Start Aktuelles Fukushima aktuell: Kaum Gesundheitskontrollen bei AKW-Veteranen

Fukushima aktuell: Kaum Gesundheitskontrollen bei AKW-Veteranen

Helfer der ersten Stunde am AKW Fukushima häufig ohne Gesundheits-Checks

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Artikelbild - Arbeiter bei Strahlungsmessungen in Reaktor 1 am 5. Mai 2011 (Foto: TEPCO)
AKW-Arbeiter bei Strahlungsmessungen im Gebäude von Fukushima-Reaktor 1 am 5. Mai 2011 (Foto: TEPCO)

Die möglichen Langzeitfolgen sollten für die Helfer der ersten Stunde am AKW Fukushima heute noch genau so wichtig sein, wie zu Beginn der Krise. Doch wie aktuelle Fukushima News zeigen, erscheint nur ein Bruchteil bei den Gesundheitskontrollen.

Welche Ursachen dies hat und welche Meldungen aus Japan aktuell sonst noch von Interesse sind, erfährt man nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. März 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Gesundheitskontrollen bei Ersthelfern am AKW Fukushima unzureichend
  • Mehrheit der großen Badestrände noch nicht wieder im Ursprungszustand
Gesundheitskontrollen für Ersthelfer am AKW Fukushima unzureichend

Wie Untersuchungen der letzten vier Jahre zeigen, wurden Arbeitskräfte, die während der Akutphase der Krise 2011 und den folgenden Monaten am AKW Fukushima Daiichi tätig waren, nur unzureichend Langzeitkontrollen unterzogen.

Insgesamt müssen  20.000 Angestellte, die zwischen März und Dezember 2011 dort arbeiteten, lebenslange Gesundheitskontrollen erhalten, bei denen sowohl die Schilddrüse untersucht als auch Blutwerte analysiert werden.

Nach Ausbruch der Krise war der zulässige Höchstwert für Kraftwerksarbeiten von 100 temporär auf 250 Millisievert erhöht worden, um überhaupt Maßnahmen vor Ort durchführen zu können.

Daher ist bei diesen Helfern der ersten Stunde eine höhere radioaktive Belastung zu erwarten. Doch trotz dieser besonderen Risiken wurden die langfristigen Checks nur bei einem Bruchteil der Betroffenen durchgeführt.

Nach Angaben der regierungsnahen „Radiation Effects Research Foundation“ habe man ursprünglich an mindestens 80 Prozent der Arbeiter die Kontrollen durchführen wollen.

Doch mit Stand vom Januar diesen Jahres sind gerade einmal 7.000 Personen den notwendigen medizinischen Untersuchungen unterzogen worden. Dafür gibt es nach Darstellung der Organisation mehrere Gründe.

35 Prozent der Abwesenden ignorierten die Aufforderungen und 17 Prozent kamen der Aufforderung bewusst nicht nach. Bei weiteren 8,5 Prozent waren die Berechtigten nicht erreichbar.

Zu den Gründen für das Fernbleiben von den Untersuchungen nannten die Angestellten, dass sie keine Freistellung von der Arbeit erhielten, oder die nächste Klinik mit den benötigten Testmöglichkeiten zu schlecht erreichbar sei.

Einige bezweifeln zudem die Sinnhaftigkeit der Maßnahme und sind nicht davon überzeugt, dass sie zu ihrer dauerhaften Gesundheit betragen werden. Über diese Probleme berichtete die NHK.

Mehrheit der großen Badestrände noch nicht wieder in Ursprungszustand

Wie eine Umfrage ergab, sind über 80 Prozent der Strände, die vom Tsunami des Tohoku-Großbebens 2011 betroffen sind, nicht wieder im Ursprungszustand. Das ergab eine Befragung im Bezug auf 64 große Badestrände in 37 Gemeinden der drei betroffenen Präfekturen.

Demnach sind 38 Strände aufgrund der Flutwelle und Bodenabsenkung vom März 2011 entweder gänzlich verschwunden, oder in ihrer Größe reduziert worden. Lediglich fünf davon sind wieder im ursprünglichen Zustand verfügbar.

Dieses ernüchternde Fazit präsentierte die jiji unter Berufung auf die eigenen Erhebungen bei den zuständigen Stellen.