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Fukushima aktuell: Keine Aufklärung über Arbeitsrisiken im Sperrgebiet

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Artikelbild: Zugang zur Sperrzone (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Zugang zum Sperrgebiet in Fukushima (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

TEPCO gibt vom AKW Fukushima heute Entwarnung, allerdings sehen sich nun Behörden mit der Forderung konfrontiert, die Regierung müsse sich mehr für Arbeiter in Risikogebieten einsetzen. Das diese Aussagen durchaus begründet sind, zeigen die Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. April 2015.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Hundert Arbeiter ohne Strahlungskenntnis beschäftigt
  • Entwarnung nach Leckverdacht am AKW Fukushima

Hundert Arbeiter ohne Strahlungskenntnis beschäftigt: Zwischen Dezember 2012 und März 2013 waren etwa 100 Personen im einstigen Sperrgebiet beschäftigt, ohne sich der Strahlungsschutzbestimmungen bewusst zu sein.

Die Aufgabe der Angestellten, die im Rahmen einer Vereinbarung mit dem Kabinettsbüro von einem lokalen Taxiunternternehmen beschäftigt wurden, bestand in der Kontrolle vorbeifahrender Fahrzeuge.

Die Regierung drängte zur Eile, so dass das beauftragte Unternehmen nicht nur Probleme damit hatte, ausreichend Fahrzeuge und Bedienstete zu organisieren, sondern nach eigenen Angaben in den zwei Wochen zwischen Vertragsabschluss und Arbeitsbeginn auch keine Zeit hatte, rechtliche Bestimmungen zu prüfen.

So ergab es sich, dass die Strahlungswerte der Angestellten zwar mit Dosimetern erfasst, jedoch nicht an sie ausgehändigt wurden. Auch eine vorgeschriebene Schulung von 150 Minuten über die Auswirkungen auf den menschlichen Körper war nicht erfolgt.

Die Beschäftigten wurden also nicht über ihre Strahlungsbelastung informiert, obwohl die Tätigkeit in der Gruppe jener Arbeiten fällt, bei denen eine Luftbelastung über 2,5 Mikrosievert pro Stunde auftritt.

Einer der Verkehrskontrollposten liegt weniger als zwei Kilometer vom Kernkraftwerk Fukushima Daiichi entfernt. Dort fürchteten sich die Beschäftigten aufgrund der hohen Dosimeterwerte.

Nachdem es Hinweis auf Versäumnisse gab, wurde im August vergangenen Jahres der Vertragspartner dann vom Büro für Arbeitsschutz in Tomioka angewiesen, die Situation zu prüfen.

Die daraufhin folgende Nachholung der Informationspflicht durch Zustellung der Dokumente zur persönlichen Strahlungsbelastung, war aufgrund von Unzustellbarkeiten bei Umzügen nicht gänzlich erfolgreich.

Auf Anfrage der Mainichi Shimbun erklärte das Kabinettsbüro, seit April 2013 hätten sich die Aufgaben der Verkehrskontrolle geändert. Auch sei bereits ein neuer Vertragspartner tätig. Man habe keine Informationspflicht gegenüber den Arbeitern gehabt, dies sei Aufgabe des Vertragspartners.

Das Taxiunternehmen rechtfertigte sich mit dem Zeitdruck und der mangelnden Erfahrung mit Radioaktivität, während das Gesundheitsministerium erklärte, man habe Outsourcer wie das Kabinettsbüro und Vertragspartner zur Akzeptanz geeigneter Regelungen ermahnt. Hierüber berichtete die Mainichi Shimbun.

Entwarnung nach Leckverdacht am AKW Fukushima: Gestern wurde aus Japan der Verdacht auf ein mögliches Wasserleck an einem Behälter mit stark kontaminiertem Wasser gemeldet. Nun gibt es offenbar Entwarnung.

Nach Angaben des Kraftwerksbetreibers TEPCO handelt es sich bei den 25 Litern, die sich am Deckel des HIC-Behälters angesammelt und bei einer Berührung durch Arbeiter zum Teil an einem Lüftungsventil ausgetreten war, um radioaktiv belastetes Regenwasser oder Tau.

AKW Fukushima: HIC-Behälter am 30. März 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: HIC-Behälter am 30. März 2015 (Foto: TEPCO)

Zu diesem Schluss kam das Unternehmen nach einer Analyse der Wasserproben. Damnach habe man Betastrahler wie Strontium in einer Konzentration von drei Millionen Becquerel und radioaktives Cäsium mit Werten von 8.700 Becquerel pro Liter nachgewiesen.

Hätte es sich tatsächlich um Wasser aus dem Behälter gehandelt, müsste man von einer Konzentration von zweistelligen Milliardenwerten ausgehen. Daher sei wahrscheinlich, dass es sich lediglich um externes Wasser wie Regen, oder Tau handele, die erst durch Kontakt mit radioaktivem Material kontaminiert wurden.

Eine ähnliche Wasseransammlung habe man auch auf einem weiteren Behälter gefunden. Durch die Betonbarrieren um die Behälter bestehe keine Gefahr für die Umwelt. Das berichtete die NHK.

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