Fukushima aktuell: Kein Strahlungsanstieg nach Waldbränden

Fukushima aktuell: Kein Strahlungsanstieg nach Waldbränden

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Artikelbild - Präfektur Fukushima: Messungen in Haramachi, Minamisoma, am 4. November 2011 (Foto: raneko,cc-by)
Präfektur Fukushima: Strahlungsdaten nach Waldbränden veröffentlicht (Symbolfoto: raneko,cc-by)

Die Gefahr durch Brände im Sperrgebiet ist zwar offenbar gebannt, dennoch beschäftigen die damit verbundenen Umstände die Präfektur Fukushima heute weiterhin.

Unterdessen berichten weitere Fukushima News von der Forderung an TEPCO, radioaktives Material unbekannter Herkunft zu untersuchen. Die Details gibt es in beiden Fällen im Spreadnews Japan-Ticker vom 9. Mai 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Strahlungsdaten nach Waldbränden veröffentlicht
  • Analyse von radioaktivem Material unbekannter Herkunft gefordert
Strahlungsdaten nach Waldbränden veröffentlicht

Um nach den Waldbränden in Fukushima den Falschmeldungen im Internet und Ängsten in der Bevölkerung entgegenzuwirken, hat die Präfekturverwaltung nun alle bislang erfassten Strahlungsdaten aus den angrenzenden Gebieten veröffentlicht.

Auf der japanischen Webseite zur Strahlungsmessung während der Waldbrände finden sich die entsprechenden Informationen, so dass die Bürger sich dort selbstständig über die offiziellen Daten informieren können.

Demnach zeigen weder die zuvor vorhandenen Messposten, noch die Extra für diesen Zweck platzierten Messgeräte besondere Auffälligkeiten.

Selbst bei dem Messposten der sich 2,5 Kilometer von der Spitze des dortigen Berges befindet, wo die Brände ausgebrochen waren, wurden lediglich neun Mikrosievert pro Stunde gemessen – was in etwa dem Wert vor dem Großfeuer entspricht.

Zusätzlich aufgestellte Geräte zur Erfassung von radioaktivem Cäsium an drei Orten wiesen Werte von Cäsium-137 1,97 Mikrobequerel nach, was dem Stand um das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi in den vergangenen zwei Jahren entspricht.

Cäsium-134 lag an allen drei Standorten unter dem Nachweiswert. Auch sonst sind nach diesen Angaben keine nennenswerten Abweichungen vom Stand vor den Bränden im Gebiet der Sperrgebietsgemeinde Namie festzustellen.

Weitere Untersuchungen geplant

Dennoch wollen sich die Behörden nicht allein mit diesen Ergebnissen zufrieden geben, sondern Experten und Vertreter der Behörde für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei (MAFF), wollen sich nach dem Löschen der Feuer auch vor Ort umsehen.

Nach einer ersten Erfassung der Situation nach den Bränden, sollen das weitere Vorgehen bei der Suche nach radioaktivem Material und die Untersuchungsmethoden geplant werden. Über die ersten Veröffentlichungen berichteten Präfekturmedien.

Neue Brände in Fukushima außerhalb des Sperrgebiets

Völlig unabhängig von diesem Fall, kam es gestern auch in der Region um Aizu-Wakamatsu zu Waldbränden, nachdem offenbar das Küchenfeuer in einer Holzhütte außer Kontrolle geraten war und auf angrenzende Gebäude, sowie den Wald übergriff.

Mindest fünf Gebäude brannten nieder, die Ausbreitung des Feuers auf mehrere Hektar wird erwartet. Neben der Feuerwehr wurden auch Einheiten der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte mobilisiert.

Analyse von radioaktivem Material unbekannter Herkunft gefordert

Das Umweltministerium wies den Betreiber des AKW Fukushima Daiichi an, Material zu sammeln und zu analysieren, an dem radioaktive Substanzen festgestellt wurden.

Es handelt sich dabei um sehr kleine Proben, vermutlich Kunststoffpartikel mit den Maßen 150 x 100 Millimeter und einer Dicke von drei Millimetern. Es stammt aus dem Gebiet der Gemeinde Naraha und wurde dort bei der Abfallsortierung entdeckt.

Nun kündigte TEPCO drei Arbeitsschritte an.

Man werde vor Ort prüfen, wie man das Material dort sicherstellen kann, um dann zu analysieren welche radioaktiven Nuklide dort vorhanden sind und anschließend eine Einschätzung  abzugeben, ob das Material im Zusammenhang zum AKW steht und wie es dorthin gelangte.

Die Ergebnisse will der Elektrizitätsanbieter TEPCO dann dem Umweltministerium bekannt geben. Über den Arbeitsauftrag berichtete das Unternehmen

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