zukunft geplante Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken behindern. Im vergangenen Monat war der Beginn der Schutzmantel-Demontage an Reaktor 1 für Oktober 2014 angekündigt worden.

Die Verzögerung der Arbeiten ergibt sich durch die Bedenken der Bürger, vor einer weitreichenden Umgebungskonatamination. Das berichtete die Kyodo.

Die Besorgnis beruht auf einem Zwischenfall vom August 2013. Damals waren in der Nachbarpräfektur Ibaraki Reisfelder durch Räumarbeiten an Reaktor 3 kontaminiert worden. Der Start der Trümmerräumung war bislang für November 2015 geplant.

Untersuchung zu ALPS-Störung: Am Wochenende wurde das Ergebnis eines Querstromfilters an der ALPS-Einheit B vorgelegt. Die Einheit war am 26. September aufgetreten, nachdem Eintrübungen auf eine unzureichende Filterung des eingespeisten Wassers hingewiesen hatten. Bei der Untersuchung wurde ein Riss und eine Verformung einer Sechskantdichtung entdeckt. Die Untersuchung dauere jedoch noch an.

Radioaktives Cäsium in Fukushima-Tabak nachgewiesen: Während in den deutschen Medien die Entdeckung von radioaktiv kontaminierten Zigaretten aus Vietnam für Wirbel sorgt, wurde am Wochenende in der Ortschaft Kizawa (Präf. Fukushima) radioaktives Cäsium in Tabak nachgewiesen. Mit 565,2 Becquerel wurde der zulässige Lebensmittelgrenzwert von 100 Becquerel deutlich überschritten.

Die Überschreitung war bei internen Kontrollen des Tabakkonzerns Japan Tobacco entdeckt worden. Das Unternehmen erklärte, in den vergangenen zwei Jahren habe man keine Belastungen festgestellt. Die jetzige Ernte werde nicht weiterverarbeitet, sondern die Ursache für die Kontamination ermittelt.

Im Rest der Präfektur habe es bei den beiden Gattungen keine Auffälligkeiten gegeben. Über den Fund berichteten Präfekturmedien.

Verklappung zu Wochenbeginn durchgeführt: Am heutigen Montag führte TEPCO eine weitere Verklappung von Grundwasser durch. Dabei wurden 1.512 Tonnen an Wasser in den Pazifik eingeleitet. Bei der Aktion die zwischen 10:10 Uhr und 16:10 Uhr erfolgte, traten nach Angaben des Unternehmens keine Störungen auf.

Die Maßnahme soll die Entstehung weiterer radioaktiver Abwässer verringern und den Grundwasserspiegel kontrollieren, sowie eine Kontamination des Meeres zumindest eindämmen, Der zunächst als ineffektiv eingestufte Maßnahme wurde erst im September positive Wirkung attestiert.

30 Prozent der Überwachungskameras am AKW Monju defekt: Wie die japanische Atomenergiebehörde JAEA, der Betreiber des Forschungsreaktors Monju (Präf. Fukui), am gestrigen Sonntag mitteilte, sind mit 54 von 180 Kameras ganze 30 Prozent der Überwachungskameras für Kühlmittelleitungen nicht funktionsfähig.

Allerdings bestünden nach Darstellung der Behörde keine weiteren Sicherheitsrisiken, da Leckdetektoren vorhanden seien und die Kameras lediglich eine Ergänzung darstellten. Bereits im Februar 2013 waren Schäden an den Kameras entdeckt worden, das zwischenzeitlich abgelaufene Kameramodell wurde jedoch nicht durch neue Geräte ersetzt.

Der Reaktor war in der Vergangenheit mehrfach durch Zwischenfälle auffällig geworden. Nach einem Brand im Jahr 1995 war der Reaktor zunächst abgeschaltet worden, ein erneuter Startversuch im Jahr 2010 wegen eines baulichen Zwischenfalls abgebrochen worden. Zuletzt waren im Dezember 2012 Wartungsmängel entdeckt worden. Mindestens zwei Jahre lang waren Sicherheitsrelevante Teile der Anlage nicht Inspektionen unterzogen worden.

Seit Mai 2013 ist auf Anordnung der Atomaufsichtsbehörde NRA der Reaktor auf unbestimmte Zeit heruntergefahren. Zumindest das Kameraproblem will die JAEA nun angehen und kündigte an, bereits im Juni bestellte Neugeräte im November anbringen zu lassen. Über die Versäumnisse berichteten Kyodo und Asahi Shimbun.

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